Sockel verputzen

von Frank
(Münster)

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Wie verputzt man den Sockel selbst? Der Sockelputz gehört zu den unangenehmsten Arbeiten beim Häuserbau. Oftmals bieten ihn Fertighaus- und Massivhausanbietern in ihren Dienstleistungen nicht mit an. Aus gutem Grund, denn mitunter müssen Heimwerker ums ganze Haus im Schlamm auf allen Vieren gehen, um den Sockelputz anzubringen.


Obendrein ist diese Dienstleistung nicht günstig. Wer den Sockel professionell verputzen möchte, muss Kosten im vierstelligen Bereich einkalkulieren. Der nachfolgende Ratgeber erklärt, wie Heimwerker den Sockel selbst verputzen können.

Warum ein solider Sockelputz wichtig ist

Über das gesamte Jahr hinweg ist das eigene Haus externen Gefahren und wechselnden Witterungsbedingungen ausgesetzt. Regen, Sonne, Wind und Schnee wirken in regelmäßigen Abständen auf das Haus ein. Auch deshalb benötigt das Eigenheim neben einem soliden Fundament einen stabilen Sockel. Da der Sockel öfter als andere Teile des Hauses widrigen Witterungsbedingungen ausgesetzt ist, sollten Hausbesitzer dessen Putz öfter erneuern. Mit ein wenig handwerklicher Begabung lässt sich dieses Vorhaben auch ohne professionelle Hilfe ausführen.

Unterschiedliche Sockel beachten

Sockel sind teilweise so individuell wie die Häuser selbst. Sprich, es gibt unterschiedliche Ausführungen, die sich in drei Arten aufteilen lassen. Der erste Typ heißt "vorspringende" Sockel. Insbesondere bei älteren Häusern sind diese häufig zu finden. Hierbei setzt sich der Sockel deutlich von der Fassade ab. Nachteilig an dieser Bauform ist der Umstand, dass die Oberkante des Vorsprungs mit starken Witterungsbedingungen zurechtkommen muss. Eine weitere Variante nennt sich "zurückgesetzter Sockel".

Durch einen Rücksprung werden Wand und Sockel voneinander getrennt. Das bringt den Vorteil mit sich, dass sich Reparaturen leichter ausführen lassen, da nicht in die Fassade eingegriffen werden muss. Zuletzt gibt es den "bündigen Sockel", der mit der Mauer auf einer Ebene liegt. Aufgrund der einheitlichen Gestaltung ist der Sockel jedoch besonders anfällig. Im Schadensfall können daher häufig nur Fachleute eingreifen und korrigieren.

Welche Schäden können am Sockelputz entstehen?

Am Sockel kommt es immer wieder zu Baumängeln, die sich negativ auswirken. Wie unabhängige Bausachverständige schätzen, treten auf kontrollierten Baustellen teilweise in 90 Prozent Verarbeitungsmängel auf. Meistens handele es sich dabei um Feuchtigkeit, die in den Sockelputzbereich eindringt.

Neben den Feuchtigkeitsmängeln treten am Sockelputz außerdem oft Risse oder Blasen auf. Putze mit Kalk- oder Zementanteilen können außerdem auch abbröckeln. Doch ganz gleich, um welchen Schaden es sich handelt: Dieser sollte umgehend beseitigt werden, um Folgeschäden am Putz zu vermeiden.

Sockel verputzen Schritt für Schritt

Heimwerker, die ein wenig Erfahrung mitbringen, können die fehlerhaften Stellen im Putz mit ein wenig Geschick selbst erneuern. Zunächst einmal sollten Heimwerker das benötigte Werkzeug bereitlegen. Je nach Art des Sockels benötigt man Werkzeug wie eine Bohrmaschine, Drahtbürste sowie Maurerhammer und -kelle. Auch Handfeger, Meißel, Quast, Schaufel und Spaten gehören zu den möglicherweise benötigten Utensilien.

Hinweis: Die Mindesthöhe, die ein Sockel zum Erdreich haben sollte, beträgt 30 Zentimeter. Doch das alleine reicht meist nicht. Idealerweise sollte der Gebäudesockel auf 50 bis 100 Zentimeter über der wasserführenden Schicht verputzt werden.
  • Im ersten Schritt geht es darum, die Sockelzone auf die anstehenden Arbeiten vorzubereiten. Hierbei sollte ausschließlich bei gemäßigten Temperaturen sowie bei trockenem Wetter gearbeitet werden. Nun tragen Heimwerker rund um den Sockel das Erdreich bis zu fünf Zentimeter ab. Auch Kies, der sich um das Haus herum befindet, sollte weggeschoben werden.

