Der große Elektroheizung Vergleich: Infrarotheizung, Wärmepumpe, Nachtspeicherheizung und Co.

von VASNER
(NRW)

Elektroheizung: 45379258 | Mimi Potter

Elektroheizung: 45379258 | Mimi Potter

Im Zuge der Energiewende sollen bis 2050 80% des deutschen Stromverbrauchs aus ökologischer Energie stammen. Aber nicht nur in der Energiegewinnung findet eine Wende statt. Das Verbot der Ölheizung in unterschiedlichen europäischen Ländern deutet auch auf ein Umdenken im Heizungsmarkt hin. Da eine mit sauberem Strom betriebene Elektroheizung verglichen mit einer herkömmlichen Öl- oder Gasheizung ca. 85% weniger CO2 erzeugt, stellen elektrische Heizungen durchaus eine nachhaltige Alternative zum Heizen dar. Aber Vorsicht: Die verschiedenen Strom-Heizungen unterscheiden sich maßgeblich in ihrer Effizienz und Wirkungsweise. Hier einmal die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Modelle.

Der Heizlüfter: Die kleine Elektroheizung als Zusatzheizung

Einen Heizlüfter hat sicherlich schon jeder mal verwendet, um an besonders kalten Tagen zusätzliche Wärme zu erzeugen. Dabei basiert die Funktionsweise der kleinen Elektroheizung auf einem Heizdraht gepaart mit einem Ventilator. Die Luft wird am heißen Draht vorbei geblasen, um die Wärme im Raum zu verteilen.

Ihren hohen Bekanntheitsgrad genießen die kleinen Elektroheizungen wahrscheinlich deshalb, weil sie in der Anschaffung vergleichbar günstig und sehr einfach anzuschließen sind. Dazu braucht man den Netzstecker nur an das Stromnetz zu schließen und schon ist der kleine Heizkörper startbereit. Zur Verwendung für kurze Zeit und als sekundäre Wärmequelle ist ein Heizlüfter also sicherlich eine praktische Lösung. Auf Dauer sollte man die Mini Heizung allerdings nicht verwenden.

Wegen der Kombination mit einem Ventilator erzeugt die kleine Elektroheizung relativ viel Lärm. Auch die produzierte Wärme ist nicht unbedingt angenehm. Denn die Erwärmung der Luft und die dadurch entstehende Zirkulation im Raum führt dazu, dass Staub aufgewirbelt wird. Außerdem kann die dauerhafte Luftbewegung zur Reizung der Augen und Atemwege führen. Zum regelmäßigen Heizen empfiehlt sich der kleine Elektro-Heizer also nicht. Vor allem, wenn man seine ineffiziente Funktionsweise mitbetrachtet. Es wird nämlich zweifach Strom benötigt: Einmal zum Aufheizen des Drahtes und andererseits zum Betrieb des Ventilators. Die Erwärmung der kompletten Umgebungsluft ist zudem noch sehr energieintensiv.

