"Hausbau Basis-Wissen über Holzbau, Arbeitshilfe für Ihr selbst erstelltes Leistungsverzeichnis (LV) zur Ausschreibung der Zimmermannsarbeiten für den geplanten Holzbau und LV-Inhalt mit allen im Excel Muster-LV enthaltenen besonderen Vertragsbestimmungen und Auswahlpositionen."
Sie können mit der Leistungsgruppen-Auswahl direkt zu den Leistungspositionen (Pos.) der ausgewählten Leistungsgruppe springen oder zuerst nach unten scrollen und die wichtigsten Informationen über den Holzbau lesen.
LG 09 Besondere Vertragsbestimmungen
Geht es rein nach den statistischen Zahlenwerten, kann die Frage, ob Sie sich eher für ein Haus in Holzbauweise oder doch lieber für einen Massivbau entscheiden sollten, ziemlich eindeutig zugunsten eines massiven Hauses beantwortet werden.
Obwohl die Anzahl der jährlich errichteten Holzhäuser langsam aber sicher steigt, liegt der prozentuelle Anteil der Holzbauweise immer noch unter 20 Prozent.
Heißt im Umkehrschluss, dass sich von 10 Bauherren immerhin 8 gegen einen Holzbau entscheiden und der Massivbauweise den Vorzug geben.
Das sagt aber gleichzeitig auch viele über Holzhäuser aus - vor allem, dass es sich dabei um etwas Besonderes handelt. Falls also auch Sie vielleicht nicht unbedingt immer nur mit dem Strom schwimmen wollen, sondern offen für Alternativen sind, könnte ein Holzhaus aus vielen guten Gründen möglicherweise genau die zu Ihnen passende Bauweise sein:
Holz ist ein natürlicher Kohlenstoffspeicher und schützt damit das Klima. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, wobei in waldreichen Gegenden wie Österreich in einem Jahr mehr Holz nachwächst als im selben Zeitraum insgesamt verbaut wird.
Im Hinblick auf die Qualität Ihres Hauses müssen Sie sich bei beiden Varianten keine Gedanken darüber machen, welche Bauweise die bessere ist. Richtig ausgeführt, wird es jedenfalls keinen messbaren Unterschied zwischen einem Holzbau und einem Massivbau geben.
Unbestritten ist allerdings - und das werden alle Hausbesitzer, die in einem Holzhaus leben, bestätigen können -, dass in einem Haus aus Holz ein in jeder Hinsicht angenehmes Wohnklima herrscht.
Allein durch die im Vergleich zu wesentlich kälterem Verputz sorgt die Oberflächentemperatur der Holzoberflächen für ein angenehmeres Wohngefühl.
Darüber hinaus hat die Holzbauweise aus einem ganz anderen Grund wesentliche Vorteile gegenüber einem aus Ziegelmauerwerk errichtetem Haus:
Wände aus Holz sind zwar wesentliche komplexer als eine einfache Ziegelwand, in der Praxis kommt es bei
Holzbauten durch mangelhafte Bauausführung aber trotzdem zu weniger Schäden als bei
Ziegelmassivhäusern.
Warum beim Holzbau nachweislich weniger Schäden als bei Ziegelmassivhäusern zu beklagen sind, scheint auf der Hand zu liegen:
Für die ausführenden Zimmerleute und Holzbau-Meisterbetriebe sind die hohen Anforderungen an die Luftdichtheit eines Wohngebäude schlicht und einfach schon seit vielen Jahren praktisch täglicher Arbeitsalltag.
Überall dort, wo bei Bauteil-Übergängen im Bereich der Gebäudehülle undichte Stellen auftreten können, wird innen und außen automatisch alles sorgfältig mit passenden Klebebändern luftdicht verschlossen.
Im Gegensatz zu vielen Baufirmen, deren Mitarbeiter oft bis heute noch keine einschlägigen Einschulungen im Hinblick auf die praktische Umsetzung einer luftdichten Bauweise erhalten haben.
Dass die Errichtung von Häusern in Holzbauweise im Allgemeinen komplexer und anspruchsvoller ist als beim herkömmlichen und altbekannten Massivbau, wissen Sie bereits. Stellt sich nur noch die Frage, warum das so ist.
Fakt ist, dass Außenwände aus Holz aus mehreren Schichten mit unterschiedlichen physikalischen Eigenschaften bestehen. Dadurch ist die Gefahr von Schäden durch Kondenswasser aufgrund von Luftundichtheiten einfach wesentlich höher.
Somit muss beim Holzbau auch viel genauer und vorsichtiger gearbeitet werden, weil jede Durchdringung der Wände, jede Steckdose und jede Naht, die mit Klebeband abgedichtet werden muss, das Risiko von Undichtheiten erhöht.
