Intelligente Haustechnik

von Henry
(Thüringen)

Mit großem Interesse lese ich ihr Hauskostenbuch in Vorbereitung eines neues Bauvorhabens.


Insbesondere geht es mir um die Themenfelder Intelligente Haustechnik und den Bau eines Indoor-Schwimmbeckens in einem ca. 100m2 großen Freizeitbereich.

Ich bin völlig unbedarft und will mich nun über die richtigen und hilfreichen Informationen in die Themen einarbeiten.Meine zunächst ganz pauschale Frage hierzu wäre:

Haben oder kennen Sie einen aktuellen Informationspool zu beiden Themen, der alle Grundsätze, Besonderheiten, Möglichkeiten, relevante Systeme, sonstige Anforderungen usw. beinhaltet.

Gerne auch mit Richtpreisen bzw. Faustformeln.

Viele Grüße,
Henry

Antwort

Hallo Henry,

Ihre Frage nach einem aktuellen "Informationspool" könnte ich eigentlich in aller Kürze beantworten und zwar so:
"Wenden Sie sich an einen Architekt (oder an ein Baumanagementbüro) und lassen Sie sich umfassend beraten."

Allerdings ist die Sache dann doch wieder nicht so einfach. Und daher ist meine Antwort auch "etwas" länger ausgefallen...

Wie Sie vielleicht schon in meiner Hausbau Erfolgsformel nachgelesen haben, hilft Ihnen nämlich die beste Beratung nichts, wenn SIE nicht vorher genau festlegen, was SIE genau haben möchten.

Und wie Sie das gerade selbst erleben, ist tatsächlich ausgerechnet dieser relativ harmlos scheinende Punkt IMMER die größte Hürde.

Das Problem dabei:
Man kann sich schlicht und einfach erst dann für etwas Konkretes entscheiden, wenn man einmal in Erfahrung gebracht hat, was es überhaupt alles gibt.

Ich gehe stark davon aus, dass der Fall bei Ihnen ähnlich liegt?

Wenn Sie mich jetzt aber fragen, wie Sie nun weiter vorgehen sollten, darf ich Ihnen vorerst empfehlen, im Grunde genommen exakt so vorzugehen, wie ich das in meiner Hausbau-Erfolgsformel auf der vorletzten Seite unter dem Punkt "Königsweg" beschrieben habe.

haus selber bauen Bitte hier klicken zur Hausbau Erfolgsformel

Es spielt übrigens keine wesentliche Rolle, wie groß Ihr geplantes Bauvorhaben ist. Egal, wie hoch Ihre Investitionssumme auch sein mag, der Ablauf eines Bauprojektes ist immer gleich:

1. Festlegung der Investitionskosten. (Wie viel darf alles kosten?)
2. Grundsatzentscheidungen treffen. (Was möchte ich konkret haben?)

Den ersten Punkt können nur Sie alleine beantworten.
Um den 2. Punkt erledigen zu können, haben Sie eigentlich nur eine einzige Möglichkeit:

Sie erzählen einem Fachmann (Architekt oder Baumanagementbüro), was Sie haben möchten oder wie Sie sich das Endergebnis vorstellen und erteilen einen Auftrag für die Erstellung eines Vorentwurfs samt Kostenschätzung.

Abhängig davon, wie konkret Sie dem Fachmann Ihre Vorstellungen vermittelt haben, werden vermutlich mehrere Vorentwürfe nötig sein, um Ihre Zustimmung zu finden. Der Fachmann wird sich also Ihren Vorstellungen Schritt für Schritt nähern. Die Ergebnisse der Kostenschätzung sowie des Vorentwurfs werden dabei maßgeblich von der Qualität der von Ihnen zur Verfügung gestellten Informationen abhängen. Je mehr, desto besser.

Am Ende dieser "Bedarfsermittlungsphase" werden Sie aufgrund der Erkenntnisse sowohl in optischer als auch in finanzieller Hinsicht eine gute Entscheidungsgrundlage haben.

Auf Ihre konkret angesprochenen Themen bezogen, sollten Sie also z.B. festlegen, was Sie von der Haustechnik erwarten. Dabei ist grundsätzlich zu beachten, dass ein intelligente Haustechnik nur mit einem sogenannten KNX/EIB Bussystem möglich ist.

