Aufbau Bodenplatte: Ausführungsdetails nach dem heutigen Stand der Technik

INFORMATIONEN über den Aufbau einer Bodenplatte beim Bau eines Einfamilienhauses gehören neben den meistgesuchten Preisinformationen zu jenen, die von privaten Bauherren fast genauso oft gesucht werden - und das hat einen guten Grund: Die wenigsten wissen nämlich, wie eine Bodenplatte wirklich richtig aufgebaut werden muss, um den heutigen Anforderungen an einen modernen Hausbau gerecht zu werden. 

Aufbau Bodenplatte

Oft ist bei der Fragestellung nach dem richtigen Aufbau einer Bodenplatte allerdings nicht ganz klar, ob damit die Lage der Wärmedämmung gemeint ist oder aus welchen Bestandteilen eine Fundamentplatte überhaupt bestehen muss. Letzteres hängt immer von den individuellen Gegebenheiten eines Bauvorhabens ab.

Die Frage sollte daher grundsätzlich nicht lauten "Wie ist eine Bodenplatte aufgebaut?" sondern "Wie muss meine Bodenplatte aufgebaut sein?".

Die Antwort auf diese berechtigte Frage sollte dabei möglichst immer ein Statiker liefern.

Leider ist aber genau das bei vielen privaten Einfamilienhaus-Bauvorhaben nicht möglich, weil oft ausgerechnet bei den Standard-Fundamentarten "Streifenfundament" und "Bodenplatte" ein Statiker eingespart wird - ein Fehler, den jeder  verantwortungsbewusste Bauherr vermeiden sollte.

Die gängige Praxis: Die Fundamente werden so gemacht, wie das immer schon "alle" gemacht haben. Der  Bewehrungsstahl wird wie "gewohnt" verlegt und dann wird wie üblich betoniert. 

  • Dass die Statik bei wasserundurchlässigen Bauwerken - ja, die Bodenplatte zählt auch dazu - auch die Aufgabe hat, die Stahlbewehrung so zu dimensionieren, dass die Betonrisse möglichst klein gehalten werden, um die Wasserdurchdringung zu vermeiden,  hat sich aber noch nicht einmal bis zu einigen Kellerbaufirmen herumgesprochen...

Erfahren Sie hier, auf welche Fehlerquellen sonst noch zu achten ist, wie JEDE Bodenplatte grundsätzlich aufgeführt werden soll und wo nach der gängigen Baupraxis überhaupt gedämmt werden muss, um wärmebrückenfrei zu bauen.


INFO: Von wem stammen die Ausführungsdetails?

Wenn bei grafischen Darstellungen auf dieser Infoseite die in verkürzter Weise angegebene Quelle "Handbuch für EFH-Passivhäuser" angegeben ist, handelt es sich dabei um Auszüge einer sehr interessanten Broschüre mit dem vollständigen Titel "Handbuch für Einfamilienhaus-Passivhäuser in Massivbauweise".

Handbuch EFH-Passivhäuser
Handbuch EFH-Passivhäuser

Erstellt wurde das Handbuch im Rahmen des Forschungsvorhabens „Das Passivhaus vom Baumeister - abgesicherte Planungsunterlagen - Handbuch und Seminare“.

Initiiert wurde dieses vom Bund Österreich unterstützte Forschungsprojekt von der österreichischen Bundesinnung Bau mit dem Zweck, planenden Baumeistern  grundlegende Planungsunterlagen zur Realisierung von kleineren Passivhaus-Bauvorhaben zur Verfügung zu stellen.

Besonderes Augenmerk wurde bei der Erstellung der Unterlagen auf eine möglichst praxisgerechte Ausführung gelegt, was definitiv auch gelungen ist.

