Ist Ökogas wirklich gut für die Umwelt?

von Maike Blume
(Hamburg)

©istock.com/acilo

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Wenn man sein eigenes Haus bauen will, stellt sich unmittelbar die Frage, welche Energieform für die Erzeugung von Strom und Wärme verwendet werden soll. Dank der deutschen Energiewende haben Bauherren viele Möglichkeiten, in regenerative Energiequellen zu investieren. Eine Variante ist Ökogas.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz

Seitdem das Gesetz für den Ausbau der Erneuerbaren Energien (kurz: EEG) im Jahre 2000 verabschiedet wurde, ist viel passiert. Trotz mehrerer Novellen und Anpassungen hat sich der Zweck des Gesetzes nicht geändert. §1, Absatz 1 des EEG besagt, im Interesse des Klima- und Umweltschutzes:
  • eine nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung zu ermöglichen;
  • die volkswirtschaftlichen Kosten der Energieversorgung zu verringern;
  • fossile Energieressourcen zu schonen;
  • die Weiterentwicklung von Technologien zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien zu fördern.
Was heißt das konkret für Sie? Ihnen stehen heute eine ganze Reihe von regenerativen Energiequellen für die Erzeugung von Strom und Wärme zur Verfügung. Einige können Sie selbst in Ihrem Eigenheim umsetzen, andere können Sie von externen Partnern, z. B. Strom- oder Gasversorgern beziehen. Beispielsweise erhalten Sie sauberes Ökogas von LichtBlick.

Zu den erneuerbaren Energiequellen gehören:

  • Geothermie – Strom und Wärme werden aus Biomasse erzeugtSolarthermie – zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung
  • Photovoltaik – Stromgewinnung durch Sonnenenergie
  • Windkraftanlagen – Stromgewinnung durch Wind auf dem Meer oder an Land
  • Wärmepumpen

Entwicklung des Marktes für Ökogas

Als mittlerweile zweitwichtigste regenerative Energiequelle hat sich Biogas bzw. Ökogas bewährt. Laut Biogas-Monitoringbericht 2014 der Bundesnetzagentur wurden im Jahr 2013 von 144 Biogasanlagen in Deutschland 520 Millionen Normkubikmeter Biogas in Erdgasqualität ins Netz eingespeist. Dies entspricht einer Steigerung von 25,9 Prozent zum Vorjahr. Für 2020 hat das EEG ein Mengenziel von 6 Milliarden Normkubikmeter vorgesehen. Die Menge aus dem Jahr 2013 entspricht damit einem Anteil von 8,7 Prozent. Doch durch die zahlreichen Vorteile und die finanzielle Förderung zur Weiterentwicklung der Technologie wird sich dieser Anteil in den nächsten Jahren schnell erhöhen.


Zu beachten ist hierbei, dass Sie als Endkunde kein reines Ökogas beziehen, sondern ein Mischgas aus Erdgas und Biogas. Der Anteil des regenerativen Rohstoffs liegt derzeit noch im einstelligen Prozentbereich, wird aber stetig steigen, wenn auch die Nachfrage steigt. Betrachten Sie den Wechsel zu einem Ökogas-Anbieter wie LichtBlick daher als lohnende Investition in Ihre Zukunft als auch in diejenige Ihrer Kinder.

Vorteile von Ökogas

Ökogas hat nicht nur einen positiven Einfluss auf die Umwelt und das Klima, sondern auch wirtschaftliche Vorteile. Zunächst handelt es sich bei Ökogas um einen Brennstoff, dessen Ressourcen nahezu unbegrenzt und dauerhaft verfügbar sind. Bei Abfällen wie Pflanzenresten, Gülle oder Grünschnitt werden während der Gärung Gase, v. a. Methan, freigesetzt, die anschließend in Ökogas umgewandelt werden. Der CO2-Ausstoß ist nur so hoch wie die Masse ursprünglich an CO2 gebündelt hat. Die Folge: Die Energiebilanz bleibt positiv. Der pflanzliche Müll entsteht so oder so, gerade auch in landwirtschaftlichen Betrieben. Viele Biogasanlagen kooperieren daher mit umliegenden mittleren und kleinen Höfen. Für die Bauern bedeutet dies eine zusätzliche Einnahmequelle, für die Region insgesamt werden Arbeitsplätze in den Anlagen geschaffen. Das Ökogas kann zudem nach der Veredlung ins herkömmliche Erdgasnetz eingespeist werden und kommt als Gemisch beim Endkunden an.

Verbesserungspotenziale beim Ökogas

Die Grundlagen dieses Brennstoffes sind bereits sehr gut, jedoch müssen in den nächsten Jahren einige Bereiche optimiert werden. Beispielsweise ist die Veredlung sehr aufwendig. Außerdem verschlechtert sich die Energiebilanz, wenn man Anreisewege für die Biomasse in Lkws dazurechnet. Oftmals reicht das Material der umliegenden landwirtschaftlichen Betriebe nicht aus, um die Anlagen ökonomisch zu bewirtschaften. Auch können durch die Gärungsprozesse Geruchsbelästigungen in der Umgebung auftreten. Zudem erscheint, zumindest im Moment, der Anbau von Pflanzen für die Ökogasgewinnung rentabler als der Anbau von Nahrungsmitteln. Diese Monokulturen wirken sich langfristig auf die Qualität des Bodens aus und verringern die biologische Vielfalt.

Fazit

Nichtsdestotrotz ist Ökogas ein Brennstoff der Zukunft. Denn je mehr Rohstoffe im eigenen Land produziert werden können, desto unabhängiger wird Deutschland von externen Lieferanten. Die Vorräte fossiler Brennstoffe wie Erdöl und Erdgas schrumpfen, ihre Förderung wird immer teurer. Pflanzen sind dagegen fast unbegrenzt verfügbar. Getreide und Mais, die bis zu 18 Prozent der Rohstoffe für Biogas ausmachen, wachsen in den mitteleuropäischen Gefilden besonders gut. Je höher die Nachfrage nach dieser Art der Energiegewinnung wird, desto mehr Biogasanlagen werden gebaut, was mittel- und langfristig Arbeitsplätze schafft und sich nachhaltig und positiv auf die Umwelt auswirkt.

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