Die Infrarotheizung als innovative Elektroheizung

Wer auf der Suche nach einer neuen Heizung für sein Haus oder einer geeigneten Zusatzheizung für die Übergangszeit ist, der stoßt immer wieder auf den Begriff Infrarotheizung. Diese Elektroheizung erwärmt nicht wie Heizlüfter oder herkömmliche Konvektionsheizungen die Luft. Stattdessen strahlt sie direkte Wärmewellen aus, die beim Auftreffen auf Personen eine unmittelbare Wärmewirkung entfalten. Wie die natürlichen Strahlen der Sonne. Diese Wirkung bringt zahlreiche Vorteile mit sich:
  • Geringer Kauf-Preis: Dadurch, dass nur die einzelnen Heizkörper angeschafft und keine Heizungsleitungen gelegt werden müssen, sind Infrarotheizungen in der Anschaffung günstiger als herkömmliche Gas- / Ölheizungen. Abhängig vom Modell zahlt man pro Infrarot Elektroheizung nur wenige Hundert Euro.
  • Geringer Installationsaufwand: Da die elektrische Heizung per Netzstecker an das bestehende Stromnetz angeschlossen werden kann, ist der Aufwand für die Installation und Montage sehr gering. Mit der passenden Halterung werden die fortschrittlichen Elektroheizungen schnell an der Wand oder Decke montiert. Alternativ kann man Standfüße kaufen, um sie zu mobilen Heizungen zu machen.
  • Schnelle, gemütliche Wärme: Wie oben beschrieben erwärmt eine Infrarot Elektroheizung nicht die Luft. Dadurch wird auf die negativen Aspekte der Konvektion verzichtet: Der Betrieb ist lautlos und Ihre Atemwege leiden nicht unter einer ausgetrockneten Raumluft + Staubaufwirbelung. Außerdem vermeiden Sie so eine lange Aufwärmphase und die unmittelbare Wärmewirkung ist viel effizienter.

  • Speicherung der Wärme: Die Infrarotstrahlung der innovativen Heizung trifft auf alle Gegenstände und Flächen im Raum. Die Wände und Objekte im Raum nehmen die Wärmewellen dann auf und strahlen sie erneut ab. Sie genießen also eine umfassende Wärmewirkung von allen Seiten. Herrscht in einem Zimmer eine hohe Luftfeuchtigkeit, beispielsweise im Bad, helfen die besonderen Elektroheizungen zudem nasse Wände und Schimmel vorzubeugen. Denn die Wand ist dank Einwirkung der Wärmewellen immer schön warm und trocken.
  • Intelligente Steuerung: Die elektrische Heizung wird per digitalem Thermostat gesteuert. Damit folgt sie abhängig vom Wochentag und der Tageszeit einem festgelegten Heizprogramm, sodass die Wohnung immer schön warm ist, wenn Sie Zuhause sind. Der positive Nebeneffekt dieser Funktion? Die Heizung wird heruntergefahren, wenn keine Wärme benötigt wird, und so sparen Sie an Heizkosten.
  • Dekoratives Design: Eine Infrarotheizung ist viel flacher und kompakter als eine gewöhnliche Öl- / Gasheizung. Außerdem gibt es die unterschiedlichsten Modelle im schicken Design aus Glas oder Metall. Sogar als Bild oder Spiegel getarnte Heizungen sind erhältlich, die Ihrer Einrichtung einen edlen Touch verleihen.

Die Nachtspeicherheizung: Die kontroverse Elektroheizung

Die ursprüngliche Idee hinter Nachtspeicherheizungen war eigentlich nicht schlecht: Energie zu Zeiten beziehen, wenn der Strom etwas günstiger ist, sie als Wärme speichern und anschließend im Laufe des Tages damit heizen. Obwohl die Grundidee auf Anhieb gut klingt, ist die Nachtspeicherheizung in den letzten Jahren zu einer kontroversen Heizlösung geworden. Die Bundesregierung stuft sie sogar als derart ineffizient und umweltschädlich ein, dass sie zeitweise sogar gesetzlich verboten werden sollte. Obwohl diese Entscheidung inzwischen revidiert wurde, gibt es noch einige Nachteile zur veralteten Elektroheizung:
  • Schrumpfendes Angebot an Nachtstromtarifen: Immer weniger Energieversorger bieten Nachtstrom zum günstigeren Tarif an. Dies liegt unter anderem daran, dass die vorteilhafte Subventionierung des Niederstrom Tarifs eingestellt wurde. So ist es nicht mehr so lohnenswert für Stromversorger, einen Nachtstromtarif anzubieten. Ohne eine Vergünstigung der Energie in der Nacht und zu vereinzelten Stunden am Nachmittag verliert der Nachtspeicherofen als Elektroheizung also seine Basis.
  • Begrenztes Speichervolumen: Das begrenzte Speichervolumen der Elektroheizung führt an kalten Tagen manchmal dazu, dass die Wärme abends schon aufgebraucht ist und Sie in der Nacht frieren. Dann benötigen Sie neben der Nachtspeicherheizung eine weitere Zusatzheizung, um gemütliche Wärme zu genießen.
  • Mangelnde Flexibilität in der Wärmeregulierung: Sobald sie in der Nacht Energie als Wärme gespeichert hat, wird die Elektro-Speicherheizung diese am nächsten Tag ausstrahlen. Auch, wenn unerwartet gutes Wetter eintritt, ist es nicht unbedingt unproblematisch, den Heizvorgang einzustellen. Dies macht die besondere Elektroheizung eher ineffizient in ihrer Funktion.
  • Giftige Materialien: Im Geräteinneren von Nachtspeicheröfen befinden sich unterschiedliche Gefahrenstoffe wie Asbest. Diese können sogar in geringen Mengen krebserregend sein und bei Beschädigung der Heizung in der Wohnung freigesetzt werden. Wegen dieser Materialien wird die veraltete Elektroheizung in ihrer Handhabung als gefährlich eingestuft und darf nur professionell demontiert und an spezielle Sammelstellen abgegeben werden.

