Bauhilfeforum - Heinz von Heiden 2015-2016 Bungalow Baden-Württ. Kr. Böblingen BB

von Epi
(NRW)

Im Januar 2015 wurden wir Kunden von Heinz von einen Heiden und bestellten einen Bungalow mit ca. 125 qm ohne Keller ohne begehbaren Dachboden. Wir haben eine Bauzeitvereinbarung, die u.A. eine sechswöchige Einplanungszeit, eine vierwöchige Verlängerung wg Fußbodenheizung und natürlich Winterpause beinhaltete, Kälteperioden gehen extra. Das Haus sollte von Heinz von Heiden inklusive Winterkälte Ende Mai 2016 übergeben werden. Wir haben außerdem Sondervereinbarungen mit Textteilen des Verbands privater Bauherren als Teil des Bauvertrags mit vereinbart, die z.B. regeln, dass die Bauzeit beginnt, wenn die Baugenehmigung erteilt und alle Bauherrenverpflichtungen erfüllt sind. Außerdem wird dort geregelt, zu welchen Baufortschritten der Gutachter Besuche machen möchte und dass ihn Heinz von Heiden 5 Arbeitstage vor dem beschriebenen Zustand benachrichtigt.


Ein Grundstück hatten wir vorab schon gekauft. Es ist nahezu eben, kein Wasser, in 60 cm Tiefe eine angewitterte Felsplatte drunter, Straßenfront mit gut 17m, 4m Einfahrt, 450 qm groß. Ein erkrankter alter Baum war drauf, den wurden wir angewiesen wegzumachen, was wir auch taten. An der Straßenfront im Süden und der Ostseite eingezäunt mit einem Jägerzaun auf einem Betonsockel. Vorne reicht dieser Sockel 120 cm tief in den Boden. Das Baufenster beginnt ca. 8 m hinter der Straßenfront, es ist so breit wie das ganze Grundstück, also mehr als man braucht.

Schon im Vorfeld prüfte der Außendienst von Heinz von Heiden das Grundstück und wir reichten alle notwendigen Papiere zu seiner Zufriedenheit zu. Er protokollierte für Heinz von Heiden, aber ohne Kopie an uns. Später, am 16.11.15, protokollierte die Bauleiterin Baureife, hakte sie ab und unterschrieb sie.

Wir folgten vor dem Kauf den Vorschlägen unsres Heinz von Heiden Außendiensts, der vom Fach war. Er machte uns Skizzen, wir fanden fast alles schön und freuten uns. Diese Skizzen wurden tatsächlich später auch zum Bauantrag. Eine Einzelgarage mit einem kleinen Anbau dahinter wurde uns ganz hinten in die Ecke rein geplant, das gefiel uns nicht so gut, so ein Weg ist lang, kostet und baut das Grün zu. Aber wir ließen uns überzeugen, das ginge eben nicht anders. Unser Beitrag war ausschließlich die Innenaufteilung, der Bungalow hat keine tragenden Innenwände. Daran hatten wir ganz schön zu tun.

Beim Planungsgespräch bei Heinz von Heiden in Kuppenheim veränderten sich einige Dinge. Es fand statt zwischen dem Außendienstler, dem Planer, einem Supervisor und uns. Außer uns waren alle, was ein Laie als einen Architekten bezeichnet. Die lange Garagenwand mit dem Anbau zeigte dem Nachbarn zu viel kalte Schulter und sollte nun etwas eingegraben werden. Das sollte uns nun ganz grob 4000.- € mehr kosten, vertiefte Fundamente usw. Dann wurde aus dem Anbau - eine kleine Werkstattmöglichkeit für den Bauherrn -, der uns mit Fenster verkauft worden war ein finsteres Loch ohne Fenster, das durfte man da gar nicht reinmachen, scheints etwas Wohlbekanntes, aber wir hatten es nicht gewusst. Ganz hinten in der Ecke hatte man uns unverlangt einen Schmutzwinkel eingeplant, den Begriff hatten wir noch nie gehört, das dürfe man eigentlich nicht, aber dieser sei für uns gut, man wolle das so machen.

Da an einem Planungstag das komplette Haus genau definiert und festgenagelt wird, ist das ein Hochleistungstag für Bauherren, der Tag bringt unglaubliche Daten- und Unterschriftsmengen mit vielen neuen Begriffen mit sich, viel zum wirklich überblicken. Zwar fragten wir ob denn das ginge, eine Garage so knapp auf die Grenze zu bauen, ja, alles kein Problem, man stellt z. B. einfach die Garage vorher hin, sagte der Außendienst. Ja dann, das waren ja alles Fachleute.

