Diese Fehler machen Hausbesitzer beim Fensterkauf – 4 Tipps für ein erfolgreiches Fensterprojekt

von Paul
(Berlin)

Egal ob Sie Bauherr sind oder Ihr Eigenheim modernisieren, wer den Fensterkauf nicht sorgfältig plant, wird im Nachhinein oft enttäuscht. Im Folgenden zeige ich Ihnen die 4 häufigsten Fehler die beim Fensterkauf gemacht werden und wie man sie vermeiden kann.

1. Sie kaufen günstige Fenster aus dem Ausland

Beginnen Sie sich mit dem Thema Fensterkauf zu beschäftigen, dann werden Sie bei Google schnell auf Anzeigen für günstige Fenster aus Polen stoßen. Diese Anbieter werben häufig mit Kampfpreisen, die manchmal bis zu 20% unter denen ihres deutschen Pendants liegen.
Qualitativ müssen sich polnische Fenster schon lange nicht mehr verstecken, weshalb viele Käufer zu dieser günstigen Alternative greifen.

Hier ist jedoch Vorsicht geboten, denn der Kostenvorteil kann schnell verloren gehen, wenn Sie sich nicht richtig informieren.

Haben die Fenster zum Beispiel keinen ausreichenden U-Wert (das ist der Dämmungswert), dann geht ein Teil Ihres Energiesparpotenzials verloren. Schon nach wenigen Jahren rechnet sich der günstige Kauf durch die erhöhten Heizkosten nicht mehr. Holen Sie sich daher unbedingt Informationen über Zertifikate und Gütesiegel des Herstellers ein. Besonders auf eine Montage nach den RAL Richtlinien sollten Sie dabei achten.

Weitere Problemquellen können Beratung, Lieferung und Reklamation bei Firmen aus dem Ausland sein. Werden Sie kompetent zu Ihrem Projekt beraten? Wird die Montage vom Verkäufer durchgeführt oder müssen Sie sich selbst darum kümmern? Ist eine Lieferung inbegriffen? Können Sie all diese Punkte zu Ihrer Zufriedenheit klären, dann steht Ihrem Kauf der günstigen Fenster aus dem Ausland nichts mehr im Weg.

Sind Sie bei dem Thema unsicher, dann sind Fensterbauer aus Deutschland, die ein Komplettpaket mit Qualitätsfenstern, Montage und Beratung anbieten, wahrscheinlich die bessere Wahl für Sie. Alle Fragen zusammengefasst finden Sie auch nochmal in dieser Checkliste:

Checkliste für den Fensterkauf

  • Entsprechen die Fenster deutschen / geltenden Normen und Standards?
  • Ist der U-Wert der Fenster ausreichend?
  • Werden die Fenster nach dem RAL Verfahren montiert?
  • Werden Sie umfassend beraten und bekommen Hilfe bei der Fensterwahl?
  • Wie lange dauert die Lieferung und ist diese im Preis inbegriffen?

2. Sie kaufen Fenster mit Dreifachverglasung

Ein Mythos in der Bevölkerung, der sich hartnäckig hält, lautet "Dreifachverglasung ist immer besser als Zweifachverglasung". Für den Normalverbraucher ist das schlüssig, denn je höher die Verglasung, desto wärmeisolierter ist das Haus.

Auch wenn viele Fensterhersteller Ihre dreifachverglasten Fenster massiv bewerben, sind Sie bei Weitem nicht immer die beste Lösung. Was ist also wichtig bei der Wahl der Verglasung?

Ganz wichtig für diese Entscheidung ist der Dämmungsgrad Ihrer Außenwände. Sind Ihre Fenster extrem gut isoliert, Ihre Außenwände aber nicht, so sind nicht mehr die Fenster, sondern ihre Wände der kälteste Punkt im Raum. Als Folge kann es bei falschem Lüftungsverhalten vermehrt zu Schimmelbildung kommen. So haben Sie nicht nur einen Aufpreis für die Dreifachverglasung bezahlt, sondern müssen auch noch eine Minderung Ihrer Wohnqualität in Kauf nehmen.