Hört sich aufregend an, ist aber im Wesentlichen eine relativ unkomplizierte Angelegenheit: Vereinfacht gesagt, wird bei einem Bussystem im Gegensatz zu einer herkömmlichen Elektroinstallation einfach ein zusätzliches "Steuerkabel" mitverlegt, wodurch sich dann völlig flexibel alles steuern lässt.

Ein Beispiel:
Um eine Deckenleuchte zum Leuchten zu bringen, wird mit einem ganz normalen Lichtschalter der "Befehl" erteilt, entweder zu leuchten oder nicht.

Bei einem Bussystem kann die "Steuerung" der Deckenleuchte ein Sensor übernehmen. So könnte ein Lichtsensor die Lichtintenstität messen und der Deckenleuchte dann den Befehl zum Einschalten geben, wenn es nötig ist (Abenddämmerung).

Das Ganze kann auch kontinuierlich vor sich gehen. Wird es draußen gleichmäßig dunkler, leuchtet innen die Deckenleuchte gleichmäßig immer heller. Damit das alles funktioniert, sind "lediglich" entsprechende Steuergeräte einzubauen, die alle untereinander vernetzt werden.

Bei Neubauten sollte heute übrigens nicht mehr auf ein Bussystem verzichtet werden, wobei es vorerst unerheblich ist, welche Steuergeräte später installiert werden. Hauptsache, die Basisinstallation (mit zusätzlichem Steuerkabel) wird ausgeführt. Was später alles damit "angestellt" wird, kann immer noch entschieden werden. Jedenfalls können Sie davon ausgehen, dass durch ein Bussystem der intelligenten Steuerung eines Gebäudes beinahe keine Grenzen mehr gesetzt sind.

Ganz gute Informationen über das Bussystem (auch Installationsbus) finden Sie beispielsweise hier:
Installationsbus KNX

Fazit: Ein Bussystem ist ein absolutes Muss.

Allerdings nicht nur, weil Sie damit eine Deckenleuchte "steuern" können. Viel interessanter wäre es beispielsweise, die komplette Haustechnik über Ihren PC, das Smartphone oder Tablet zu steuern. Wie gesagt: Die Möglichkeiten sind schier grenzenlos...

Die Kosten:
Im Vergleich zu einer Standard-Installation kostet die Installation nach dem KNX/EIB Bussystem-Standard etwa 30 bis 40% mehr.

Etwas schwieriger wird vermutlich die Entscheidung, wie Ihr Freizeit- oder Wellnessbereich optisch aussehen soll und was dieser alles bieten soll:

Sauna, Dampfbad, Infrarotkabine oder was auch immer?
Einen ganz guten Überblick finden Sie beispielsweise hier:
Planungsideen

Pool mit Skimmer oder Pool mit Überlaufrinne und Ausgleichsbehälter? Hier erste Informationen:
Pools mit Überlaufrinne

Ideen für Ihren Wellnessbereich können Sie sich aber beispielweise auch hier holen:
Spa Oasen für Privatpersonen

Hinter dem Link hier oben versteckt sich übrigens ein österreichisches Unternehmen, das zu den weltweit besten gehört, wenn es um das Thema "Spa Anlagen” geht. Schauen Sie sich dort einfach ein bisschen um und sammeln Sie Eindrücke...

Anmerkung zu "Richtpreisen /Faustformel":
Alle Preise auf meiner Webseite sind Richtpreise, die Sie gerne als "Faustformel" für Ihre ersten Berechnungen heranziehen können.

Für Wellness-oder Freizeitanlagen kann ich Ihnen allerdings keine solchen Richtpreise nennen. Dazu ist dieses Thema zu spezifisch. Um herauszufinden, wie viel Ihr Bauprojekt kosten wird, sollten Sie sich daher schon rechtzeitig einem Fachmann (Architekt oder Baumanagementbüro) anvertrauen. Obwohl das naturgemäß mit Kosten verbunden ist, werden Sie dadurch trotzdem am Ende viel Geld und vor allem Zeit und Ärger sparen.

Bevor Sie einen Fachmann kontaktieren, sammeln Sie am besten einfach Ideen und Informationen. So, wie Sie das im vorliegenden Fall auch getan haben. Andernfalls hätten Sie ja meine Webseite nicht gefunden.

Mehr Erfolg beim Hausbau!

Wilfried Ritter
Autor und Herausgeber

BaukostenManager.com
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