Die Baubehörde ließ uns später den Schmutzwinkel rausplanen und Heinz von Heiden verlangte eine Änderungsgebühr von € 500.- weil wir ja was am von uns abgesegneten Bauplan nachträglich verändern wollten. Außerdem hätten "wir" eines von mehreren "Paketen" für Licht und Strom bei der Garagengeschichte vergessen. Nein, wir nicht, wir wussten gar nicht, dass wir das gebraucht hätten. Das könne man ja dann auch gleich in diese Änderungsgebühr mit reinpacken. Wir murrten. Die Gebühr wurde halbiert. Der Verband privater Bauherren sagte: Nicht zahlen. Der Planer sagte, er mache einfach dann weiter, wenn das bezahlt sei. 14 Tage sträubte sich mein Mann, dann überwiesen wir. Es begann uns zu grausen vor den irre vielen Unterschriften vom Planungstag, was wir da wohl noch unterschrieben hätten.

Der dritte - oder wars der vierte - Bauleiter war benannt, bevor wir zum ersten Mal einen sahen. Er malte uns unsre rosige Zukunft aus und besichtigte Grundstück und 4-m-Zufahrt. Er hatte auch schon mal ein großes Schild aufgestellt: Hier zieht bald Freude ein und natürlich Heinz von Heiden, man muss ja auch wissen, wer die freudige Überraschung baut. Wir brieften ihn auf die Baubegleitung durch den Verband privater Bauherren (VpB), das wusste er nicht. Er gab uns Hausaufgaben mit, die wir eifrig erledigten.

In einer Mail vom 02.09.15 teilte er uns dann mit, die Einfriedungsmauer zur Straße hin müsse komplett weg, leider ginge es wegen der Bauunternehmen nicht anders, er hätte sie ja gerne erhalten. Wir erhoben die Kosten falls wir dem zustimmen würden. Da hing ja der neue Gehweg der Gemeinde dran, wir hätten alles hinterher neu machen müssen und auch einen Bauzaun gebraucht. Der Betrag war knapp fünfstellig. Wir erhoben den mutmaßlichen Nutzen und die Notwendigkeit für das Bauunternehmen beim Gutachter des Verband privater Bauherren. Der Vorteil für den Bauprozess wurde geschätzt auf grob nicht mal ein Zehntel dessen, was sie uns dafür Schaden hätten zufügen müssen. Wir lehnten ab,das Thema war sofort tot.

Nächstes Thema war die Tiefbauerbeauftragung, wo uns partnerschaftliche Zusammenarbeit in Aussicht gestellt wurde. Der Bauvertrag von Heinz von Heiden regelt eine Kooperationspflicht. Wir durften mit den Massenberechnungen des Bauleiters Angebote einholen bei den Unternehmen, die Heinz von Heiden ebenfalls um Angebote gebeten hatte, auch außerhalb deren Pool, nur wollte da keiner. Dann durften wir aussuchen, ob wir dem Angebot, das Heinz von Heiden angenommen hatte, folgen wollten oder dem, das wir selbst erhoben hatten. Wählte man ein anderes als das, das Heinz von Heiden gewählt hatte, so musste man die Bauleitung bis nach dem Gründungspolster selbst übernehmen und es fiel aus der Gewährleistung.

Wir holten ein, leiteten zu (Kooperation), boten Gemeinsamkeit an - ohne Antwort übrigens – Heinz von Heiden hatte längst den für die Bauherrschaft ungünstigsten Anbieter genommen, Differenz: Mehrere Tausend Euro zu unsren Ungunsten. Es hatte nie eine Wahl gegeben, die unsre Interessen angemessen berücksichtigt hätte. Unser Grundstück war gut bebaubar, eigentlich relativ nahe an Idealbedingungen. Ich monierte beim Kundenbetreuer, er nannte das Verfahren transparent und fair und grüßte mich herzlich. Wir nahmen das Gründungspolster unter unsre Fittiche, das ist eine Einladung bei jedem späteren Riss zu einem Das-war-Ihr-Tiefbauer-das war-Ihr-Rohbauer-Spielchen. Man kann bei dieser Entscheidung nicht gewinnen. Heinz von Heiden erstattete € 1.551.- , wir bezahlten dem Tiefbauer € 5.600.- für Gründungspolster, Prüfung dafür und Baustraße, wobei diese mündlich noch im dreistelligen Bereich kommuniziert wurde.

