Die private Bauausschreibung und der beste Zeitpunkt, um Angebote einzuholen

DASS beim Bau des eigenen Einfamilienhauses die Einhaltung der geplanten Baukosten nur dann möglich ist, wenn ein vollständiges Leistungsverzeichnis erstellt und daraus eine private Bauausschreibung gemacht wird, wissen Sie bereits. Noch nicht ganz klar wird Ihnen aber vermutlich sein, wann die Ausschreibungsunterlagen an die ausgewählten Baufirmen geschickt werden sollten. Genau das erfahren Sie hier...

Private Bauausschreibung

Wann genau sollen über eine private Bauausschreibung Angebote eingeholt werden?

Noch treffender formuliert: Wann ist der beste Zeitpunkt für den Versand der Ausschreibungsunterlagen an die ausführenden Bauunternehmen? Das kommt naturgemäß auf den geplanten Ausführungszeitrum an.

Im privaten Hausbau gibt es aber einige Besonderheiten, die nach Möglichkeit beachtet werden sollten. Diese Besonderheiten wirken sich einerseits  positiv auf die gesamte Bauabwicklung aus und andererseits können durchaus namhafte Einsparungen erzielt werden, wenn Sie sich an folgende Empfehlungen halten:

1. Bauausschreibungen Anfang des Jahres an die Firmen versenden

Die Wahrscheinlichkeit, günstigere Angebote zu bekommen, ist am Anfang eines Jahres größer als am Jahresende.

Nehmen wir also an, die Ausschreibungsunterlagen werden noch im Januar / Jänner oder im Februar an die Baufirmen versandt.

Damit fallen Sie in den Zeitraum, wo die Firmen die Auftragsbücher für die kommende Bausaison füllen müssen - und hier zählt nicht selten das altbewährte Sprichwort:

"Wer zuerst kommt, mahlt zuerst."

Tatsache ist, dass bei Baufirmen zu Jahresbeginn oft nur schleppend Anfragen einlangen, die Baufirmen aber unbedingt Aufträge einplanen müssen.

Frühzeitige Anfragen sind daher bei den meisten Bauunternehmen sehr willkommen und das wird üblicherweise auch mit guten (niedrigeren) Angebotspreisen belohnt.

Das stellt im Grunde genommen die einzige Möglichkeit dar, relativ rasch zu neuen Aufträgen für die bevorstehende Bausaison zu kommen.

Einige Monate später hingegen, wenn sich die Auftragsbücher schon gefüllt haben, wendet sich in der Praxis oft das Blatt und der Bauunternehmer kommt allmählich in die für ihn bessere Phase, wo er sich die Aufträge aussuchen kann.

  • Das heißt, die Angebotspreise werden mit der Zeit immer höher und für die Bauherren damit immer teurer. Im schlimmsten Fall (für die Bauherren) heißt es dann: „Wir können den Auftrag nur annehmen, wenn dieser (hohe) Preis bezahlt wird.

2. Baufirmen für Angebot genug Zeit lassen

Lassen Sie den Baufirmen etwa drei vier Wochen Zeit, um das Angebot zu erstellen. Nehmen wir also an, alle Angebote werden noch im Februar oder im März bei Ihnen eintreffen.

3. Genug Zeit zum Auswerten der Angebote nehmen

Rechnen Sie damit, dass es mit Sicherheit mehrere Wochen dauern wird, bis Sie alle Angebote ausgewertet und zwischendurch mit den besten Firmen einige Gesprächsrunden absolviert haben.

Auswerten der Angebote

Da bei jedem Bauprojekt gerade in der Phase der Auftragsvergabe etwas Unvorhergesehenes dazwischen kommen kann, sollten Sie daher in jedem Fall damit rechnen, dass ab dem Einlangen der Angebote bis zur Auftragserteilung 2 Monate vergehen werden. Nehmen wir nun also an, Sie werden im April oder Mai den Bauauftrag vergeben. 

4. Baufirma für Arbeitsvorbereitung genug Zeit lassen

Je nach Größe, Umfang und Schwierigkeitsgrad Ihres Bauprojektes braucht das beauftragte Bauunternehmen genug Zeit für die interne Arbeitsvorbereitung. Falls die Baufirma entsprechend flexibel ist und über genug Kapazitäten für die Bauabwicklung verfügt, kann der Baubeginn unter Umständen relativ rasch erfolgen - frühestens aber 4 Wochen nach Auftragserteilung.