Das Handbuch soll für den Nutzer Folgendes leisten:

  • Abschätzung von Entwurfs- und Ausführungsplanungen auf ihre Eignung, den angestrebten Passivhaus-Standard zu erreichen.
  • Vorschläge für beispielhafte Anschlussdetail- und Bauteillösungen für die Anwendung im Einfamilien-Passivhausbau.
  • Lieferung von Hinweise zu den einschlägigen Regelwerken.

 TIPP:  Unabhängig davon, in welchem Land gebaut werden soll:

Das "Handbuch für Einfamilienhaus-Passivhäuser in Massivbauweise" gilt für den überall anzustrebenden Passivhausstandard und sollte von allen privaten Bauherren, die ihr eigenes Bauvorhaben selbst organisieren wollen, als Standardwerk zum Nachschlagen und Informieren genutzt werden.

Das hilfreiche Nachschlagwerk können Sie bei Bedarf gleich hier zur freien Nutzung völlig barrierefrei mit nur einem Klick herunterladen.

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Warum JEDE Bodenplatte dem Passivhaus-Standard entsprechen soll

Wenn Sie sich schon etwas näher mit dem Thema Passivhaus bauen beschäftigt haben, wissen Sie bereits, dass der Passivhaus-Standard an keine bestimmte Bauweise gebunden ist.

Passivhausstandard

Der Passivhaus-Standard ist vielmehr ein Gesamtkonzept, das auf bauphysikalischen Grundregeln beruht, die nicht neu geschaffen, sondern im Zeitalter des Energiesparens nur "wiederentdeckt" wurden.

In der Praxis werden aus Unwissenheit aber trotzdem immer wieder gerne zwei ganz wesentliche Begriffe verwechselt:

Wird von Baufachleuten empfohlen, das geplante Haus im Passivhaus-Standard zu errichten, sind die meisten privaten Bauherren auch heute noch der Meinung, dass damit der Bau eines (echten) Passivhauses gemeint ist.

Dieses Ziel - nämlich ein Passivhaus zu bauen - sollte zwar tatsächlich angestrebt werden, trotzdem wissen die wenigsten, dass auch ein "ganz normales" Einfamilienhaus im Passivhaus-Standard gebaut werden kann, ohne ein echtes Passivhaus werden zu müssen.

Der Passivhaus-Standard alleine macht daher aus einem Haus noch lange kein Passivhaus. Ein echtes Passivhaus ist im Wesentlichen nämlich ein Haus ohne herkömmliche Heizung.

Wenn es jetzt darum geht, ein Haus im Passivhaus-Standard zu errichten, bedeutet das also nicht automatisch, dass dieses Haus tatsächlich auch ohne Heizung gebaut werden muss. Richtig ist vielmehr, dass "nur" alle Bauteile eines Hauses so ausgeführt werden müssen, dass möglichst keine Wärmeverluste auftreten.

Ein Haus nach dem heutigen Stand der Technik muss daher erstens eine luftdichte Gebäudehülle haben und zweites an der gesamten Außenhülle des Gebäudes so perfekt gedämmt werden, dass (durch Wärmebrücken) möglichst keine Energie verloren geht - vor allem nicht über die Bodenplatte eines Hauses.

Was hat das alles mit er Bodenplatte zu tun?

Sehr viel: Weil die Bodenplatte, die direkt an das umgebende (kalte) Erdreich angrenzt, einer der wichtigsten Teile der äußeren Gebäudehülle ist, MUSS diese nämlich in jedem Fall nach dem Passivhaus-Standard ausgeführt werden.

 WARUM?  Weil die Dämmung unterhalb der Bodenplatte der einzige Bauteil eines Hauses ist, der nachträglich nicht mehr korrigiert werden kann. Weil nämlich das ganze Haus drauf steht...

Es wäre daher schlicht und einfach einfach unklug, die Bodenplatte NICHT nach dem Passivhaus-Standard zu bauen, weil in diesem Fall keine Möglichkeit mehr bestehen würde, aus einem Noch-nicht-Passivhaus vielleicht später einmal doch noch ein echtes Passivhaus zu machen...

