Trockenbau Preise

von Andreas
(Deutschland)

Ich bin im Besitz Ihrer Gold-Edition und beschäftige mich zur Zeit mit dem HausbaukostenBuch im Dateiformat Excel.


Dort gibt es Kosten für Trockenbau und Schlosserarbeiten jedoch keine inhaltliche Beschreibung dazu. Was verbirgt sich dahinter und wie sind hier die Einschätzungen zum Selber-Machen?

Andreas

Antwort

Hallo Andreas,

die von Ihnen angesprochenen Leistungsgruppen kommen bei der Errichtung eines Einfamilienhauses nur bedingt vor und wurden daher in meinem HausbaukostenBuch auch weitgehend "vernachlässigt". Ob Trockenbau- oder Schlosserarbeiten beim Hausbau überhaupt notwendig sind, hängt dabei ganz wesentlich von der jeweils geplanten Bauausführung ab.

Trotzdem sind beide Leistungsgruppen ein gewisser Kostenfaktor, der zum Tragen kommt - oder aber auch nicht.

haus selber bauen Bei Bedarf hier klicken zum Baukostenschlüssel

Die Trockenbauarbeiten beziehen sich jedenfalls nur auf die eventuell erforderliche Gipskartonplatten-Verkleidung im Bereich von Dachschrägen. In diesem Bereich werden die Gipskartonplatten üblicherweise als Brandschutzverkleidung aufgebracht, was meistens relativ problemlos erledigt werden kann. Auch selbst.

Ob bei einem Dachausbau auch der Kniestock (Trempelwände) "mitverkleidet" wird, ist dabei reine Geschmackssache. Oft wird hier ein ganz normaler Innenverputz aufgebracht, was auch vollkommen ausreichend ist. Sollte ein Haus mit einem Flachdach und einer Massivdecke als oberer Abschluss ausgeführt werden, wären wiederum überhaupt keine Trockenbauarbeiten erforderlich.

Allerdings könnte beispielsweise der gesamte Fußbodenaufbau "trocken" ausgeführt werden, was bedeutet, dass die Kosten für den Betonestrich entfallen würden, dafür aber diese eingesparten Kosten für den Trockenestrich aufgewendt werden müssen.
Im Hinblick auf die Gesamtkosten für ein bezugsfertiges Haus macht es im Wesentlichen keinen Unterschied, für welche Ausführungsvariante man sich entscheidet.

Die Schlosserarbeiten wiederum fallen beispielsweise nur dann in relativ geringem Umfang an, wenn eben gewisse Schlosserarbeiten erforderlich sind. Darunter fallen beispielsweise Leistungen wie...

# Brandschutztür im Bereich eines Heiz- oder Tankraumes.
# Stahl-Unterkonstruktion für ein Holzbalkon-Geländer.
# Stahl-Unterkonstruktion für ein Treppengeländer oder aber für das Treppengeländer selbst (Edelstahlgeländer).
# Garagentoreinbau im Kellerbereich (Wenn also der Keller nicht zur Gänze eingeschüttet ist).

Aufgrund der geänderten Heizungstechnologien haben sich in den letzten Jahren allerdings die Anforderungen geändert und echte Brandschutztüren sind eigentlich nur mehr sehr selten erforderlich. Bei einem Passivhaus - wie Sie vielleicht wissen - müssen Heizräume gar nicht mehr brandgeschützt werden, weil es ja auch keine Heizung im herkömmlichen Sinn gibt.

Ob Treppen- oder Balkongeländer ausgeführt werden, ist ebenfalls Geschmackssache - häufig werden die Treppenwände im Bereich der "Spindel", also an der Innenseite der Treppe, "ganz normal" gemauert und verputzt und vielleicht vom Tischler mit einer Holzabdeckung abgedeckt. Oder mit einem Naturstein oder womit auch immer.

Durch diese "übergreifenden" Bauleistungen können sich in der Praxis daher die tatsächlichen Kosten für bestimmte Leistungsgruppen geringfügig verschieben. Während also eine Leistungsgruppe durch den Wegfall von Leistungen weniger kostet, können sich die Kosten für eine andere Leistungsgruppe möglicherweise etwas erhöhen.

Um beim oben angeführten Beispielen zu bleiben: Wenn keine Schlosserarbeiten anfallen, wird sich vielleicht der Anteil der Kosten für zusätzliche Dämmungsarbeiten oder Tischlerarbeiten etwas erhöhen. Und wenn die Trockenbauarbeiten wegfallen, erhöhen sich vielleicht die Kosten für die Verputzarbeiten.

Unterm Strich hat das aber - und hier wiederhole ich mich - keine Auswirkungen auf die Gesamtkosten für ein Einfamilienhaus. Und genau darauf kommt es beim Hausbau und der damit verbundenen Einhaltung der Gesamtbaukosten an.
Geringfügige Änderungen der Bauausführung dürfen sich daher immer nur geringfügig auf die Kosten für bestimmte Bauetappen auswirken, nicht aber auf die Gesamtkosten.

Jetzt noch eine Anmerkung zum Selber-machen:

Die Trockenbauarbeiten können relativ einfach selbst gemacht werden. Dazu gibt es im Handel praktische Einmann-Platten, die speziell für Heimerker entwickelt wurden. Diese sind kleiner und damit leichter als normal große Gipskartonplatten.

Wichtig! Aufzupassen ist gerade beim Trockenbau auf die Übergänge von Gipskarton zu anderen Bauteilen, weil vor allem in diesen neuralgischen Bereichen sehr gerne Risse entstehen.

Oft lassen sich hier Risse gar nicht gänzlich vermeiden, trotzdem müssen diese gefährdeten Bereiche unbedingt fachmännisch (Glasvlieseinlagen, Fugenprofile oder Schattenfugen) ausgeführt werden.

Nicht vergessen! Ordentliche dampfdiffusionsoffene Dampfbremsen sind natürlich auch unerlässlich...

Tipp: Wenn Sie das selbst machen möchten, unbedingt vorher erkundigen, wie alles fachmännisch auszuführen ist.

Zu den Schlosserarbeiten kann ich nur sagen: Wenn Sie selbst kein Schlosser sind, sollten Sie gar nicht erst länger darüber nachdenken, ob Sie eventuell notwendige Schlosserarbeiten vielleicht auch selber machen können.

Fazit: Schlosserarbeiten müssen von einem Schlosser durchgeführt werden, was aber auch für alle anderen Teilbereiche gilt. Frei nach dem Sprichwort:
Schuster, bleib bei deinem Leisten...


Mehr Erfolg beim Hausbau!

Wilfried Ritter
Autor und Herausgeber

BaukostenManager.com
HausbauManager.com
HausbaukostenBuch.com

Hier klicken zum Senden von Kommentaren

Sie möchten selbst etwas schreiben? Einfach hier klicken zu Hausbau Fragen