Die Bauzeit war angelaufen, die Einplanungszeit war vorüber, inzwischen hatten wir bereits die nächste Bauleitung. Wir brieften sie auf bereits kommunizierte Kontaktadressen, die Baubegleitung, sie wusste das nicht. Sie erfragte beim Vorgänger, ob die Garage bereits bestellt sei: Nein. Beredtes Schweigen, gesenkte Augen.

Die komplette und bis heute nicht abgeschlossene Beschreibung des Bauvorhabens (Bautagebuch) findet ihr auf dem Bauhilfe-Forum.

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Bauzaun
von: Jonas

Guten Tag liebe Mitleser,
vielen Dank für diesen informativen Beitrag. Ein Bekannter von mir möchte seinen Traum verwirklichen und endlich sein eigenes Haus bauen bzw. bauen lassen. Zurzeit informiert er sich im Internet darüber, worauf er beim Hausbau achten muss, auch in Bezug auf Bauzäune, damit die Baustelle angesperrt ist. Dazu haben wir folgendes Unternehmen gefunden, welches Bauzäune vermietet: http://www.hansabaustahl.de/bauzaun/

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Unabhängige Baubegleitung
von: Wilfried

Ich weiß, dass es heute nichts mehr hilft, wenn ich darauf hinweise, was zu tun gewesen wäre, um all die Probleme zu vermeiden. Für gestern klug zu sein, ist jedenfalls keine Kunst und daher verzichte ich hier auch darauf, im Nachhinein "gescheit daherzureden". Aber vielleicht können ja andere interessierte Leser aus meinem folgenden Kommentar etwas lernen...

Als Baufachmann mit jahrzehntelanger praktischer Berufserfahrung kann ich jedenfalls mit Sicherheit behaupten:

Es spielt absolut keine Rolle, WER der Vertragspartner eines Bauherrn ist. Der gegenständliche "Fall" ist demnach nicht deshalb da und dort aus den Fugen geraten, weil es um Heinz von Heiden geht - vielleicht auch deshalb, aber jedenfalls nicht nur deshalb.

Das sage ich aber ausdrücklich nicht, um Heinz von Heiden in irgendeiner Weise zu "verteidigen". Als völlig unabhängiger Baufachmann kann ich vielmehr mit bestem Gewissen behaupten, dass es bei der Art und Weise, wie dieses Bauvorhaben abgewickelt wurde bzw. noch wird, auch mit jedem anderen Hausanbieter zu ähnlichen Problemen gekommen wäre.

Warum ich das behaupte, ist ganz einfach erklärt: Weil es schlicht und einfach kein einziges Bauvorhaben gibt, bei dem es keine Probleme gibt. Und weil das nun einmal so ist, empfehle ich allen privaten Bauherrn schon immer, dass sie in jedem Fall rechtzeitig eine unabhängige, professionelle Hilfe in Anspruch nehmen sollten, WENN irgendetwas unklar ist und sich irgendwelche Probleme abzeichnen. Und zwar unabhängig davon, von wem und in welcher Bauweise das Haus gebaut werden soll und auch unabhängig davon, was alles vom Bauherrn in Eigenregie erledigt werden soll.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass den meisten Bauherrn sehr wohl schon ganz am Anfang ihres Weges zum eigenen Haus völlig klar ist, dass ein Bauprojekt eben nur dann in jeder Hinsicht wirklich erfolgreich abgewickelt werden kann, wenn sich der Bauherr immer dann, wenn etwas unklar ist, von einem Baufachmann zumindest erklären lässt, WANN WAS WIE zu tun ist, um alle nur erdenklichen Hausbau-Hürden möglichst problemlos zu überwinden.

Noch interessanter ist, dass die meisten privaten Bauherren genau DAS nicht tun - nämlich rechtzeitig die professionelle Hilfe eines unabhängigen Beraters in Anspruch zu nehmen. Warum das so ist, habe ich noch nicht schlüssig herausgefunden. Vermutlich liegt es an den allseits bekannten Vorurteilen, dass man sich einen Architekt oder Baubegleiter nicht leisten könne, dass man nicht wisse, wo man einen Baubegleiter auftreiben soll oder was auch immer.

Tatsache ist, dass sich eine professionelle Baubegleitung immer bezahlt macht und in der Regel durch erzielte Einsparungen auch weitgehend selbst finanziert.

Mehr Erfolg beim Hausbau!

Wilfried Ritter
Autor und Herausgeber
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HSB | Haus-Selber-Bauen.com
Bauhilfe24.com

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