Was kostet ein Haus?

von Armin
(Bayern)

In Zusammenhang mit den Preisen auf Ihrer Webseite und in Ihren Ratgebern habe ich leider eine andere Erfahrung gemacht. Daher kann ich nicht bestätigen, dass Ihre Preise auch stimmen. 4 mittelgroße Anbieter von Holzhäusern liegen mit ihrem Angebot für unser Haus eher an der 2.000 EUR/m² Grenze als Richtung "durchschnittlicher Preis für ein durchschnittliches Haus".


Es ist mir wohl bewusst, dass durchschnittlich ein nicht genau definierbarer Begriff ist und unser Wunschhaus sicherlich einige Abweichungen vom Durchschnitt aufweist. Aber trotzdem bin ich etwas überrascht von der Differenz, die bei einem Haus von ca. 170-180 m² schnell mal 50.000 EUR bedeuten. Wie kommt es zu diesen Preisunterschieden?

Viele Grüße!

Armin

Antwort:

Hallo Armin,

danke für Ihre Frage zu meinen Preisen, die scheinbar "nicht stimmen". Sie geben mir damit die Gelegenheit, auf eine der häufigsten Missverständnisse hinzuweisen - nämlich auf den Unterschied zwischen den Verkaufspreisen und den Herstellungskosten.

Bitte schlagen Sie ganz kurz in meinem kleinen Info-eBook PreisInfo Total nach. Dort finden Sie auf Seite 10 den eigentlich wichtigsten aller Hinweise, nämlich:

"WICHTIG! Alle auf meiner Webseite und in meinen Publikationen angeführten Preise sind jene Preise, mit welchen ein Bauunternehmen kalkuliert."

Auf den Punkt gebracht bedeutet diese wichtige Information für Sie: Wenn Sie - und das werden Sie in jedem Fall anstreben - die Preise wirklich realistisch vergleichen wollen, müssen Sie eine Bauausschreibung machen (lassen). Anders werden Sie nie in der Lage sein, die verschiedensten Angebote zu vergleichen. Noch dazu Angebote für unterschiedliche Häuser.

Und damit werden Sie auch nie in den Genuss der tatsächlichen Herstellungskosten kommen. Vielmehr werden Sie dann, wenn Sie keine Bauausschreibung machen, immer nur die Verkaufspreise der verschiedenen Anbieter miteinander "vergleichen" können. Allerdings werden Sie dabei auch immer Äpfel mit Birnen vergleichen müssen.

Die von Ihnen genannten m²-Preise kann ich daher beim besten Willen nicht einordnen und schon gar nicht beurteilen. Um das zu können, müsste ich Ihre Angebote inklusive aller angebotenen Leistungen kennen.

Was empfehle ich Ihnen?

Wenn Sie Ihr Wunschhaus schon weitgehend definiert haben, sollten Sie dieses von Ihrem Baubetreuer (den Sie hoffentlich schon haben?) realisieren lassen. Als Ausgangsbasis dienen dabei die Angebote der von Ihnen angeführten Hausanbieter.

Da Sie bereits Angebote vorliegen haben, sollten Sie eigentlich schon ganz genau festgelegt haben, wie Ihr Wunschhaus optisch aussehen soll und vor allem auch, was es im Hinblick auf die Haustechnik und Dämmwerte in jedem Fall "können" muss. Sie haben damit also bereits die besten Voraussetzungen für eine professionelle Bauausschreibung.Allerdings bin ich mir nicht wirklich sicher, welche Leistungen in den Angeboten "Ihrer" angeführten Unternehmen bereits enthalten sind. Alle zusammen sind zwar sicherlich gute Fertighausunternehmen, keiner der Anbieter scheint aber ein Komplettpaket anzubieten. Die Angebotspreise dürften sich daher vermutlich vor allem auf das eigentliche Haus selbst beziehen.

Ob auch alle anderen Bauleistungen, die zu einem tatsächlich fertigen Haus dazu gehören, enthalten sind, ist mir natürlich nicht bekannt. Was damit gemeint ist, lesen Sie bei Badarf am besten hier auf meiner Webseite nach:WER am Ende Ihr Wunschhaus errichtet, sollte für Sie im Moment jedenfalls nachrangig sein. Tatsache ist, dass jedes Haus, das von einer Fertighausfirma angeboten wird, auch von einem guten Bauunternehmen errichtet werden kann, wobei das natürlich auch für Häuser aus Holz gilt. Und warum sollten Sie darauf verzichten, über einen professionellen Preisvergleich (also über eine Bauausschreibung) herauszufinden, wieviel das von Ihnen ins Auge gefasste Fertighaus bei einem Bauunternehmen kosten würde?

Verstehen Sie mich aber bitte nich falsch. Ich selbst bin ein überzeugter Fertighaus-Anhänger. Aber ich weiß auch, dass für den erfolgreichen Bau eines Hauses ein Fertighausanbieter alleine nicht ausreichend ist. Dazu gibt es viel zu viele Punkte, die ein Fertighausanbieter normalerweise nicht erledigt. Wie bei jedem anderen Bauvorhaben auch, muss es daher auch bei einem Fertighausanbieter einen einzigen Gesamt-Koordinator geben.

Die Rede ist wiedereinmal vom Baubetreuer. Das kann ein Architekt sein, ein Baumanagementbüro oder beide zusammen. Wie das wieder gemeint ist, lesen Sie bitte hier nach:Wenn Sie die Vorteile eines Fertighauses (schnelle Errichtung) und die Vorteile eines Bauunternehmens (Fachgerechte Ausführung ALLER Bauleistungen) kombinieren möchten, können Sie das übrigens relativ einfach tun. Besser gesagt: Ihr Baubetreuer kann das.

In diesem Fall lassen Sie eine komplette Bauausschreibung erstellen, in der sämtliche Leistungen für die komplette Errichtung Ihres Wunschhauses enthalten sind - mit einer Ausnahme: Das Haus selbst (ab Bodenplatte oder Kellerdecken-Oberkante) wird von Ihrem bevorzugten Fertighausanbieter geliefert.

Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis erzielen Sie bei dieser "Kombi-Variante" dann, wenn Sie das Fertighaus beispielsweise nur als Ausbauhaus bestellen. Um alle "fehlenden" Leistungen kümmert sich dann das beauftragte Bauunternehmen, welches von Ihrem Baubetreuer professionell koordiniert wird.

Wenn Sie sich für eine Bauausschreibung entscheiden, kann ich Ihnen jedenfalls versichern, dass die erzielten m²-Preise wesentlich niedriger sein werden, als die von Ihnen genannten Verkaufspreise der einzelnen Anbieter. Sie wissen ja schon: Niedriger als die Verkaufspreise, die nichts mit den tatsächlich erzielbaren Herstellungskosten zu tun haben...

Mehr Erfolg beim Hausbau!

Wilfried Ritter
Autor und Herausgeber
------
HSB | Haus-Selber-Bauen.com
HBM | HausbauManager.com

PS: Vergessen Sie bitte nicht, sich an alle Punkte meiner ganz persönlichen Hausbau-Erfolgsformel zu halten!

Hier klicken zum Senden von Kommentaren

Sie möchten selbst etwas schreiben? Einfach hier klicken zu Hausbau Fragen