Feuchtigkeitssperre im EG - kein Keller

by bretterbude
(Niederbayern)

ist es falsch, die Feuchtigkeitssperre




(V60-umgangssprachlich-teerpapp)
zum Befestigen der Rohrleitungen (HZG,SAN,Elektro)
wieder zu durchbohren (Pins, Dübel+Schrauben)?

Oder wie sollte man die Leitungen sonst fixieren?

Verrohrung auf RFB (Bungalow ohne Keller)




Antwort:


Hallo "bretterbude" aus Niederbayern,

kurz und bündige Antwort: Ja, es ist falsch, die Feuchtigkeitssperre zu durchbohren.

Normalerweise werden die Rohleitungen lose auf der Feuchtigkeitsisolierung verlegt. Bei den Heizungsrohren, den Kalt- und Warmwasserleitungen und bei den Sanitärleitungen ist das nicht unbedingt ein Problem. Durch das Eigengewicht und die Steifigkeit der Rohre können diese ohne Befestigung relativ einfach verlegt werden. Aber nicht kreuz und quer, sondern mit System. Beispielsweise im Abstand von 20 cm entlang der jeweiligen Wände. Oder bei den kürzesten Leitungswegen gebündelt innerhalb eines festgelegten Breichs.

Problematischer kann es bei den Elektroinstallationsleitungen werden. Immerhin kommt hier eine ganze Menge an Leerrohren zusammen. Dazu werden die verschiedenen Leitungen an einigen Punkten gekreuzt und es geht im wahrsten Sinne des Wortes drunter und drüber.

Trotzdem lose verlegen und mit der ersten Dämmschicht möglichst gut einklemmen. Das heißt, die Dämmung (Porit, extrudiertes Polystyrol oder dgl.) sauber an die Leitungsbündel anarbeiten. Die zweite Dämmschicht kreuzweise darüber legen. Alle Zwischenräume mit zurechtgeschnittenen Dämmplattenteilen ausfüllen.


Allerdings wird die Dämmschicht dadurch in den Leitungsbereichen geschwächt und es kann hier zu entsprechenden Wärmeverlusten kommen. Aber wie gesagt: So wird es "normalerweise" gemacht.

Für eine optimale Lösung sollten Sie eine entsprechend hohe Fußbodenaufbauhöhe einplanen. Dann können die verlegten Leitungen mit einer Leichtbeton-Mörtelschicht (z.B. mit Dämmgranulat, Perlite oder ähnlichem) vollflächig eingepackt werden. Das heißt, alle Rohre und Leitungen werden bis zur Leitungsoberkante mit einer Ausgleichsschicht komplett eingepackt. Damit bekommen Sie eine komplett ebene Fläche für den eigentlichen Fußbodenaufbau und alle Leitungen werden damit dauerhaft fixiert. Und wie die Feuchtigkeitsisolierung auch geschützt.

Diese Vorgangsweise ist vor allem auch im Hinblick auf möglichst wenig Wärmeverluste sehr effizient. Allerdings sollten Sie schon mindestens 30 cm Aufbauhöhe einplanen.

Übrigens: Mit einer Energiespar Bodenplatte können Sie das Problem noch eleganter lösen...

Mehr Erfolg beim Hausbau!

wilfried-admin

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