Stauraum, Elektrogeräte, Arbeitshöhe: Diese Faktoren sind bei der Küchenplanung entscheidend

von Martin Bramka
(Geldern)

Quelle: GustavoGodoi

Quelle: GustavoGodoi

Die Planung einer Küche konfrontiert Bauherren mit zahlreichen Entscheidungen. Wie viele Schränke sind erforderlich? Welche Elektrogeräte sollen wo platziert werden und welche Arbeitshöhe ist rückenschonend? Dieser Ratgeber beantwortet diese Fragen und macht auf zentrale Faktoren aufmerksam, um am Ende von einer arbeitserleichternden Umgebung zu profitieren.

Stauraum sinnvoll einsetzen

Stauraum muss in Küchen ausreichend vorhanden sein, aber gleichzeitig clever genutzt werden. Ausgeklügelte Systeme innerhalb von Küchenschränken erlauben es Ihnen im Idealfall Ihre Utensilien so aufzubewahren, dass alles mit einem Handgriff parat ist und Laufwege verkürzt sind. Bevor Schränke und Ordnungssysteme ausgewählt werden, sollten Sie eine Bedarfsanalyse durchführen.


Prüfen Sie, was tatsächlich nötig ist und welche Menge an Geschirr, Kochutensilien und vielem mehr Sie besitzen. Verschaffen Sie sich einen Überblick! Auch Extras und Wünsche sind zu berücksichtigen. Wird an der bisherigen Küche beispielsweise bemängelt, dass nicht ausreichend Platz für Geschirr besteht und vieles separat in Kommoden aufbewahrt werden muss, wäre es vorteilhaft, wenn künftig alles in die neue Küche passt.

Anschließend gilt es sämtliche Küchenutensilien den Küchenzonen zuzuordnen. Töpfe und Pfannen sind zum Beispiel möglichst nahe am Kochfeld optimal aufgehoben. Teller, Tassen und Gläser hingegen machen sich in unmittelbarer Nähe zum Essplatz besser. Reinigungsmittel, Schwämme und Co. benötigen Sie stattdessen bei der Spüle. Generell ist es wichtig, dass alles dort verstaut ist, wo es benötigt wird. So verkürzten Sie die Laufwege und erleichtern sich die Küchenarbeit ungemein.
Quelle: Erika Wittlieb


Steht fest, welche Systeme wo Sinn ergeben und wie viele Dinge an den jeweiligen Stellen unterzubringen sind, können die Schränke und Schubladen passend konzipiert werden. Für Töpfe, schwere Teller und ähnliches eignen sich Auszüge ideal.

Der Blick von oben verhilft zu einem schnellen Überblick und das Entnehmen der Küchenutensilien wird sehr komfortabel. Hohe Schränke, die sich von beiden Seiten bedienen lassen, sind zum Aufbewahren von Vorräten oder Gewürzen prädestiniert. Schwenkauszüge wiederum erwecken tote Ecken in Schränken zum Leben und gewährleisten, dass der Platz perfekt ausgenutzt wird.

Multifunktionale Innenausstattungen bieten Ihnen maximale Freiheiten und Flexibilität Müssen Sie umräumen, weil sich eine andere Ordnung als funktionaler erweist, können Sie den Stauraum einfach an Ihre individuellen Ansprüche anpassen. Relingsysteme über der Arbeitsfläche nehmen es mit Kleinigkeiten wie Topflappen, Küchenscheren, Kräutern oder Küchenpapier auf.

Für Ordnung in Schubladen sind anpassungsfähige Einsätze empfehlenswert. Um an die Dinge in Oberschränken bequem heranzukommen, sind Tablare ratsam. Einige Hersteller präsentieren Liftsysteme mit hohem Nutzerkomfort, die es erlauben selbst schlecht erreichbare Dinge ohne Kraftaufwand nach unten zu befördern.

Elektrogeräte – Funktionalität, Energiebedarf und Platzierung

Bei den Elektrogeräten ist zunächst zu entscheiden, welche Modelle benötigt werden und welche Funktionen sie jeweils mit sich bringen müssen. Beim Kühlschrank muss unter anderem geklärt werden, wie viel Nutzinhalt notwendig ist. Pro Kopf werden rund 50 Liter kalkuliert. Aber auch Klimaklasse (T, ST, N oder SN) und Stauraum sowie Extras wie Urlaubsmodus, individuelle Kühlfunktionen und eine einfache Bedienung sind wesentliche Kriterien. Da der Stromverbrauch beim Verzicht auf ein Gefrierfach deutlich sinkt, sollte Sie auch das bedenken.

