Pfahlgründung für Einfamilienhaus

von Martin
(DE)

Quelle: Rainer Knäpper, Wikipedia GFDL

Quelle: Rainer Knäpper, Wikipedia GFDL

Mir wurde per vorgeschriebenen Baugrundgutachten für mein geplantes EFH am Hang eine Tiefengründung (z.B. per duktile Pfähle mit Pfahlrost, weil am wirtschaftlichsten) vorgeschrieben. Und jetzt stellt sich die Frage, wie ich hier eine absolut dichte SCHWARZE Wanne realisieren kann (u.a. wg. feuchter Schichten) und evt. die vorher geplante XPS-Isolierung UNTER der Kellerplatte-Fundamentplatte beibehalten kann? Danke und beste Grüße, Martin.

Antwort

Hallo Martin, Ihre Frage ist sehr speziell und daher ohne Kenntnis der näheren Umstände leider nicht seriös zu beantworten. Das kann in Ihrem Fall nur ein Statiker, der auf Grundlage der bekannten Bodenkennwerte die für Ihr Bauvorhaben am besten geeignete Fundierung berechnet und plant. Ob bei Ihrem Bauvorhaben nun eine weiße Wanne oder tatsächlich ein schwarze Wanne sinnvoll ist, kann ich leider auch nicht beurteilen - Tatsache ist, dass sich bei einer Pfahlgründung beide Varianten problemlos realisieren lassen, wobei die XPS-Platten in jedem Fall unter der (biegesteifen) Bodenplatte eingebracht werden sollten.


Damit es zu keinen Wärmebrücken kommt, müssen hier nur die Bereiche, in denen die Bodenplatte auf den Pfählen oder den Rosten aufliegt, entsprechend gedämmt werden - also entweder die Pfahlköpfe bis zur frostfreien Tiefe mit XPS Platten dämmen oder die seitlichen Pfahlrostflächen.

Sie werden übrigens sicherlich einen Grund haben, warum Sie an eine schwarze Wanne denken und nicht an eine weiße - sicherer ist in jedem Fall eine weiße Wanne, wobei es auch bei dieser Entscheidung auf die örtlichen Boden- und Wasserverhältnisse ankommt. Ich selbst sehe jedenfalls keinen Vorteil einer schwarzen Wanne, welche normalerweise nur dann ausgeführt wird, wenn der Keller beispielsweise mit Betonsteinen gemauert wird, was bei einer Handlage aufgrund der auftretenden Lasten aber nach Möglichkeit vermieden werden sollte.

Um konkrete Antworten auf Ihre Fragen zu bekommen, führt also kein Weg an einem Statiker oder Architekt vorbei - auch dann nicht, wenn Sie den Keller vielleicht sogar in Eigenregie errichten wollen. Was Ihnen vielleicht jetzt schon hilft: Die Art und Weise, wie der Keller ausgeführt werden soll, hat im Wesentlichen nicht viel mit der Pfahlgründung zu tun - diese hat lediglich den Zweck, die Lasten des Gebäudes aufzunehmen.

Den Pfählen ist es also egal, ob darauf eine weiße oder schwarze Wanne errichtet wird. Oder anders gesagt: Die Pfähle selbst - egal, ob unverpresste oder mantelverpresste Duktilpfähle oder andere Bohrpfähle - haben jedenfalls keinen Einfluss auf die darüberliegende Bauausführung. Demnach können Sie Ihr Haus genauso planen, wie Sie das auch ohne Tiefengründung tun würden.

Mehr Erfolg beim Hausbau!

Wilfried Ritter
Autor und Herausgeber
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