  • Anschließend gilt es, den Untergrund auf seine Festigkeit und Tragfähigkeit hin zu prüfen. Sofern es minderfeste Oberflächen gibt, sollten diese vorab entfernt werden. Jedoch darf der eigentliche Sockel dadurch nicht zu Schaden kommen.

  • Nur dann, wenn das Mauerwerk vollständig trocken ist, können Heimwerker den neuen Putz auftragen. Je nachdem, welche örtlichen Gegebenheiten vorherrschen, kommen Zement-, Kalk- oder Sanierputz in Betracht. Aus Zement gemachter Putz bringt wasserabweisende und frostbeständige Eigenschaften mit.

    Da er auch hohem Druck standhält, wird er vielfach als idealer Putz gehandelt. Kalkputze indes sind preiswert, wobei sie möglicherweise nach einer gewissen Zeit erneuert werden müssen. Hingegen sind Sanierputze nur gering saugfähig. Sie können daher selbst bauschädliche Materialien wie Salze binden und im Mauerwerk einlagern.

  • Zunächst sorgen Heimwerker mit einer Universalgrundierung für bessere Haftung. Dies sorgt dafür, dass der Untergrund nicht so viel Feuchtigkeit aufnimmt und erleichtert die Anhaftung des neuen Putzes. Je nachdem, in welchem Zustand sich der Sockel befindet, kann auch eine weitere Grundierung sinnvoll sein.

  • Im nächsten Schritt wird der Unterputz aufgetragen. Ist der Mörtel mithilfe der Baumaterialien angemischt, lässt er sich mit der Kelle auf die Außenwand auftragen. Liegen größere Schäden vor, gilt es, diese mit einem Armierungsgewebe zu überbrücken, um Spannungen zwischen Materialien und Baustoffen abzufangen. Danach muss dieser Unterputz erst einmal gründlich trocknen, ehe eine zweite Schicht aufgetragen werden kann.

  • Nach etwa zwei bis drei Tagen können auf der getrockneten Schicht die "Schönheitsarbeiten" beginnen. Nun lässt sich der komplette Sockel verputzen und glätten. Auch diesmal muss er komplett durchtrocknen.

  • Schlussendlich kommt es bei der Fassadengestaltung ebenfalls darauf an, die Übergangsfläche zu arrangieren. Denn neben dem Sockel schließen sich selbstverständlich weitere Elemente wie etwa Fußwege, Rasen oder Einfahrten an. Wichtig ist dahingehend eine vom Haus wegführende Neigung, die etwa zwei Prozent Gefälle aufweist.

    Um den Übergang zwischen Hauswand und Boden zu gestalten, bieten sich Kiesel oder Schotter um den Sockel herum an. In manchen Fällen - beispielsweise bei häufigem Schlagregen - kann eine Entwässerungsrinne sinnvoll sein. Diese lässt sich direkt am Sockel installieren und sorgt dafür, dass das Wasser problemlos in den Untergrund abläuft. Alternativ eignen sich auch leicht abschüssig gelegene Gehwegplatten, die den Regen vom Sockel wegführen.
Hinweis: Prinzipiell lässt sich ein Sockel mit jeder wasserbeständigen Fassadenfarbe streichen. Bei einem fertig verputzen Sockel sollte man idealerweise eine darauf abgestimmte Farbe wählen.

Welche Kosten für den Sockelputz entstehen

Einfaches, zementäres Material ist im Baumarkt bereits zu Preisen ab 60 Cent erhältlich. Für Sockelputze, die "zusätzliche Funktionen" haben, sollten Heimwerker hingegen bis zu drei Euro pro Kilogramm einkalkulieren. So ergeben sich für einen Sack mit Sockelputz - abhängig vom Material - Kosten im Preisrahmen zwischen 15 und 50 Euro. Insgesamt sollten Heimwerker für den kompletten Sockelputz mit Kosten zwischen 50 und 60 Euro pro m² rechnen. Sofern lediglich der Oberputz neu gestaltet werden muss, fallen die Kosten deutlich niedriger aus. Dennoch ist hier von mindestens 15 bis 25 Euro pro m² auszugehen.

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Bild 01: Pixabay.com © geralt
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