Baufinanzierung: Welche Merkmale weist eine solide Finanzierung auf?

von Lisa Wagner
(Hamburg)

Neben der Höhe der Raten und der Länge der Zinsbindung gibt es noch viele weitere Kriterien, die bei einer Baufinanzierung zu beachten sind. Was ist beim Verhältnis Tilgung und Zins zu beachten und wie viel Eigenkapital wird benötigt, sind nur einige der Fragen, die bei einer durchdachten Finanzierung auftauchen.

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Der Traum vom eigenen Haus ist für die meisten Immobilienkäufer in der Regel die größte Investition, die sie jemals in ihrem Leben tätigen. Daher sollte die Finanzierung umso sorgfältiger durchdacht sein. Schließlich bleibt die Finanzierung über Jahrzehnte ein fixer Ausgabeposten in der Haushaltskasse.

Eigenkapitalhöhe entscheidet

Damit die Baufinanzierung auf lange Sicht betrachtet stressfrei bleibt, sollte etwa 20 bis 30 Prozent Eigenkapital vorhanden sein. Jeder Cent mehr hilft, ein günstigeres Finanzierungsangebot zu erhalten. Denn die Zinsen sind von der Beleihungsgrenze abhängig. Je geringer der Anteil der Finanzierung an den Baukosten und an der Anschaffung, desto günstiger fällt der Effektiv-Zinssatz aus.

Günstige Angebote bieten in der Regel nicht die eigenen Hausbanken. Besonders preiswert sind Direktbanken, aber auch Förderbanken, Baugeldvermittler und andere Kreditinstitute sollten miteinander vergleichen werden. Zudem gilt: Die eigenständige Recherche wirft oft viele Fragen auf, die sich dann am besten im ersten Beratungsgespräch klären lassen.

Online-Zinsvergleiche und Nebenkostenrechner nutzen

Die Bandbreite der Informationen, die Bauwillige im Internet finden, ist groß. Dabei reicht das Angebot von Darlehensvergleichsrechnern über Rechner, die die Machbarkeit der Finanzierung ausloten bis hin zu Nebenkostenrechner. Mit diesen Instrumenten lässt sich schnell errechnen, wie hoch die Rate bei den unterschiedlichen Tilgungssätzen ausfällt und auch, wie groß der Einfluss von Eigenkapital auf die monatliche Belastung ist.

Das Eigenkapital sollte im Idealfall die kompletten Nebenkosten und mindestens 20 Prozent der Baukosten abdecken. Doch die meisten Häuslebauer haben in der Praxis diese Geldmittel nicht. Als absolutes Muss gilt aber ein Eigenkapital in Höhe der Kauf-Nebenkosten. Dann gilt es den Einzelfall abzuwägen: Käufer mit hohem Einkommen und sicheren Jobs können eher eine größere monatliche Belastung stemmen als Immobilienkäufer mit geringem Einkommen.

Von einer Finanzierung gänzlich ohne Eigenkapital raten Experten ab. Denn dieses für die Banken entsprechend höhere Risiko lassen sich diese mit einem massiven Zinsaufschlag zahlen. Und der ist auf den gesamten Kredit und die komplette Laufzeit zu zahlen. Zudem sorgt eine hohe Eigenkapitalquote auch für einen Sicherheitspuffer – muss irgendwann einmal die Immobilie verkauft werden, obwohl die Finanzierung noch läuft, ist das Risiko geringer, dass der Erlös aus dem Verkauf nicht für die Ablösung des Restdarlehens reicht.

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