Baustrom und Wasseranschluss

von Andreas
(Wien)

Ist es möglich, den Wasseranschluss und den Baustrom bei den Erdarbeiten gleich mitbaggern zu lassen und schon an die richtige Stelle der späteren Bodenplatte hin zu legen? Viele Grüße, Andreas.

Bauhilfe24-Antwort

Möglich ist grundsätzlich alles. Sinnvoll ist Ihr Vorhaben allerdings nur, wenn die provisorischen Anschlüsse für Baustrom und Bauwasser an der Grundgrenze zum öffentlichen Gut (also im Bereich der Grundstückszufahrt) bereits vorhanden sind. Wenn ja, könnte also auch schon die Leerrohr-Verbindung zu den späteren, richtigen Anschlüssen vorbereitet werden. Ob auch gleich die richtigen Leitungen für Strom und Wasser in die Leerrohre eingelegt werden, ist Geschmackssache. Tatsache ist, dass diese Leitungen bis zur Herstellung der richtigen Anschlüsse keine Funktion haben, weil während der Bauzeit Baustrom und Bauwasser über die provisorischen Anschlüsse bezogen werden müssen.


WENN diese Leitungen schon kurz nach dem Baubeginn hergestellt werden, hätte das den Vorteil, dass diese Leitungen nach der Baufertigstellung im Bereich der provisorischen Anschlüsse nur entsprechend umgeschlossen werden müssen. Nachteil: Während der Bauzeit könnten die bereits verlegten Leitungen Schaden nehmen. Beispielsweise durch Schwerfahrzeuge, durch unvorhergesehene Grabarbeiten oder auch durch Vandalismus. Wie schon gesagt: Möglich ist alles...

Leider haben Sie mir nicht verraten, ob bei Ihrem Haus ein Keller ausgeführt werden soll oder nur eine Bodenplatte. Ich gehe daher davon aus, dass es nur um eine Bodenplatte geht. Andernfalls würden die Anschlussleitungen ja über wasserdichte Rohrdurchführungen im Bereich der Kelleraußenwände ins Haus geführt. Wird also ein Keller ausgeführt, würde sich die Frage gar nicht stellen, ob im Bereich der Bodenplatte irgendwelche Einbauten gleich "mitgemacht" werden sollen. Das könnte nur der Kanal sein, wenn der Hauptkanal so tief liegt, dass Ihr Kanalanschluss unter der Bodenplatte ausgeführt werden muss.

Dass Sie auch im Bereich der Bodenplatte entsprechende Leerrohre für die späteren Anschlussleitungen einbauen KÖNNEN, steht wohl außer Frage. Mit Ausnahme der Kanalleitungen MÜSSEN unter der Bodenplatte aber keine zusätzlichen Leitungen eingebaut werden, wenn diese dann die Bodenplatte durchdringen. Da auch eine Bodenplatte ohne Keller wasserdicht ausgeführt werden sollte, würden zusätzliche Leitungseinbauten im Hochwasserfall nur zusätzliche Angriffspunkte sein. Empfehlenswert wäre es daher, alle Versorgungsleitungen im geschützten Bereich AUF der Bodenplatte zu verlegen.

Und wie schon kurz erwähnt, haben Sie mir leider auch nicht verraten, ob die Anschlüsse für Baustrom und Wasser bei Ihrem Grundstück schon vorhanden sind. Wenn nicht, ist die Sache ganz einfach: Nehmen Sie mit den zuständigen Versorgungsunternehmen Kontakt auf und klären Sie vor Ort folgende Punkte:
  • Lage und Ausführung der provisorischen Anschlüsse?
  • Wer macht was für die Herstellung der provisorischen Anschlüsse?
  • Wann werden von wem welche Zähleinrichtungen montiert?
  • Wie wird der Strom- oder Wasserverbrauch abgerechnet?
  • Wann und wie werden die richtigen Anschlüsse hergestellt?
  • Wie muss die Verbindung von den Anschlüssen an der Grundgrenze bis zum Haus ausgeführt werden?
  • Wie müssen die Leerrohr-Leitungen ausgeführt werden?
  • Sind bei starken Richtungsänderungen der Leerrohre für die Wasserleitung Kontrollschächte auszuführen?
  • Wie ist die Einführung ins Haus auszuführen?
  • Und sicherheitshalber nochmals fragen, wei viel die Anschlüsse kosten und wenn diese zu bezahlen sind, kann auch nicht schaden.
Alles klar? Wenn noch irgendetwas unklar ist, einfach über meinen BauXpress FAQ-Service eine neue Frage stellen...

Mehr Erfolg beim Hausbau!

Wilfried Ritter
Autor und Herausgeber
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HSB | Haus-Selber-Bauen.com
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