Internetanschluss beim Neubau beantragen

von Konstantin Matern
(Sehnde, Niedersachsen)

1. TAE beim Neubau

1. TAE beim Neubau

Im Rahmen des Hausbaus ist irgendwann der Zeitpunkt, da an dem man sich als Bauherr um den Internetanschluss Gedanken macht. Wer selber baut, muss sich genau wie um den Wasser- oder Gasanschluss kümmern. Hierbei gibt es einige Hürden. In diesem Artikel verraten wir Ihnen, worauf Sie bei der Beantragung eines Internetanschlusses im Rahmen des Neubaus achten müssen.


Tipp: Kümmern Sie sich frühzeitig um Ihren neuen Hausanschluss. So kommt es zu keinen Verzögerungen während des Hausbaus. Die Telekom empfiehlt einen Vorlauf von 20 Wochen. Am besten wird der Internet-Hausanschluss zusammen mit dem Stromanschluss beantragt.

In 4 Schritten den Internetanschluss beantragen

1. Schritt: Gemeinde fragen

Zuerst sollte bei der Gemeinde nachgefragt werden, welcher Netzbetreiber für das Baugrundstück zuständig ist. In den meisten Fällen ist es die Telekom bei der Sie einen Telefonanschluss beantragen müssen. Der Netzanbieter wird Ihnen sagen können, welche Bandbreiten zur Verfügung stehen und ob überhaupt derzeit in Ihrem Baugebiet Ports (in den Verteilerkästen) frei sind.

2. Schritt: Bauherrenberatung des Netzanbieters kontaktieren

Nun gilt es die Bauherrenberatung des Netzbetreibers zu kontaktieren. Bei der Telekom heißt dieser Bauherrenservice. Fragen Sie nach, welche Unterlagen Sie für die Beantragung eines Internet- und Telefonanschlusses brauchen. In der Regel fragt die Telekom nach folgenden Unterlagen, die Sie ausfüllen und zusenden müssen:

  • Erklärung zum Gebäude-Potentialausgleich (Elektriker fragen)

  • Amtlichen Lageplan inklusive des Gebäudegrundrisses im Maßstab 1:500

  • Liegenschaftskarte, die das Grundstück im Baugebiet zeigt

  • Weitere Auftragsunterlagen mit Anzahl an Wohn- und Geschäftseinheiten, Wunsch zum Bau des Anschlusses (z.B. oder- oder unterirdisch) und Informationen zum Maß von Grundstücksgrenze bis Hauseinführung.
  • 3. Schritt: Unterlagen besorgen

    Im nächsten Schritt muss der Bauherr Lageplan und Grundriss vom Architekten besorgen. Die Hauseinführung muss auf dem Lageplan eingezeichnet sein. Das ermöglicht dem Netzbetreiber die Einführung zu planen.

    4. Schritt: Unterlagen an Netzbetreiber senden

    Senden Sie nun alle erforderlichen Dokumente an den Netzbetreiber. Schreiben Sie dazu zu welchem Termin Sie Ihren Anschluss wünschen und wie die Leitung ausgeführt werden soll.

    Tipp: Es ist ratsam den Hausanschluss mit der Tiefbaufirma und den Versorgern von Gas und Strom zu koordinieren. Werden alle Leitungen gleichzeitig verlegt, ist der Ablauf reibungslos. So werden die Erdarbeiten effizient gestaltet.

    Welche Arten von Zugangstechnologien gibt es?

    Neben dem herkömmlichen Internetanschluss der Telekom über die Telefonleitung (ca. 53 % aller Haushalte nutzen einen DSL-Anschluss) gibt es noch andere alternative Zugangstechnologien. Es ist ratsam sich im Internet über eine DSL-Verfügbarkeit Karte zu informieren, welche Techniken neben DSL im eigenen Wohnort verfügbar sind.

    Kabel-Internet: Internet über den Kabelanschluss

    Ist ein Kabelnetzbetreiber im Wohnort aktiv? Die Anbieter Vodafone und Unitymedia bieten bundesweit Kabelanschlüsse an. Sind diese rückkanalfähig, kann der Bauherr diese auch für den Internetanschluss nutzen. Kabelanbieter können 1 Gbit/s schnelles Internet über Koaxialleitungen bereitstellen. Voraussetzung ist, dass der Kabelanbieter das Wohngebiet mit ausbaut.

    Glasfaser-Internet für Internet mit Highspeed

    Eine Technik mit Zukunft ist FTTH (Fiber-to-the-home). Dabei legt ein Glasfaseranbieter eine Glasfaserleitung bis in’s Haus. Solche Anbindungen sind in der Regel kostenintensiv. Dafür erhalten Bauherren extrem schnelle Internetleitungen, die in der Zukunft noch deutlich schneller werden dürften. 1 Gbit/s sind Stand 2019 bereits für Privathaushalte möglich.
    Sie könnten im Rahmen eines Netzausbaus in dem Wohngebiet den Glasfaseranschluss kostenlos bekommen, wenn ein Glasfaseranbieter in Ihrem Neubaugebiet allen Bauherren diesen Anschluss anbietet. Fragen Sie dazu den lokalen Glasfaseranbieter in Ihrer Gemeinde.

    LTE-Internet als Alternative

    Wer auf dem Land baut, könnte Probleme bekommen einen Breitbandanschluss zu erhalten. Sind nur 6 oder 16 Mbit/s über den Telefonanschluss zu erwarten, so bietet sich LTE als Alternative an. Die LTE-Netzbetreiber Vodafone, Telekom und o2 haben in den letzten Jahren die LTE-Verfügbarkeit auf über 90 Prozent gebracht.

    Je nach Gemeinde liegt die LTE-Verfügbarkeit sogar bei 99 Prozent. Gesurft wird bei LTE (Long-Term-Evolution) über das Mobilfunknetz. Dank LTE-Router ist im Haus sogar WLAN nutzbar. Als Nachteil gilt hier aber, dass es wie auch beim Handyvertrag ein monatliches Datenvolumen gibt. Dieses liegt je nach Tarif bei 200 oder 300 GB pro Monat. Die meisten Haushalte sollten damit auskommen und können bei höherem Bedarf auch Datenvolumen nachbuchen.

    Was kostet der Internetanschluss beim Neubau?

    Für die Verlegung der Leitung und Anbindung des Hauses fallen Anschlusskosten an. Die Telekom berechnet einmalig 799,95 Euro für den Hausanschluss „innen“. Dazu wird die Telefonleitung bis in’s Haus gelegt. Die Verkabelung mit der 1. TAE muss der Elektriker vornehmen.

    Bauherren können einen Bonus erhalten – etwa wenn sie einen Telekom Magenta-Anschluss (IP-basiert) mit in ihr neues Eigenheim nehmen. Auch andere Anbieter (Glasfaser) bieten oftmals Rabatte für den Hausanschluss, wenn Bauherren einen Tarif mit einer Laufzeit von 24 Monaten buchen. Hier gilt es die Aktionen im Auge zu behalten.

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