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WENN Sie sich für eine Bodenplatte entscheiden...

Die optimalste und zugleich preisgünstigste Fundamentart für ein Haus ist (z.B. bei einem Haus mit Keller) eine Bodenplatte, die es ohne Streifenfundament oder Frostschürze ganz alleine schafft, das gesamte Haus sicher zu tragen. Darüber hinaus ist bei so einer Bodenplatte - die  richtige Dämmungen vorausgesetzt - die Wärmeverluste in das Erdreich am geringsten.

Bodenplatte ohne Streifenfundamente

Ob sich dieser Idealzustand einer Bodenplatte auch bei Ihrem Bauvorhaben verwirklichen lässt, kann nur durch einen Baufachmann herausgefunden werden. Tatsache ist jedenfalls, dass die grundsätzliche Entscheidung für eine Bodenplatte von zumindest diesen Nachweisen abhängig gemacht werden sollte:

  • Nachweis über die sichere Lage der Bodenplatte.
    Damit wird belegt, dass es bei Hanglagen zu keinem Abrutschen kommen kann.
  • Nachweis über die korrekte Lastabtragung.
    Damit wird belegt, dass die Ableitung der Hauslasten in den Boden ausreichend ist und keine Tiefengründung erforderlich ist.
  • Bodengutachten.
    Damit wird nachgewiesen, dass sich keine "Frostlinse" unter der Bodenplatte bilden kann.
  • Nachweis über Ermittlung Bemessungswasserstand.
    Damit wird ausgeschlossen, dass es zu einer Unterspülung der Fundamente kommt.

Und was ist jetzt der richtige Aufbau einer Bodenplatte?

Wie schon gesagt: Der konkrete Aufbau der Bodenplatte bei IHREM Bauvorhaben hängt von einigen sehr individuellen Faktoren ab - natürlich auch noch davon, ob Sie einen Keller haben wollen oder nicht.

Bevor Sie sich Gedanken über den Bodenplattenaufbau machen, müssen also zuerst einmal viele andere Punkte geklärt sein, wobei diese Klärungen ohnehin in den Zuständigkeitsbereich des verantwortlichen Hausplaners fallen.

Unabhängig von den Bodenplatten-Ausführungsdetails, die im Hinblick auf die Art der Dämmung mehrere konstruktive Möglichkeiten offen lassen, hat sich in der Baupraxis ein Grundsatz durchgesetzt, der sowohl von Bauherren als auch von Planern stets beachtet werden sollte:

  • Gedämmt wird immer auf der kälteren Seite eines Bauteils - also außen.

Daraus ergibt sich für JEDE Bodenplatte - egal, ob mit oder ohne Frostschürze ausgeführt, egal, ob die Frostschürze die Funktion von Streifenfundamenten übernehmen oder nicht und egal, ob ein Keller ausgeführt wird oder nicht - folgender grundsätzliche Aufbau...

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Aufbau Bodenplatte: Mit Fußbodenaufbau und unterseitig gedämmt

Hier der Aufbau einer unterseitig gedämmten Bodenplatte von oben nach unten inklusive Fußbodenaufbau. Die angegebenen Schichtdicken sind Empfehlungen nach dem Passivhaus-Standard und sollten bei JEDEM Haus so ausgeführt werden.

Bodenplatte unterseitig gedämmtQuelle: Handbuch für EFH-Passivhäuser

Dieser Bodenplattenaufbau nach dem Stand der Technik gilt für Häuser mit oder ohne Keller, wobei sich die Angabe "WU-Beton" bei der Bodenplatte nicht nur auf einen wasserdichten Keller bezieht.

  HINWEIS: 

  • Wird kein Keller ausgeführt, muss die Bodenplatte trotzdem wasserdicht ausgeführt werden.
  • Wird - aus welchen Gründen auch immer - kein wasserdichter Keller ausgeführt, müssen zusätzlich normgerechte Abdichtungen als Feuchtigkeitssperre auf die Bodenplatte aufgebracht werden.