Gerade in schlecht gedämmten Altbauten kann nur in Ausnahmefällen zu einer Dreifachverglasung geraten werden. Suchen Sie sich daher Hilfe bei einem zuverlässigen Fensterbauer, der sich die Dämmsituation in Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung anschaut und Sie fachmännisch berät.

Fazit: Eine Dreifachverglasung lohnt sich nur, wenn Ihre Außenwände ausreichend gedämmt sind. Andernfalls ist die Zweifachverglasung die bessere Wahl.

3. Sie entscheiden sich für das falsche Rollladensystem

Dies ist ein Punkt, der leider immer wieder zu Streit zwischen Käufern und Monteuren führt. Die Traumfenster sind eingebaut und einsatzbereit, doch der Rollladenkasten führt zu Unmut beim Bauherrn. Es gibt eine Reihe an verschiedenen Systemen, um die Rollläden einzubauen und Sie müssen sich informieren, welches davon am ehesten Ihren Vorstellungen entspricht. Legen Sie Kriterien fest nach denen Sie die Systeme gegeneinander abwägen.

Machen Sie sich insbesondere bewusst, dass die Rollladenkästen entscheidend für das Erscheinungsbild Ihrer Fenster sind und holen Sie sich Informationen über die einzelnen Einbausysteme ein. Damit ersparen Sie nicht nur Ihrem Monteur, sondern auch sich selbst eine Menge Zeit und Stress.

Hier gibt es die drei gängigsten Systeme im Kurzüberblick:
  • Einbaukästen werden in einen Hohlraum in der Gebäudewand integriert und sind somit komplett unsichtbar. Diese Variante ist besonders interessant für Bauherren, da eine Nachrüstung von Einbaukästen sehr aufwändig ist.
  • Vorbaukästen werden außen an der Fassade angebracht und können so bewusst als Stilelement verwendet werden. Die Kästen sind in verschiedenen Formen und Farben erhältlich und können ganz dem eigenen Geschmack angepasst werden. Die einfache Installation dieser Variante macht sie übrigens auch besonders attraktiv für die Nachrüstung im Altbau.
  • Aufsatzkästen liegen als Teil des Fensters auf dem oberen Fensterrahmen und können bei Bedarf von außen verputzt werden. Sie sind einfacher zu montieren als Einbaukästen, allerdings geht durch Sie ein Teil der Fensterfläche verloren.

4. Sie kalkulieren nicht alle Kosten

Nun erhalten Sie noch einige Tipps um sich vor ungeahnten Zusatzkosten zu schützen. Kommunizieren Sie auf jeden Fall ausreichend mit Ihrem Fensterbauer über alle Preise. Sind Anfahrt und Lieferung in dem Angebotspreis bereits enthalten? Kostet die Demontage und Entsorgung Ihrer alten Fenster extra? Was ist, wenn das Projekt länger dauert als geplant?

Sollten Sie im Endeffekt mehr für Ihr Fensterprojekt ausgeben als geplant, kann das sehr frustrierend sein. Geben Sie daher Acht, wirklich alle der oben genannten Kosten abzuklären.

Finanzielle Entlastung für Ihr Vorhaben erhalten Sie durch staatliche Förderprogramme für Fensterisolierung. Sie können zum Beispiel bei der KfW eine anteilige Kostenübernahme oder einen günstigen Kredit zur Finanzierungshilfe bekommen, wenn Sie sich für energiesparende Fenster entscheiden.

Wollen Sie maximale Planungssicherheit erreichen, dann suchen Sie nach einem Fensterbauer der Festpreise anbietet. Dadurch wissen Sie von Anfang an, was Sie später ausgeben werden. Bedenken Sie jedoch, dass bei nachträglichen Änderungswünschen Ihrerseits natürlich auch das Angebot angepasst wird.

Die wichtigsten Punkte, die Sie zum Thema Kosten beachten müssen, werden hier nochmal in einer Checkliste zusammengefasst:

Checkliste Fensterkosten

  • Wie werden Anfahrt und Lieferung berechnet?
  • Welche Kosten fallen für Zusatzausstattung wie Rollläden und Fliegengitter an?
  • Kann ich staatliche Förderungen in Anspruch nehmen?
  • Gibt es Zusatzkosten für Demontage und Entsorgung der alten Fenster?

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