Baukosten Holz-Fertigbau

von Lukas
(Österreich)

Ich versuche gerade, für meine Bank den Eigenanteil unseres Bauvorhabens zu berechnen. Dabei finde ich nirgends Angaben zu folgendem Bauabschnitt: Bauart - Holzständer Fertigbau. Ich werde in Eigenleistung alle Innenwände mit Dämmung versehen und mittels OSB- und Gipskartonplatten verschließen. Es handelt sich dabei um ein 160m² großes, zweistöckiges Einfamilienhaus. Wie groß kann man für diese Arbeit den eingesparten Arbeitslohn, bzw. den Wert an Eigenleistung beziffern? Für Ihre schnelle Antwort bin ich Ihnen sehr dankbar!Lukas

Antwort:

Hallo Lukas, dass Sie auf meiner Webseite keine Angaben der Kosten für unterschiedliche Bauweisen findet, hat einen guten Grund. Bitte hier nachlesen: Wie viel kostet ein Haus aus Holz? Wenn es um die Finanzierung der Baukosten für ein Einfamilienhaus geht, sollten Sie immer daran denken, dass vor allem auch die Banken sehr genau wissen, wie viel ein bezugsfertiges Haus am Ende kosten wird. Für die Banken ist es dabei im Wesentlichen völlig unerheblich, in welcher Bauweise ein Haus errichtet werden soll.


Und ganz wichtig: Bei der Bewertung des Kreditvolumens werden allfällige Eigenleistungen üblicherweise nicht bewertet. Eine Bank geht in der Regel nämlich immer davon aus, dass sich der Kreditwerber in jedem Fall die Gesamtkosten für das geplante Haus leisten können muss - und zwar unabhängig davon, wer das Haus tatsächlich baut.

Ich empfehle Ihnen daher, den Finanzierungsbedarf für Ihr Haus so zu berechnen, als würden Sie selbst keine Eigenleistungen erbringen! Damit haben Sie schon rechtzeitig einen unbedingt erforderlichen Sicherheitspolster für Ihre Baufinanzierung geschaffen. Und wenn Sie dann - was aus vielen Gründen aber überhaupt nicht sicher ist - später durch Eigenleistungen tatsächlich etwas einsparen, umso besser.

Verschwenden Sie daher in der wichtigen Finanzierungsphase am besten nicht die Zeit damit, herausfinden zu wollen, wie hoch die Arbeits- und Materialanteile der verschiedenen Bauleistungen tatsächlich sind. Um wirklich exakte Angaben darüber zu bekommen, wie viel alles im Detail kostet, gibt es nämlich ohnehin nur eine einzige Möglichkeit:

Sie müssen über eine professionelle Bauausschreibung für jedes einzelne Gewerk ein Leistungsverzeichnis mit allen nötigen Leistungspositionen (unterteilt in Arbeits- und Materialanteil) erstellen (lassen) und damit von mehreren Firmen vergleichbare Angebote einholen.

Erst dann können Sie zumindest halbwegs feststellen, wie viel im Fall der Fälle IHRE Eigenleistung wert wäre. Die im Angebot ausgewiesenen Kosten für die Arbeitsanteile sind dabei aber NICHT jene Kosten, die IHRE Eigenleistungen bewerten. Diese Arbeitsanteile sind vielmehr die kalkulierten Lohnanteile der ausführenden Profis, die mindestens doppelt so schnell arbeiten wie ein Laie, meistens unterm Strich noch viel schneller.

Und wenn Sie dann auch noch berücksichtigen, dass Firmen beim Materialeinkauf wesentlich günstigere Preise erzielen als Private, können Sie sich vielleicht schon heute "ausrechnen", dass Sie mit Eigenleistungen am Ende doch nicht so viel einsparen, wie Sie vielleicht anfänglich vermuten... Werfen Sie bei Bedarf bitte auch einen Blick auf meine Infoseite Die 3 größten Fehler beim Hausbau.

Mehr Erfolg beim Hausbau

Wilfried Ritter
Autor und Herausgeber
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BaukostenManager.com
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