Das alles ändert aber nichts daran, dass möglichst immer unter der Bodenplatte gedämmt werden sollte. Hier der Bodenplatten-Aufbau im Detail zum Nachlesen:

Nr.

Schicht / Aufbau Bodenplatte

Dicke in mm

1

Fußbodenbelag

15

2

Zementestrich E 225

50

3

PE-Folie

-

4

Trittschalldämmung EPS-T  33/30

30

5

Dampfbremse,  sd > 120 m, Stöße verklebt (z.B. PE-Folie)

0,25

6

Gebundene Ausgleichsschüttung

55

7

Stahlbeton-Bodenplatte B1/B2 (WU-Beton) lt. Statik

300

8

2-lagige PE-Folie

-

9

Hochdruckfeste XPS-Platten (extrudiertes Polystyrol)

360

10

Rollierung (oder 5 cm Magerbeton Sauberkeitsschicht)

150 (50)

11

PP-Filtervlies

-

12

Erdreich

tragfähig

Der tatsächliche Fußbodenaufbau ab Bodenplatte-Oberkante hängt vom auszuführenden Bodenbelag oder geplanten Fußbodensystem ab und ergibt sich aus der jeweils individuellen Detailplanung.

  HINWEISE ZUR BAUPHYSIK: 

Im Gegensatz zur Ausführungsvariante mit der Dämmung auf der Bodenplatte ermöglicht diese Variante (Dämmung unten) einen vollkommen wärmebrückenfreien Anschluss der Außenwände und tragenden Innenwände.

  • Die Dampfbremse (5) zwischen Ausgleichsschüttung und Trittschalldämmung hat den Zweck, weitgehend dampfdichte Bodenbeläge oder Holzbeläge vor Feuchtigkeit, die durch die Trocknung der Bodenplatte entsteht, zu schützen.
  • Die Dampfbremse (5) zwischen Ausgleichsschüttung und Trittschalldämmung ersetzt aber NICHT die erforderlichen Maßnahmen, die bei ungenügender Trocknung  des Estrichs zu treffen sind. Trockene Fußbodenaufbauten (z.B. Trockenestrich) hat hier beträchtliche Vorteile gegenüber herkömmlichen Betonestrichen.
  • Bei den XPS-Platten ist nur dann die 2-lagige Verwendung bzw. Verlegung möglich, wenn sichergestellt ist, dass sich zwischen den beiden Dämmschichten kein Wasserfilm bildet. Der Wasserfilm würde  das Wasserdampfdiffusions-Verhalten behindern. 

Bei Dämmstoffendicken über 20 cm aus XPS sollten daher nur vorgefertigte, bereits werkseitig verbundene Produkte verwendet werden. Für die normgerechte Abdichtung und Dämmung von Bodenplatten gibt es sehr empfehlenswerte Fundamentplatten-Dämmsysteme.

Derartige Dämmsysteme für Bodenplatten sind zwar in der Anschaffung teurer, insgesamt aber trotzdem günstiger, weil damit einerseits der Zeitaufwand für die Herstellung der Bodenplatte stark reduziert wird und andererseits vor allem Fehler bei der Dämmung vermieden werden.

Fundamentplatten-DämmsystemQuelle: Austrotherm.at

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Aufbau Bodenplatte Variante: Mit Fußbodenaufbau und oberseitig gedämmt

Obwohl die Ausführung der Bodenplatte mit einer unterseitigen Dämmung bevorzugt werden sollte, kann die Dämmschicht auch auf der Oberseite der Bodenplatte verlegt werden. Damit würde sich dieser Aufbau der Bodenplatte inklusive Fußbodenaufbau ergeben:

Bodenplatte oberseitig gedämmtQuelle: Handbuch für EFH-Passivhäuser

Hier der Aufbau der Bodenplatte im Detail zum Nachlesen:

Nr.

