Gesundheitsbewusst bauen mit traditionellen Materialien

Wohngesunde Baustoffe haben in der Regel auch eine deutlich bessere Ökobilanz.

Wohngesunde Baustoffe haben in der Regel auch eine deutlich bessere Ökobilanz.

Immer mehr Menschen leiden unter lästigen Allergien und Unverträglichkeiten. Unter anderem lauert im eigenen Zuhause so manche Falle für die Gesundheit. Denn in der Vergangenheit wurden oft Baustoffe mit schädlichen Inhaltsstoffen verwendet. Diese Schadstoffe lösen sich im Lauf der Zeit und gelangen in die Atemluft des Menschen, was natürlich alles andere als zuträglich für die Gesundheit ist. Deshalb setzen immer mehr Bauherren auf das Bauen mit gesunden und ökologischen Baustoffen. Diese haben darüber hinaus weitere Vorteile, beispielsweise eine bessere Klimaregulierung in den eigenen vier Wänden.

Typische Baustoffe in alten Häusern

Beim Hausbau wurden ganz früher ausschließlich natürliche Materialien eingesetzt. Lehm, gebrannte Ziegel, Stroh als Dämmmaterial und zur Armierung von Putz an Wänden und Decken oder auch Schilfrohr zur Dacheindeckung, wie es heute noch in manchen Gegenden zu sehen ist. Diese traditionellen Baustoffe hatten ihre ganz eigenen Vor- und Nachteile. Ebenso typisch sind die damit verbundenen Verarbeitungsmethoden.

Im Laufe des letzten Jahrhunderts kamen dann viele neue und innovative Materialien auf den Markt. Vor allem Kunststoffe spielten zunehmend eine wichtigere Rolle – sei es in Verbundwerkstoffen oder beim Thema Wärmedämmung. Nicht immer waren hier von Anfang an die gesundheitlichen Risiken klar, etwa bei Asbest. Als problematisch erwiesen sich auch verschiedene Holzwerkstoffe, die das Raumklima beispielsweise durch die Emission von Formaldehyd belastet haben.

Traditionelle Baustoffe machen das Haus zum Öko-Bau

Heute gelten bezüglich der Schadstoffbelastung sehr strenge Vorgaben für die verschiedensten Baumaterialien. Zudem gewinnen in der modernen Bauwirtschaft sowie bei Renovierungsmaßnahmen der Baustoff Lehm sowie Putze aus Kalk und Lehm heute wieder zunehmend an Bedeutung. Diese können Bauherren notfalls sogar selbst herstellen, weil es sich bei den Zutaten im Grunde nur um Sande und Wasser handelt, wobei auf chemische Zusätze komplett verzichtet wird. Diese Baustoffe haben aber auch einen nicht unerheblichen Nachteil. So ist die Abbindephase bei Lehm- und Kalkputz relativ lang. Das heißt, die Materialien brauchen relativ lange zum Trocknen.

Haus mit wohngesunden Baustoffen renovieren - auf das Dach kommt es an

Insbesondere bei Bestandsimmobilien älteren Baujahres sollte der Besitzer ein besonderes Augenmerk auf die Dachsanierung haben. Schließlich schützt das Dach die Immobilie vor Witterungseinflüssen und hält in der kalten Jahreszeit die Wärme im Haus. In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten wurden für die Wärmedämmung am Dach bevorzugt Materialien wie Styropor oder Mineralwolle, also Stein- oder Glaswolle, verwendet.

Doch mittlerweile verwenden Bauherren, die ökologisch bauen wollen, wieder Materialien, die schon über Jahrhunderte hinweg verwendet wurden, jedoch ein wenig in Vergessenheit geraten sind. Dazu gehören beispielsweise Stroh oder Lehm. Diese sind inzwischen auch in modernen Varianten, etwa in Form von Lehmbauplatten, erhältlich. Sie zeichnen sich nicht nur durch Nachhaltigkeit aus, sondern auch dadurch, dass sie sich sehr einfach verarbeiten lassen und ein sehr angenehmes Wohnklima schaffen. Der Baustoff Lehm hat zudem eine gute Wärmedämmfähigkeit und ist wasserabweisend. Es ist also bei einer flächendeckenden Dämmung unmöglich, dass Feuchtigkeit ins Haus dringt.