Die Auswahl des Geschirrspülers erfordert Überlegungen zur Innenausstattung. Welche Bestecksortierung (Korb oder Schublade) ziehen Sie vor, benötigen Sie höhenverstellbare Körbe und wie viele Maßgedecke soll das Gerät aufnehmen können? Diese Fragen müssen beantwortet werden. Darüber hinaus sind beim Geschirrspüler folgende Punkte elementar:
  • Größe (45 oder 60 cm Breite)
  • Programmauswahl (Eco, Schnell, Hygiene)
  • Wassersicherheitssystem
  • Geräuschentwicklung (unter 44 dB)
  • Wasserverbrauch
Beim Herd haben Sie die Wahl zwischen Gas, Elektro-Masse, Induktion und Glaskeramik. Jede der Herdarten bringt Vor- und Nachteile mit sich, wobei Induktionskochfelder von vielen Küchenplanern empfohlen werden. Die Liste der Vorzüge ist besonders lang. Allen voran die hohe Geschwindigkeit, in der Kochfelder heiß werden sowie die Energieersparnis. Unter induktionskochfeld.org wurden die Kaufkriterien zu Induktionskochplatten übersichtlich zusammengefasst. Der Vergleich mit anderen Herdarten erleichtert die Entscheidung. Die nächste Übersicht fasst wesentliche Faktoren zusammen, die beim Herd von Bedeutung sind:
  • Größe der Kochfelder
  • Reaktionszeiten
  • Kompatibilität mit Kochgeschirr
  • Gesundheitsrisiken
  • Regulierbarkeit der Hitze
  • Pflegeaufwand
  • Bedienung
Damit auch der Backofen zu Ihren Anforderungen passt, sollten Sie beim Kauf dieses Gerätes insbesondere auf die richtige Größe, den Funktionsumfang, die Einbaufähigkeit und den Pflegeaufwand achten. Gleichzeitig sollte sich das Gerät intuitiv bedienen lassen und über Teleskopauszugsschienen und eine abnehmbare Backofentür verfügen. Beim Vergleichen von mehreren Angeboten ist es außerdem vorteilhaft den Lieferumfang (Bleche, Roste usw.) zu begutachten.

Des Weiteren muss der Energiebedarf stimmen. Zur dauerhaften Reduzierung der Stromkosten sollte zu Modellen mit der aktuell besten Energieeffizienzklasse gegriffen werden. Dank der Energieverbrauchskennzeichnungspflicht erhalten Verbraucher beim Küchengerätekauf eine hilfreiche Entscheidungshilfe: Das EU-Label beziehungsweise Energieetikett. Es informiert über Effizienz und Energieverbrauch. Unter umweltbundesamt.de erhalten Sie Informationen über die derzeit besten Effizienzklassen für Backöfen, Dunstabzugshauben, Geschirrspüler, Kühlgeräte und weitere Produkte. Allgemein heißt es beim Umweltbundesamt: "Die effizientesten Geräte befinden sich in den Effizienzklassen A bis A+++."

Auch die Platzierung der Geräte spielt eine große Rolle bei der Küchenplanung. Kühlgeräte sind möglichst weit entfernt von Wärmequellen wie Öfen, Heizungen oder Sonnenlicht aufzustellen. Backöfen in Arbeitshöhe machen die Bedienung rückenfreundlich und die Spülmaschine bei der Spüle beschleunigt das Aus- und Einräumen. Denken Sie zudem an die nötigen Anschlüsse und lassen Sie einen Installationsplan erstellen.

Arbeitshöhe korrekt berechnen

Quelle: judemac / pixabay.com
Stimmt die Arbeitshöhe in der Küche nicht, kann das langfristig fatale Folgen für die Gesundheit haben. Das Spektrum reicht von Verspannungen, über chronische Rückenschmerzen bis hin zu Kopfschmerzen.

Besonders betroffen sind diejenigen Personen, die am meisten Zeit in der Küche verbringen, um dort Essen zuzubereiten. Deshalb sollte die perfekte Arbeitshöhe anhand ihrer Körpermaße ermittelt werden. Zur Berechnung wird die persönliche Ellenbogenhöhe herangezogen. Entscheidend ist der Abstand zwischen Arbeitsplatte und abgewinkeltem Ellenbogen. Dieser Abstand beträgt Minimum 10, Maximum 15 Zentimeter. Die folgenden Punkte erleichtern Ihnen die korrekte Vorgehensweise zur Abstandberechnung:
  • 1. Aufrecht hinstellen
  • 2. Unterarme zunächst anwinkeln damit Ober- und Unterarme rechten Winkel ergeben
  • 3. Unterarme leicht absenken (Position nachahmen um beispielsweise eine Karotte zu schneiden)
  • 4. Zweite Person misst Abstand zwischen Fußboden und Ellbogen
  • 5. Von diesem Maß werden nun 10-15 Zentimeter subtrahiert
  • 6. Das Ergebnis stellt die ideale Arbeitshöhe dar

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