Schicht / Aufbau Bodenplatte

Dicke in mm

1

Fußbodenbelag

15

2

Zementestrich E 225

50

3

PE-Folie

-

4

Trittschalldämmung EPS-T  28/25

25

5

Diffusionsdichte Dampfsperre,  sd > 1500 m

-

6

EPS-W20 (Installationsebene f. wärmeführende Leitungen)

350

7

Gebundene Ausgleichsschüttung

55

8

Dampfsperre, sd > 120 m (z.B. GV 45)

4

9

Voranstrich

-

10

Stahlbeton-Bodenplatte B1/B2 (WU-Beton) lt. Statik

300

11

Baupapier

-

12

Rollierung (beispielhafte Dicke)

150

13

PP-Filtervlies

-

14

Erdreich

tragfähig

  HINWEISE ZUR BAUPHYSIK: 

  • Im Gegensatz zur Ausführungsvariante mit der Dämmung unter der Bodenplatte sind bei dieser Variante (Dämmung oben) vollkommen wärmebrückenfreie Anschlüsse der Außenwände und tragenden Innenwände nicht möglich.
  • Der Aufbau entspricht hier einer Innendämmung, daher ist auch eine Dampfsperre oberhalb der Dämmschicht erforderlich.
  • Die Abdichtungslage auf der Stahlbeton-Bodenplatte ist nicht nur ein Feuchtigkeitsschutz, sondern verhindert auch, dass durch die Trocknung der Bodenplatte Feuchtigkeit in die Konstruktion gelangt.

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Aufbau Bodenplatte auf Glasschaumgranulat, mit Fußbodenaufbau

Egal, welche Bezeichnung verwendet wird: Glasschaum-Granulat, Schaumglasschotter oder Glasschaumschotter. Diese lastabtragende, hochwärmedämmende Leichtschüttung aus Altglas hat hervorragende Eigenschaften, die für den Einsatz als Perimeterdämmung unter der Bodenplatte wie geschaffen sind.

Aufbau Bodenplatte auf GlasschaumgranulatQuelle: Handbuch für EFH-Passivhäuser

Hier der Aufbau der Glasschaum-Granulat-Bodenplatte im Detail zum Nachlesen:

Nr.

Schicht / Aufbau Bodenplatte

Dicke in mm

1

Fußbodenbelag

15

2

Zementestrich E 225

50

3

PE-Folie

-

4

Trittschalldämmung EPS-T  33/30

30

5

Dampfbremse,  sd > 120 m, Stöße verklebt (z.B. PE-Folie)

0,25

7

Gebundene Ausgleichsschüttung

55

10

Stahlbeton-Bodenplatte B1/B2 (WU-Beton) lt. Statik

300

11

PE-Folie

-

12

Glasschaumgranulat (Schaumglasschotter)

600

13

PP-Filtervlies

-

14

Erdreich

tragfähig

Eigenschaften von Schaumglasschotter im Detail

Warum Altglas in Form von Schaumglasschotter als Perimeterdämmung unter Bodenplatten heute immer öfter verwendet wird, liegt an den wesentlichsten Eigenschaften:

  • Extrem hohe Druckfestigkeit
  • Praktisch keine Wasseraufnahme
  • Ausgezeichnete Wärmedämmung

Darüber hinaus kann dieses Produkt aber noch viel mehr:

  • Die große Porenanzahl und damit die darin eingeschlossene Luft machen aus dem Schaumglasschotter einen hoch-wärmedämmenden Baustoff.
  • Durch das geringe Schüttgewicht - 20 x so leicht wie Schotter - ist eine einfache Verarbeitung des lose gelieferten Glasschaums möglich. Die Verdichtung erfolgt mit leichten Rüttelplatten.
  • Durch die Verwendung von verdichtetem Glasschaumschotter kann in den meisten Fällen auf die Ausführung von Streifenfundamenten verzichtet werden.
  • Das umweltfreundliche Material aus recyceltem Altglas ist beständig gegen Frost und Nässe sowie gegen fast alle Säuren und Basen, es altert und verrottet nicht. Und Glas brennt auch nicht.
Glasschaumschotter