Das Positive daran: Speziell beim Holzbau wissen sowohl Zimmerer als auch Installateure über die Wichtigkeit der Luftdichtheit in der regel bestens Bescheid und achten daher ganze genau darauf, dass Folien oder Dampfbremsen
aus allen möglichen anderen Materialien nicht beschädigt werden.
Besteht die Außenwand hingegen im Wesentlichen nur aus einer Schicht, nämlich aus einer Ziegelmauer, wird diese normalerweise so behandelt und bearbeitet, wie das "immer schon" üblich war.
Das führt dann auch zu unnötigen Stemmarbeiten in Außenwänden, die in der luftdichten Bauweise aber besser nur mit Mauernutfräsen bearbeitet werden sollten. Vor allem auch dann, wenn eine Fassade mit Hinterlüftung geplant ist und durch beschädigte Ziegel Luftundichtheiten fast vorprogrammiert sind.
Auch wenn der Holzbau bei Weitem nicht so verbreitet ist wie der Massivbau, spricht absolut nichts gegen ein Holzhaus.
Und falls Sie trotzdem unsicher sind, welche Bauweise für Sie persönlich die optimalste wäre, haben Sie ja auch noch die Möglichkeit, sich für eine Mischbauweise zu entscheiden.
Vielleicht auch genau so, wie sich die Bauherren bei jenem Bauvorhaben entschieden haben, welches hier auf Haus-Selber-Bauen.com als anschauliches Musterbeispiel für den Bau eines privaten Wohngebäudes vom Website-Autor in allen Phasen fotografisch dokumentiert wurde.
Eine noch besseres Beispiel für eine gelungene Mischbauweise gibt es kaum. Die komplette Fotodokumentation mit hunderten Detailbildern über die Entstehung dieses besonderen Zweifamilienhauses können Sie auf der eigenen Projektseite bauimbild.com bestaunen.
Holz im Allgemeinen ist ein überaus umfangreiches Thema, welches wiederum in eine fast unüberschaubare Anzahl an Unterthemen zerlegt werden könnte. Holzarten, Bauweisen, Holzschutz, um nur einige davon zu nennen.
Alle Themen zusammen haben aufgrund der speziellen hygroskopischen Eigenschaft von Holz am Ende in irgendeiner Form mit Feuchtigkeit zu tun.
Die hygroskopische
Eigenschaft von unbehandeltem Vollholz, Feuchtigkeit aus der Raumluft aufnehmen und wieder abgeben zu können, führt dazu, dass Holz während der Trocknung die Form verändert - es schwindet, verliert also Volumen und wird dadurch kleiner.
Nimmt trockenes Holz hingegen durch einen höheren Wassergehalt in der Luft mehr Feuchtigkeit auf, vergrößert sich dadurch das Volumen - es quillt auf und wird dadurch größer.
Dieses Schwinden und Quellen von Holz innerhalb des üblichen Feuchtigkeitsbereichs ist ein normaler Vorgang, der unter der Bezeichnung Arbeiten des Holzes allgemein bekannt ist. Genau dieses Wissen, wie Holz durch die Trocknung seine Form verändert, ist die Grundlage für das richtige Bauen mit Holz.
Naturgemäß beginnt beim Holzbau alles mit dem Baum. Und dass ein Baum Wasser enthält, ist Allgemeinwissen. Weniger klar ist wahrscheinlich, dass in einem Baum praktisch zwei verschiedene Arten von Wasser enthalten sind.
Fasersättigungsbereich
Nach dem Fällen eines Baumes dauert es je nach Holzart und Dicke des Baumstammes einige Wochen oder sogar Monate, bis das freie Wasser das geschlägerte Holz verlassen hat.
Liegt der Wasser- bzw. Feuchtegehalt des Holzes über dem Fasersättigungsbereich, kommt es praktisch zu keiner nennenswerten Formveränderung mehr. Das Holz verändert seine Form dann (durch Trocknung) nur mehr, wenn es das gebundene Wasser verliert - es schwindet.
Aus den bisherigen Erkenntnissen ergibt sich, dass es beim Holzbau vor allem dann zu Schäden und Problem kommt, wenn zu nasses Holz eingebaut wird, dieses Holz im eingebauten Zustand schwindet und damit seine Form ändert.
Um genau das zu verhindern, sollte Holz immer mit jenem Wassergehalt eingebaut werden, der auch am späteren Einbauort zu erwarten ist. Konkret bedeutet das in der Praxis, dass das Holz immer mit der späteren sogenannten Gleichgewichts- oder Ausgleichsfeuchte eingebaut werden sollte.