Die elektrische Fußbodenheizung

  • Anschaffungskosten: Verglichen mit einer wasserführenden Fußbodenheizung sind die Anschaffungskosten einer elektrischen Fußbodenheizung geringer. Man kommt auf keine 100 Euro pro Quadratmeter. Allerdings liegen pro Raum die Kosten höher als bei manch anderer mobilen Elektroheizung.
  • Installationsaufwand: Da zur Installation der Heizung die Heizmatte unter dem Fußboden verlegt werden muss, besteht ein höherer Aufwand als bei einer Elektroheizung mit einfachem Netzstecker.
  • Aufwärmphase: Kürzer als bei einer Warmwasser-, Öl- oder Gasbetriebenen Fußbodenheizung. Allerdings besitzt sie eine längere Reaktionszeit als z.B. Wärmewellenheizungen. Da sich die Heizmatte erst erwärmen muss, bevor die Hitze langsam nach oben steigt.

  • Wärmeverteilung: Da die Elektroheizung so breitflächig im Raum verteilt ist, wird das betroffene Zimmer gleichmäßig erwärmt. Vorteilhaft ist zudem, dass die Wärme von Natur aus von unten nach oben steigt, sodass man sie dann bald auf richtiger Höhe spürt. Nachteilig an dieser Wirkungsweise ist, dass die Wärme immer weiter nach oben unter die Decke steigt, wo professionell gedämmt werden sollte, um einen unnötigen Wärmeverlust zu vermeiden. Da die Wärme einen vertikalen Verlauf nimmt, breitet sie sich nicht in andere Räume aus, sodass man in jedem Zimmer eine eigene Wärmequelle braucht.

Die Wärmepumpe

Vorteile:
  • Elektrisch betriebene Pumpe wird genutzt, um dem Erdboden, Grundwasser oder der Luft die natürliche Umgebungswärme zu entziehen, um sie anschließend zum Heizen zu verwenden.
  • Beim Betrieb mit nachhaltiger Energie sehr umweltfreundlich.
Nachteile:
  • Das System ist sehr teuer / aufwendig in der Installation.
  • Die Elektroheizung kann nicht auf jedem Grundstück installiert werden, da bestimmte Anforderungen bezüglich des Grundwasserstandes, der Bodenbeschaffenheit und der Gebäudehülle erfüllt werden müssen.
  • Oftmals ist eine Genehmigung der Unteren Wasserbehörde bzw. Bergbehörde nötig.
  • In manchen Fällen ist die Relation zwischen gewonnener Wärme und eingesetzter Energie unwirtschaftlich.
Für einen umfassenden Ratgeber zum Thema Stromheizung, hier im ausführlichen Elektroheizung Vergleich weiterlesen.

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