Haus aus der Architektenfeder: smart und trotzdem günstig

von Hendrik Larssen
(Bremen)

Je individueller ein Haus, desto teurer – eine Weisheit, die nicht unbedingt stimmen muss. Ein vom Architekten entworfenes Eigenheim ist zwar kostspieliger als ein Fertighaus, allerdings gibt es an vielen Stellen Sparpotenzial. Werden diese Details beachtet, ist der Weg zum Haus nach den eigenen Wunschvorstellungen nicht so teuer, wie gedacht.

Die Devise: kompakt bauen

Die Größe ist ein zentraler Kostenfaktor. Dabei müssen kleinere Grundstücke und Häuser keineswegs weniger Lebensqualität bieten. An dieser Stelle kommen Planung und Raumausnutzung ins Spiel.


Ein geschickt konzipiertes Haus mit 120 Quadratmetern kann dieselbe Nutzfläche aufweisen wie ein Haus mit 150 Quadratmeter, ist aber gleichzeitig deutlich günstiger. Generell gelten 120 Quadratmeter als Obergrenze für richtig günstige Häuser. Der Vorteil von eher kleineren Bauten liegt nicht nur in den Anschaffungskosten begründet, sondern bedeutet auch weniger laufende Kosten. Im Hinblick auf die Heizkosten ist es wichtig, möglichst kompakt zu bauen. Je weniger Außenfläche, desto besser für die Heizkosten. Schöne Spielereien wie ein Erker schlagen beim Bau mit mehreren tausend Euro zu Buche und verschlechtern die Energiebilanz des Hauses.

Günstig einkaufen leicht gemacht

Ebenfalls wichtig für die Heizkosten: Steht das Haus alleine oder nicht? Doppelhaushälften bedeuten wesentlich geringeren Heizaufwand, da etwa ein Viertel der seitlichen Außenflächen vom anderen Haus abgedeckt wird. Doch zurück zum Bau: Bauherren sind gut beraten, die Materialbeschaffung nicht alleine dem Bauunternehmen zu überlassen.
In den großen Baumärkten großen Baumärkten gibt es viele Beton-Fertigteile zu kleinen Preisen, mit etwas Glück auch als Restposten. Im Optimalfall - also bei günstigen Materialien und einem kleinen, aber gut genutzten Grundstück - kann das Architektenhaus weniger als 200.000 Euro kosten; angesichts der individuellen Klasse des Eigenheims schon fast ein Schnäppchen.

Aufgepasst: nicht am falschen Ende sparen

Eine weitere Weisheit angehender Häuslebauer: Mit Eigenleistung können Baukosten gespart werden. Das ist grundsätzlich richtig, allerdings muss immer bedacht werden, dass die Ersparnis nur dann realisiert wird, sofern man auch wirklich weiß, was man tut. Und genau daran hakt es in vielen Fällen - Fehleinschätzungen sind gerade bei unerfahrenen Bauherren an der Tagesordnung und können immense Zusatzkosten und Verzögerungen bedeuten.

Oft ist es demnach besser, die komplette Ausführung den Profis zu überlassen. Das kostet zwar einige Euros extra, garantiert aber einen reibungslosen Ablauf und das gewünschte Ergebnis. Spätestens, wenn es an die Gestaltung des Inneren geht, ist dann auch die eigene Initiative gefragt. Es empfiehlt sich jedoch, schon bei der Bauplanung mit dem Architekten über die gewünschte Stilrichtung zu sprechen, da er die Feinheiten dann auch in die Fassade miteinfließen lassen kann.

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