Dazu muss natürlich auch bekannt sein, welche Ausgleichsfeuchte sich am späteren Einbauort üblicherweise einstellen wird. Ein Beispiel: In einem Raum mit einer relativen Luftfeuchtigkeit von 50 % und einer Raumtemperatur von 20 °C liegt die Ausgleichsfeuchte zwischen 8 % und 10 % - also bei durchschnittlich rund 9 %.
Durchschnittliche Ausgleichsfeuchte verschiedener Baustoffe zum Vergleich:
Wenn Sie als Bauherr mit Prozent-Werten über verschiedene Holzfeuchten konfrontiert werden, sind damit in der Regel immer "Masseprozent" gemeint. Und diesen Werten sollten Sie als Bauherr die größte Aufmerksamkeit schenken.
Ab einer Holzfeuchte von 20 % können Holzbauteile von schädlichen und das Holz zerstörende Pilzen befallen werden. Umso wichtiger ist es daher, auf die maximal zulässige Holzeinbaufeuchte zu achten.
Sie würden gern mehr über den Holzbau und die praktischen Anwendung der verschiedenen Baustoffe und Bauteile sowie über die zugelassenen und geprüften Bauteilfügungen erfahren?
In diesem Fall lohnt sich ein Blick in den führenden Online-Katalog dataholz.eu. Diese Fundgrube für praktisches Holzbau-Wissen wird auch von ausführenden Bau- und Holzbaufirmen als professionelle Informationsquelle genutzt.
Link-Tipp
Bauteilkatalog mit ökologisch und bauphysikalisch geprüften und zugelassenen Holz- und Holzwerkstoffen sowie Bauteilfügungen und Bauteilen für den Holzbau.
Unter dem Punkt "Anwendungen" können Sie auch hilfreiche technische Broschüren herunterladen und für Ihr eigenes Bauvorhaben nutzen.
Vollständige Inhalte mit Ausschreibungstexten für alle Leistungsposition dieser Leistungsgruppe LG 09 Holzbau sowie alle Einheitspreise sind in diesen Excel-Vorlagen bzw. LV-Versionen enthalten:
Sofern im Online-LV Einheitspreise angegeben sind, handelt es sich dabei um EU-Durchschnittspreise, die mit den Excel-Vorlagen durch Eingabe der aktuellen Indexzahl auf die für IHR Land gültigen Baupreise umgerechnet werden können.
Für diese Leistungsgruppe gelten folgende Regelungen und Punkte:
Für Holzkonstruktionen wird raues, vorzugsweise wintergeschlägertes und naturgetrocknetes Nadelholz als Vollholz verwendet. Die Ausführung der Holzverbindungen müssen den Fachregeln des Zimmererhandwerks entsprechen.
In Innenräumen dürfen grundsätzlich keine Holzschutzmittel verwendet werden, auch nicht in innenliegenden Konstruktionshölzern.
Im Außenbereich sind alle gehobelten Sichtholzteile bei Bedarf mit weitgehend unbedenklichen Holz- und Wetterschutzanstrichen (z.B. wasserlösliche Naturharzfarben) nach Herstellerangaben zu streichen. Standardfarben nach Wahl des Auftraggebers.
Sofern Wärmedämmungen im Leistungsumfang enthalten sind, sind die vorgegebenen U-Werte laut Planung einzuhalten. Bei Bedarf sind die ausgeschriebenen Dämmstärken entsprechend anzupassen.
Außenwände werden nach der Fläche der jeweiligen Außenansicht / Fassadenfläche von Außenkante zu Außenkante gerechnet, Innenwände nach der Ansichtsfläche. Die Abrechnung erfolgt hohl für voll, Öffnungen für Fenster und Türen über 4 m² werden abgezogen.
Für die fachgerechte Ausführung der Eck- und Wandverbindungen sowie der erforderlichen Auswechslungen für Öffnungen erfolgt keine Vergütung. Bei Geschoßdecken erfolgt die ....
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Unabhängig von den in den Plänen dargestellten Holzquerschnitten, liegt die statische Berechnung und normgerechte Herstellung im Verantwortungsbereich des Auftragnehmers.
Bei der Bemessung der konstruktiven Hölzer durch den Auftragnehmer sind die regionalen Gegebenheiten zu berücksichtigen.
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Wegweiser & Navigationshilfe
LG 09 Holzbau
Besondere Vertragsbestimmungen
Mit dieser Navigationshilfe können Sie das gesamte Online-Muster-LV auch (fast) wie ein echtes Buch seitenweise durchblättern.
Mit allen Antworten auf Fragen, die sich auch der Website-Autor und Muster-LV-Entwickler vor einem Kauf einer LV-Version gestellt hätte.
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