Mitgedacht: das altersgerechte Badezimmer

von Marina Janning
(Wuppertal)

Zuhause alt werden - das ist der Wunsch vieler Senioren. Schließlich haben sie den Großteil ihres Lebens in den eigenen vier Wänden verbracht. Schade, wenn das Eigenheim aufgrund baulicher Bedingungen den Ruhestand daheim nicht ermöglicht. Besonders kritisch sieht dies meist im Badezimmer aus. Hohe Wannenränder, Stufen und andere Hindernisse erschweren den Zugang zu den sanitären Objekten. Daher sollten Bauherren schon beim Hausbau auf eine altersgerechte Einrichtung achten.

Modern und barrierefrei: die bodengleiche Dusche

Seit einigen Jahren schwärmen Badbegeisterte von der bodengleichen Dusche. Dabei handelt es sich um eine flache Duschwanne, die einen ebenerdigen Übergang von Fußboden zum Duschbereich erlaubt. Anbieter wie Calmwaters haben eine Vielzahl von Modellen im Sortiment: Von Viertelkreis-Lösungen für den Einbau in die Raumecke über quadratische oder farbige Varianten ist vieles möglich.


Der große Vorteil zeigt sich in der Barrierefreiheit: Kein Rand, kein Hindernis erschwert den Zugang. Maximal zwei Zentimeter Höhenunterschied sind von der DIN Norm für Barrierefreiheit im Bad festgelegt. So können auch Personen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, mühelos in das frische Nass hinein rollen.

Eine andere Variante ist das Duschboard, das Bauherren in den Fußboden integrieren und dann nach Herzenslust befliesen. So entstehen moderne Duschbereiche in Holzoptik oder aus kleinen, maritimen Mosaiken. Wichtig ist, auf rutschfeste Fliesen zu setzen und auch die Reinigung zu bedenken. Fugen gelten nämlich als schwieriger zu reinigen, sodass große Fliesen oder die Duschwanne aus typisch keimarmen Sanitärmaterialien vorgezogen werden sollten.

Hohe Toilette – super bequem

Eine wahre Erleichterung für die alltäglichen Bewegungsabläufe bieten WCs mit einer höheren Sitzposition. Das Hinsetzen und Aufstehen fällt leichter, wenn der Hintern auf 46 bis 48 Zentimeter abgesenkt wird, statt der üblichen 40 Zentimeter. Das ist nicht nur ein prima Vorteil für Senioren, die unter Einschränkungen der Muskeln leiden, auch fitte Personen freuen sich über diese Bequemlichkeit.

Ebenso kann der Einsatz eines Dusch-WCs beziehungsweise eines speziellen Aufsatzes für Komfort auf der Toilette sorgen. Dabei übernimmt ein warmer Wasserstrahl die Reinigung; in einigen Fällen trocknet ein eingebauter Warmluftföhn sogar den Po, sodass keine Aufwendungen mehr von Nöten sind. Mehr dazu erfahren alle Interessierten zum Beispiel beim Online-Ratgeber dusch-wc-washlet.de.

Einfache Bedienung

Um das Badezimmer fit für das Alter zu machen, sollten Bauherren auf einfache Bedienungen achten. So eignen sich Einhandmischer besser als nostalgisch anmutende Wasserhähne und Armaturen mit zwei Griffen. Wassermenge und -temperatur sind schnell mit einer Hand eingestellt, während die andere für den sicheren Stand sorgen kann. Das gilt sowohl für die Armaturen in der Dusche als auch für den Einsatz am Waschbecken.

Auch bei der Wahl des Spülkastens sollten Bauherren auf eine einfache Bedienung achten. Die meisten modernen Varianten verfügen über leicht verständliche Revisionsplatten, die per Druck entweder kleine Mengen Wasser fürs kleine Geschäft nachspülen oder eine größere Menge bereitstellen.

Altersgerecht und wohnlich

Je nach Wunsch können und sollten Bauherren weitere Maßnahmen für das altersgerechte Wohnkonzept umsetzen. So gelten Türen, die nach außen hin zu öffnen sind, als gute Lösung, da einerseits Rollstühle mehr Bewegungsfläche erhalten und im Falle eines Sturzes andererseits Hilfe von außen eher eindringen kann. Doch nicht alle Möglichkeiten müssen mit dem Neubau in das Eigenheim integriert werden, sofern diese nicht aktuell von Nöten sind. Denn das Bad ist ein Raum zum Wohlfühlen geworden. Und ganz ehrlich: Sieht man jeden Tag all die Konzepte für das Leben mit körperlichen Beeinträchtigungen, kann das dem Raum seine schöne Atmosphäre kosten.

Für "später":

  • Ein barrierefreies, höhenverstellbares Waschbecken etwa ist auch nachträglich gut montiert. Ist die Bauherrenfamilie aktuell fit, lohnt sich diese Investition nicht.

  • Badewannenlifte oder nachträglich montierbare Türen stellen ideale Lösungen dar, wie die Badewanne auch bei körperlichen Beeinträchtigungen genutzt werden kann. Doch wirklich wohnlich wirkt der Raum damit nicht mehr.

  • Stütz- und Haltegriffe sind für viele Senioren wichtige Hilfsmittel im Bad. Am besten planen Bauherren mögliche Positionierungen direkt mit ein – aber warten mit Kauf und Installation so lange, bis sie drauf angewiesen sind. Solange unterstützen Duschstange, Schränke und Handtuchhalter bei der Gleichgewichtsfindung.

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