Kalkulation Baupreise

von Kurt
(Oberösterreich)

Wir befinden uns derzeit in der Kalkulationsphase und wollten nur kurz anfragen, ob die im Anhang befindliche Grobkalkulation, welche von einem Baumeister kurz überschlagen wurde, mit den angesetzten Preisen für Oberösterreich einigermaßen zutrifft oder ob Sie einzelne Punkte anders sehen bzw. bewerten würden.


Mit freundlichen Grüßen

Kurt

Antwort:


Servus Kurt,

ein nur flüchtiger Blickt auf die separat übermittelte Excel-Datei zeigt mir, dass sich Ihre Preise mit jenen auf meiner Webseite ziemlich genau decken. Unter Berücksichtigung der für Österreich gültigen Indexzahl (105,1) kann der von mir als Richtwert angeführte m²-Preis (1.450 x 1,051 = 1.524) daher sicherlich auch für OÖ als Richtpreis herangezogen werden.

Aber: Ich gehe in jedem Fall davon aus, dass sich bei Ihrem geplanten Bauvorhaben über eine professionelle Bauausschreibung mit Sicherheit noch wesentlich günstigere Preise erzielen lassen, wobei die Ausschreibung möglichst in die einzelnen Gewerke "zerlegt" werden sollte.

Konkret: Jedes Gewerk sollte extra ausgeschrieben und vergeben werden, wobei sämtliche Baumeisterarbeiten und die Zimmermannsarbeiten (sofern überhaut ein Dachstuhl geplant ist) aus abwicklungstechnischen Gründen möglichst zu einer einzigen Ausschreibung zusammengefasst werden sollten - muss aber nicht unbedingt sein. Dazu kommen dann noch Ausschreibungen für die Fenster, die Haustechnik, die Innenausbauarbeiten, für die Außenanlagen und für alle anderen Leistungen, die geplant sind (z.B. Poolanlage).

Natürlich besteht auch die Möglichkeit, sämtliche Leistungen auf einmal auszuschreiben und von geeigneten Generalunternehmern (GU) anbieten zu lassen. Nachteil: Sie müssen einen mitunter ziemlich hoch angesetzten GU-Aufschlag bezahlen.

Bei der Größenordnung Ihres geplanten Bauprojektes und unter der Annahme, dass zumindest die Entwurfsplanung bereits abgeschlossen ist (andernfalls könnte es keine Grobschätzung geben), würde ich aber so vorgehen, wie das auch Unternehmen tun oder Bauherrn, die sich lieber auf die eigenen Fähigkeiten konzentrieren:

Einen unabhängigen Baumanager (Baumanagementbüro) als Bauherrnvertreter beauftragen und von diesem das gesamte Projekt abwickeln lassen. Legen Sie dazu exakt fest, was SIE konkret erwarten und haben wollen, wie hoch Ihre Gesamtbaukosten maximal sein dürfen und vereinbaren Sie mit dem Baumanager eine Erfolgsbeteiligung - also eine anteilige Erfolgsprämie für das Unterschreiten der geplanten Projektkosten.

Wenn Sie alles professionell abwickeln lassen, ist es schlussendlich durchaus möglich, hochgerechnete m²-Preise von rund 1.000 EUR zu erzielen, zuzüglich etwa 10 bis 15% Honorar für das Baumanagement. Ihr derzeit angesetzter Richtpreis von 1.500 je m² lässt sich demnach durch ein professionelles Baumanagement relativ einfach noch kräftig reduzieren.

Solche Preise würden Sie allerdings nicht erzielen, wenn Sie Ihr Bauvorhaben - aus welchen Gründen auch immer - ohne Ausschreibung und ohne Baumanagement abwickeln würden. Damit liegt es eigentlich alleine in Ihrer Hand, ob aus Ihrem Traum vom eigenen Haus ein in jeder Hinsicht erfolgreiches Bauvorhaben wird.

Tipp: Überschätzen Sie nicht die Einsparungsmöglichkeiten durch Eigenleistungen.

Sie werden hier nur dann wirklich einsparen können, wenn SIE selbst Handwerker sind und dazu auch das nötige Fachwissen und die nötige Zeit haben, bestimmte Etappen selbst zu machen. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass viele Bauherrn - könnten Sie mit dem Hausbau noch einmal von vorne beginnen - heute so gut wie nichts mehr selbst machen würden. Trotzdem würde bei der Entstehung eines Hauses noch mehr als genug Arbeit für jeden Bauherrn übrig bleiben. Sicherlich auch für Sie.

Mehr Erfolg beim Hausbau!

Wilfried Ritter
Autor und Herausgeber
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