Nicht zuletzt auch aufgrund der Sommer- und Urlaubszeit ist es aber realistischer, dass bis zum tatsächlichen Baubeginn 6 bis 8 Wochen vergehen. Nehmen wir daher an, mit der Bauausführung wird im Juni oder Juli begonnen.

5. Nicht alles von heute auf morgen haben wollen

Für die meisten Bauherren bedeutet Zeit beim Hausbau Geld - allerdings im Sinn "umso schneller alles fertig ist, desto besser". Ja, natürlich wünscht sich jeder, so schnell wie möglich ins neue Haus einzuziehen - alleine schon aus Vorfreude auf die eigenen vier Wände. 

Aber schon in ein halbfertiges Haus einziehen? Schon einziehen, wenn noch Handwerkerleistungen erbracht werden müssen? Genau DAS kostet dann tatsächlich Geld.

  • In einem schon bewohnten Haus dauert alles länger.
  • Schon fertige Einbauteile werden oft wieder beschädigt.
  • Garantien oder Gewährleistungen werden bei vorzeitig bezogenem Haus stark eingeschränkt. Und so weiter und so fort...

Lassen Sie der Baufirma daher mindestens die Zeit, die für den Bau eines Hauses normalerweise benötigt wird. Nicht weniger, aber auch nicht viel mehr.

Und weil nun einmal die durchschnittliche Bauzeit für ein durchschnittliches Einfamilienhaus in herkömmlicher Massivbauweise nach "Baumeisterart" bei rund 5 bis 6 Monaten liegt, nehmen wir also letztmalig an, die Baufertigstellung wird im November oder Dezember sein.

Wie schon gesagt, die tatsächliche Projektlaufzeit hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Aber angenommen, bei Ihrem Bauvorhaben funktioniert alles reibungslos, kann Ihr Traumhaus ab dem Versand der Bauausschreibung also innerhalb eines Jahres abgewickelt werden und zu Weihnachten bezugsfertig sein. WENN das Ihr angestrebtes Ziel ist...

 1. TERMIN-TIPP:  Tun Sie sich selbst einen Gefallen und verzichten Sie darauf, ausgerechnet zu Weihnachten ins neue Haus einziehen zu wollen. Obwohl das aus Sicht der ausführenden Baufirmen kein großes Problem ist, wird es für alle Beteiligten von Vorteil sein, wenn das fertige Haus erst nach Weihnachten übergeben und bezogen wird - also frühestens im Jänner / Februar des Folgejahres.

 2. TERMIN-TIPP:  Noch mehr Vorteile haben Sie, wenn mit den Bauarbeiten erst im Herbst begonnen wird. Damit kann der Rohbau mit Leichtigkeit bis Weihnachten winterdicht gemacht werden, was aber noch viel wichtiger ist: Für die im Winter durchgeführten Ausbauarbeiten werden von den Baufirmen oft günstigere Winterbaupreise angeboten.

  • Daraus ergibt sich dann ein Fertigstellungs- oder Bezugstermin noch vor dem kommenden Sommer, den Sie dann schon in Ihrem neuen Haus genießen können.

Die eingangs gestellte Frage, wann der beste Zeitpunkt für den Versand der Ausschreibungsunterlagen der privaten Bauausschreibung für den Bau eines Einfamilienhauses ist, kann daher zusammenfassend ganz einfach beantwortet werden: Das ist immer der Jahresanfang - idealerweise noch im Jänner.

Übrigens: Wenn Sie jetzt vielleicht fragen, ob sich daran etwas ändert, wenn Sie beispielsweise nur den Rohbau mit Dach von einem Unternehmen ausführen lassen wollen und den verbleibenden Rest in Eigenregie organisieren möchten, lautet die Antwort „Nein“. Weil der beste Zeitpunkt für den Versand der Ausschreibungsunterlagen eben IMMER der Jahresanfang ist.

Und wenn der Jahresanfang nicht möglich ist?

Sollte es aus irgendwelchen Gründen nicht möglich sein sollte, ausgerechnet zum Jahresanfang Angebote von Baufirmen einzuholen, wird das auch kein großes Drama sein. Sie müssen "nur" damit rechnen, dass die Situation am Bau für private Bauherren im Lauf des Jahres immer ungünstiger wird.

Allgemein bekannt ist jedenfalls, dass in der (nahenden) Hochsaison nicht nur Handwerker jeder Branche viel schwerer zu finden sind, sondern auch verlässliche Baufirmen zur Mangelware werden. Ausnahmen sollte es zwar auch in diesem Fall geben, die tägliche Baupraxis zeigt allerdings, dass Sie sich darauf lieber nicht verlassen sollten.

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