Erschliessungskosten – Wer zahlt und wofür?

von Stefan Schröder
(Hamburg)

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Erschliessungskosten, häufig auch als Erschliessungsbeitrag bezeichnet, sind kommunale Abgaben, welche Grundstückseigentümer für den Anschluss ihres Grundstücks an die üblichen Versorgungsnetze bezahlen müssen. In der Regel fallen diese Kosten nur an, wenn ein Grundstück neu bebaut werden soll, denn bereits bestehende Immobilien sind im Normalfall bereits an alle wichtigen Versorgungsnetze angeschlossen.

Erschliessungskosten lassen sich generell in zwei Kategorien unterteilen: technische und verkehrsmäßige Erschliessungskosten. Zu den technischen Kosten gehören der des Grundstücks Anschluss an wichtige Versorgungsquellen wie Strom, Gas und Wasser sowie an die Kanalisation. Verkehrsmäßige Erschliessungsbeiträge hingegen zählen vor allem anteilige Kosten des Grundstückseigentümers an der umliegenden Infrastruktur. Dazu können unter anderem Straßenbau, Instandhaltung von Gehwegen, Beleuchtung aber auch öffentliche Anlagen wie Parks oder Kinderspielplätze gehören. Es kann auch vorkommen, dass Erschliessungskosten für den Anschluss an das Telefon- und TV-Netz erhoben werden.

Wer ein Grundstück bebauen möchte, muss dieses erschließen lassen, denn nur so wird das potentielle Bauland zu tatsächlichem Bauland, welches bebaut werden darf. Daher ist in der Regel eine Erschliessung des Grundstücks auch zugleich eine der Voraussetzungen für die Ausstellung einer Baugenehmigung. Laut §129 des Baugesetzbuches kann der Grundstückseigentümer mit bis zu 90% an den Kosten für die Grundstückserschliessung beteiligt werden. Die genaue Höhe der Erschliessungskosten lässt sich dabei jedoch nicht genau im Voraus bestimmen, denn sie ist von dem für die Erschliessung benötigten Arbeits- und Materialaufwand abhängig.

Zudem gibt es keine bundesweite, einheitliche Festlegung der Höhe der Erschliessungskosten, so dass diese sich von Kommune zu Kommune unterscheiden. Generell gilt aber: je näher ein Grundstück an der nächsten Hauptversorgungsstelle liegt, desto günstiger fällt die Erschliessung aus. Besonders günstig ist es, wenn die benötigten Anschlüsse bereits direkt am zu bebauenden Grundstück liegen und nur noch die Verbindungen zur Immobilie gelegt werden müssen. Umgekehrt kann die Erschliessung eines Grundstücks dann sehr teuer werden, wenn die nächste Versorgungsstelle sehr weit entfernt ist oder wenn das Grundstück noch keinen Anschluss an das Straßennetz hat.

Für angehende Bauherren empfiehlt es sich, bei der Grundstückswahl darauf zu achten, inwiefern das Grundstück bereits erschlossen wurde. Zwar sind bereits erschlossene Grundstücke teurer als unerschlossene, da die Erschliessungskosten mit einberechnet wurden, dafür hat man jedoch einen Fixpreis, bei dem es nicht zu unangenehmen Überraschungen auf Grund hoher Erschliessungskosten kommen kann. Auch kann bei einem bereits erschlossenen Grundstück natürlich schneller mit dem Bau begonnen werden. Achten Sie auf jeden Fall auch darauf, ob das Grundstück komplett oder vielleicht nur teilweise erschlossen wurde, denn auch in einem solchen Fall können weitere Kosten auf Sie zukommen.

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