Gesünder leben mit gesunden Baustoffen

Bauherren, die sich für den Neubau eines Eigenheims entscheiden, legen natürlich im Vorfeld ein ganz besonderes Augenmerk auf die Auswahl der Materialien. Dabei stehen wohngesunde Baustoffe für die verschiedensten Einsatzbereiche zur Verfügung. Von nachhaltigen Ziegelsteinen für das Mauerwerk über natürliche Dämmstoffe bis hin zu Materialien und Farben für den Innenausbau. Gerade dort sollten empfindliche Menschen besonders auf schadstoff- und chemiefreie Produkte achten.

Warum ökologische Baustoffe wichtig sind

In der Vergangenheit standen insbesondere energetische Aspekte im Hinblick auf die Nachhaltigkeit beim Hausbau im Vordergrund. Mittlerweile wird jedoch ein ganzheitlicher Ansatz für die Bauherren immer wichtiger. Sie wollen also auch die Schonung von Ressourcen und der Umwelt berücksichtigen, weshalb für sie im Vordergrund steht, dass sie möglichst klimaneutrale Baustoffe verwenden.

Das Ziel der Weltgemeinschaft besteht darin, die Energieressourcen möglichst effizient zu nutzen, wobei zugleich auch die Klima- und CO2-Bilanz verbessert werden soll. Die Baustoffe sollen möglichst wirtschaftlich produziert werden, zugleich aber auch für einen besseren Wohnkomfort sorgen und die gesundheitliche Belastung der Bewohner auf ein Minimum reduzieren. Deshalb betrachtet man einen ökologischen Baustoff auch in seiner Gesamtheit, also die gesamte Kette von der Gewinnung über die Verarbeitung bis hin zur Wiederverwertung.

Bei einem natürlichen Rohstoff ist neben der guten Ökobilanz auch die Nachhaltigkeit über den kompletten Lebenszyklus gewährleistet. Ökologische Baustoffe enthalten keine bedenklichen chemischen Zusätze, weshalb sie sich äußerst einfach recyceln und wiederverwerten lassen. Ironischerweise werden durch diesen Trend viele Baustoffe, die über Jahrhunderte hinweg verwendet wurden, nun wiederentdeckt. Der einzige Nachteil von ökologischen Baustoffen besteht darin, dass sie im Vergleich zu konventionellen Baustoffen unter Umständen mehr kosten.

Die Eigenschaften der verschiedenen Baustoffe

Ökologische Baustoffe kommen vor allem zum Einsatz, wenn es um die Dämmung mit natürlichen Materialien geht. Beispielsweise bieten sich als Alternative zu Glas- und Steinwolle, Schaumglas, Styropor und Blähton Materialien wie Hanf, Zellulose, Holzfaser oder Jute an. Zu den natürlichen Dämmstoffen gehören aber auch Seegras, Kokosfasern, Schafwolle und Flachs.
  • Besonders beliebt sind bei den Bauherren dabei die Materialien Zellulose und Holzfaser. Ersteres Material wird aus Altpapier produziert und zeichnet sich durch seine guten Schallschutzeigenschaften aus, Holzfaser hingegen entsteht in der verarbeitenden Industrie als Abfallprodukt. Wichtig ist in beiden Fällen ein guter Schutz vor Feuchtigkeit, weil ansonsten die Gefahr besteht, dass sich Schimmel bilden könnte.

  • Relativ günstig in der Anschaffung ist die Wärmedämmung aus Jute, weil der Baustoff aus gebrauchten Jutesäcken hergestellt wird.

  • Zu den besonderen Eigenschaften von Flachs zählt, dass dieses Material widerstandsfähig gegen Schimmel ist, während bei Schafwolle die Gefahr von Verrottung und Insektenbefall besteht.

  • Eine negative Eigenschaft von Schilf besteht darin, dass dieses Material äußerst leicht entflammbar ist. Es eignet sich also nicht uneingeschränkt als Dämmmaterial.

Ein nachhaltiges Haus

Die Nachhaltigkeit in den eigenen vier Wänden geht allerdings weit über den Einsatz von ökologischen Baustoffen beim Bauen oder Sanieren hinaus. Für mehr Nachhaltigkeit sorgen beispielsweise intelligente Gebäudeinstallationen wie etwa mehrfach verglaste Dachfenster, welche solarbetriebene Rollläden besitzen.

Wer Regenwasser als Brauchwasser im Haushalt oder in seinem Garten verwenden möchte, sollte darüber nachdenken, ob er sich nicht eine Zisterne anschafft. In diese Zisterne kann auch das Regenwasser aus der Regenrinne in die Zisterne geleitet werden, sodass ein optimaler Nutzungseffekt entsteht und stets ausreichend Brauchwasser zur Verfügung steht.

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