Gedanken zum Kellerbau

von Anonymus
(Auch schon egal)

Ich habe mir die Argumente, die gegen einen Keller sprechen sollen, gut durchgelesen, aber wo nun die Vorteile liegen sollen, KEINEN Keller zu bauen, ist mir angesichts der Argumentation wenig klar. Es ist die Rede von einem Keller mit Außenabmessungen von ca. 10,0 m x 8,5 m. Das sind dann ja. ca, 70m² Nutzfläche.


Anstatt diese Fläche zu nutzen, soll ich also fürs selbe Geld ein Nebengebäude bauen, was mir 30m² Nutzfläche bietet und ein größres Grundstück erfordert. Die Rechnung geht für mich schon irgendwie nicht auf. Das Haus grösser bauen, um 17m² Wohnfläche zu gewinnen (und wieder eine grössere Grundfläche zu benötigen) und auf 70m² Nutzraum verzichten, klingt nun auch nicht so sinnvoll.

Ich würde den Keller nun für Technikraum, Waschküche und Bastelkeller brauchen und Abstellmöglichkeiten wären auch nicht verkehrt. Mag sein, dass man all das auch in 30m² unter bekommt, aber warum sollte man das tun, wenn man fürs selbe Geld 70m² bekommt? Ich hätte ja nichts dagegen auf einen Keller zu verzichten, wenn es wirklich Argumente dafür gibt, aber so klingt das nicht wirklich überzeugend. Anonym
(Leider)

Anmerkung von Wilfried

Vorab eine kurze Anmerkung: Anonyme Beiträge werden von mir normalerweise nicht kommentiert - in diesem Fall mache ich aber eine Ausnahme, weil das Thema interessant ist. Trotzdem frage ich mich, warum Sie hier als "Anonymus" auftreten. Vielleicht selbst doch nicht so ganz überzeugt von IHRER Meinung? Egal...

Es geht hier jedenfalls in keiner Weise darum, jemanden "überzeugen" zu wollen, keinen Keller zu bauen. Vielmehr sollte der Beitrag auf meiner Infoseite Bauetappe Keller bauen lediglich zum Nachdenken anregen. Wenn SIE einen Keller bauen wollen, ist das Thema übrigens ohnehin schon erledigt. Beim geringsten Zweifel sollte sich nämlich jeder Bauherr sicherheitshalber FÜR einen Keller entscheiden - weil die Entscheidung später nicht mehr rückgängig gemacht werden kann.

Ob und wofür Sie nun einen Keller tatsächlich brauchen, können jedenfalls ohnehin nur Sie selbst beantworten. Tatsache ist, dass ein Haus ohne Keller weniger kostet. Und ob Sie nun tatsächlich "Ersatz" für die "verlorene" Nutzfläche schaffen müssen, oder ob diese "Reserveflächen" vielleicht nicht ohnehin schon in den (zu groß) geplanten überirdischen Geschoßen "vorhanden" sind, hängt naturgemäß von der Planung Ihres Hauses ab.

Wäre Letzteres der Fall, könnten Sie vermutlich auf einen Keller verzichten und Sie würden eine Menge Geld sparen. Weil die in meinen Beispielrechnungen angeführten Ersatzflächen überhaupt entfallen würden. Ist Ihr geplantes Wohnhaus allerdings tatsächlich so "klein", dass darin nichts anderes mehr Platz findet, als nur die benötigten Wohnräume, wäre ein Keller wiederum sicherlich eine Überlegung wert.

Aber noch einmal: Es geht nicht darum, die Nutzflächen zu vergleichen. Es geht um die tatsächliche Nutzung. Was haben Sie beispielsweise von einem 30m² großen Kellerraum ohne Sonnenlicht, wenn Sie in Wirklichkeit ein helles Arbeitszimmer mit Sonnenlicht viel besser gebrauchen könnten. Auch wenn dieses "nur" 13 m² haben sollte?

Muss ein "großzügiger" Technikraum unbedingt im Keller untergebracht sein, nur weil dort "viel Platz" vorhanden ist? Oder könnte die Haustechnik nicht auch in einem 5m²-Raum eingeplant werden?

Wie auch immer: Aus Erfahrung weiß ich, dass viele Häuser viel zu groß gebaut werden. Und trotzdem einen Keller haben. Weil dieser eben einfach dazu gehört. Alles zusammen ergibt zwar viel "Nutzfläche", in Wirklichkeit werden diese Flächen aber meistens nur deshalb "genutzt", weil sie schlicht und einfach schon einmal vorhanden sind.

Es ist nämlich kein Problem, vorhandene Räume mit allem möglichen Zeug "aufzufüllen". Auch Sie werden Ihre beispielhaften 70 m² Nutzfläche voll bekommen. Und wenn Sie doppelt so viel Nutzfläche zur Verfügung hätten, werden Sie mit der Zeit auch diese Flächen füllen können - daran besteht kein Zweifel. Damit wird der Keller in der Regel aber nur zu einem exklusiven Lagerraum "umfunktioniert".

Schlussendlich geht es also gar nicht darum, zu berechnen, was Sie als "Ersatz" für den allfälligen Verzicht auf einen Keller investieren müssen. Vielmehr sollten Sie sich einfach grundsätzlich die Frage stellen, welche Nutzflächen SIE tatsächlich brauchen. Vor allem auch wofür? Wie gesagt: Ich zweifle keine Sekunde daran, dass Sie spätestens dann, wenn Sie den Keller schon einmal haben, auch eine "Verwendung" für diesen finden werden.

Zum Abschluss noch etwas zur Erklärung: Natürlich hat meine ganz persönliche Einstellung zu einem Keller einen ebenso persönlichen Hintergrund. Vor allem die Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren mit dem Keller in meinem Haus gemacht habe. Und wenn Sie möchten, können Sie gerne noch einen Blick auf meine ganz persönliche Keller-Geschichte werfen.

Mehr Erfolg beim Hausbau!

Wilfried Ritter
Autor und Herausgeber
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HSB | Haus-Selber-Bauen.com
HBM | HausbauManager.com

PS: Unzählige, perfekt geplante Häuser beweisen, dass es - ohne "Vergrößerung" der ursprünglichen Planung - auch ohne Keller geht.

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