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Der wichtigste Detailknoten Bodenplatte - Außenwand richtig ausgeführt

Der richtige Aufbau der Bodenplatte macht erst dann wirklich Sinn, wenn auch der kritische Anschluss an die daran grenzende Außenwand richtig ausgeführt wird. Wie der Anschluss an die Außenwand konkret auszuführen ist, hängt davon ab, ob die Bodenplatte an der Unterseite gedämmt wurde oder ob die Dämmschicht auf die Bodenplatte aufgebracht wurde.

Da bei einem Neubau eines Einfamilienhauses die Empfehlung ausdrücklich lautet, die  Bodenplatte unterhalb zu dämmen, hier der Detailknoten Bodenplatte zu Außenwand bei einem Haus ohne Keller.

Detailknoten Bodenplatte - AußenwandQuelle: Handbuch für EFH-Passivhäuser

Hier die detaillierte Ausführung des Anschlusses der Bodenplatte an die Außenwand  zum Nachlesen:

A. Bodenplatte (BPL)

Nr.

Schicht / Aufbau Bodenplatte

Dicke in mm

1

Fußbodenbelag

15

2

Zementestrich E 225

50

3

PE-Folie

-

4

Trittschalldämmung EPS-T  33/30

30

5

Dampfbremse,  sd > 120 m, Stöße verklebt (z.B. PE-Folie)

0,25

6

Gebundene Ausgleichsschüttung

55

7

Stahlbeton-Bodenplatte B1/B2 (WU-Beton) lt. Statik

300

8

PE-Folie, 2-lagig

-

9

Hochdruckfeste XPS-Platten (extrudiertes Polystyrol)

360

10

Rollierung (oder 5 cm Magerbeton Sauberkeitsschicht)

150 (50)

11

PP-Filtervlies

-

12

Erdreich

tragfähig

 BAUPRAXIS: 

  • Um unter dem Randbereich der Bodenplatte eine Frostlinsenbildung zu verhindern, muss die Rollierschotterschicht (als Frostkoffer) bis in eine frostfreie Tiefe geführt werden.
  • Im Anschlussbereich zur Außenwand sollte die Bodenplatte ohne Überstand ausgeführt werden, um Fehlerquellen beim Hochzug der Abdichtung zu minimieren.
  • Sofern Drainagen ausgeführt werden müssen, sind diese maximal bis zur Tiefe des gewachsenen Bodens zu führen. Darüber hinaus ist darauf zu achten, dass in jedem Fall eine gesicherte Wasserableitung gewährleistet wird.

B. Außenwand (AW)

Der Aufbau der Außenwand stellt hier lediglich eine von sehr vielen Varianten dar. Andere Wandaufbauten haben auf die Art und Weise der Ausführung des Detailknotens Bodenplatte - Außenwand keinen wesentlichen Einfluss.

Nr.

Schicht / Aufbau Außenwand

Dicke in mm

1

Deckschicht (z.B. mineralischer Edelputz > 2 mm)

15

2

EPS-Fassadenplatten (Vollwärmeschutz)

360

3

Klebemörtel

15

4

Hochlochziegel lt. statischem Erfordernis

250

5

Innenputz

15

 HINWEISE ZUR BAUPHYSIK:

  • Weil der Innenputz im Mauerwerksbau die luftdichte Ebene darstellt, muss dieser unbedingt bis zur Bodenplatte ausgeführt werden.
  • Um die Trittschalldämmung aufgrund der Trocknung der Bodenplatte bzw. der Ausgleichsschicht vor Feuchtigkeit zu schützen, muss die Dampfbremse bis über den Estrich hochgeführt werden.

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