Welche Bauweisen es überhaupt gibt und was für SIE die optimalste Hausbau-Lösung ist

Bauweisen

WENN ES UM DIE BAUWEISEN im Allgemeinen und später um die Entscheidung der meisten Bauherren geht, in welcher Bauweise das eigene Einfamilienhaus schlussendlich gebaut werden soll, könnten die Meinungen der angehenden Hausbesitzer nicht unterschiedlicher sein. Sich hier als Laie für das "Richtige" zu entscheiden, ist jedenfalls ganz schön schwer. 

Gerade in der Anfangsphase auf dem Weg zum eigenen Haus scheitert sogar das eine oder andere geplante Bauvorhaben nur an den ungezählten Möglichkeiten, die jeder Bauherr in der heutigen Zeit  hat. Zugegeben, das sind sicherlich nur vereinzelte Fälle und damit Ausnahmen.

Aber die Auswahl an möglichen Bauweisen ist tatsächlich ziemlich groß und von Leuten, die sich das erste Mal mit dem Hausbauen beschäftigen, nicht immer auf Anhieb zu durchblicken: 

Massivbauweise, Fertigbauweise, Blockhaus, Skelettbauweise, Massivholzbau oder Fachwerkhaus, wobei das nur die wichtigsten Haupt-Unterscheidungsmerkmale der verschiedenen Bauweisen sind. Davon bietet allerdings jede einzelne Bauweise wiederum viele andere Möglichkeiten. Ziegelmassiv, Ziegel-Fertigteil, Betonbau, Holzrahmen-Bauweise, Holztafeln, Blockbohlen oder eine Kombination der einzelnen Bauweisen.

Unabhängig von der Bauweise sind darüber hinaus viele Häuser auch als Ausbauhaus oder Bausatzhaus zu bekommen. Dass es dann auch noch die Unterscheidung nach Baustilen und Dachformen gibt, macht die Sache auch nicht gerade viel einfacher.

  • Landhausstil, moderner, luxuriöser, futuristischer, mediterraner oder doch lieber regionaler Baustil. 

Zu guter Letzt kommt es bei der Entscheidung für die am besten geeignete Bauweise oft vor allem auch noch darauf an, wer die zukünftigen Bewohner des Hauses sind, was dann vielleicht auch noch das gezielte Informieren über die Themen Mehrgenerationenhaus oder Bauen mit Kindern ERfordert. Da wundert es nicht, dass mancher Bauwillige bald einmal ziemlich ÜBERfordert ist.

Und von den eher außergewöhnlichen Möglichkeiten, sein eigenes Traumhaus zu bauen, wurde hier noch gar nicht gesprochen - beispielsweise von der Idee, ein Erdhaus haben zu wollen. Ja, auch das kommt gar nicht mehr so selten vor...

Bauweisen: Erdhaus bauen© By Archi0780 | Quelle: Wikimedia Commons

Aber aus welchen Gründen auch immer die Auswahl so schwer fallen mag - meistens geht es dabei gar nicht um die eine oder andere Bauweise, sondern eigentlich um etwas ganz anderes...

Einfach auf das Wesentliche konzentrieren - die verschiedenen Bauweisen gehören NICHT dazu

Ist einmal die grundsätzliche Entscheidung gefällt worden, ein eigenes Haus bauen zu wollen, warten jedenfalls schon die nächsten Entscheidungen, die zu treffen sind, wobei die wichtigsten Fragen überhaupt sind:

Merkwürdig ist nun aber, dass sich die meisten Bauherren noch vor der Klärung der wirklich wichtigen Fragen vor allem auch mit den verschiedenen Bauweisen beschäftigen. Zwangsläufig führt das dann dazu, dass sich angehende Hausbesitzer auf der Suche nach der vermeintlich optimalen Bauweise in unendlich vielen Details verlieren - und damit Ihr eigentliches Ziel oft völlig aus den Augen verlieren.

  • Produktkataloge über alle möglichen Haustechnik-Themen werden gesammelt und studiert - ohne zu wissen, was für das eigene Haus überhaupt geeignet ist.

  • Vor- und Nachteile von allen möglichen Baustoffen und Baumaterialien werden mit allen möglichen Leuten diskutiert - ohne die jeweiligen bauphysikalischen Eigenschaften genau zu kennen.

  • Urteile über mehr oder weniger bekannte Energie-Standards werden gefällt - ohne zu wissen, was HEUTE längst Stand der Technik ist.

Die schlussendlichen Entscheidungen, die eigentlich nach und nach zu treffen wären, bleiben dabei allerdings oft auf der Strecke, weil schlicht und einfach vor lauter Bäumen der sprichwörtliche Wald nicht mehr gesehen wird. Vielleicht bringt die folgende Betrachtung des Autors dieser Website etwas Licht ins Dunkel.

Über die optimale Bauweise

Fertighäuser waren lange Zeit durch die verräterischen Fugen im Bereich der Fassadenflächen ganz leicht als solche zu erkennen. Mangels ausgereifter Herstellungsverfahren wurden die dünnen und empfindlichen Fassadenplatten erst vor Ort aufgebracht, weil die Platten einen Transport nicht schadlos überlebt hätten.

Auch die konstruktiven Holzriegelwände wurden damals noch halbfertig zur Baustelle gebracht. Erst dort wurden später die nötigsten Dämmschichten eingebracht und die Installationsleitungen montiert. Dann wurden die Wände beidseitig mit Rigipsplatten beplankt. Also mit Platten aus Gips, die - um die nötige Stabilität zu erlangen - beidseitig mit einer Kartonage bezogen werden.

Der Name Rigips ist übrigens genau genommen ein Produkt- und Herstellername, aber trotzdem werden Gipskartonplatten im deutschsprachigen Raum auch heute noch gerne als Rigips-Platten bezeichnet.

  • Diese Bezeichnung wird allerdings nicht vom bekannten Herstellernamen abgeleitet, sondern von der lettischen Hauptstadt Riga, wo bereits vor dem zweiten Weltkrieg unter dem landläufig Namen "Rigaer Gips" die ersten Gipskartonplatten auf europäischem Festland hergestellt wurden.

Wie auch immer: Das damals völlig neue Produkt Gipskartonplatte ist dafür verantwortlich, dass Fertighäuser fallweise auch heute noch als "Karton-Häuser" oder "Häuser aus Pappe" bezeichnet werden.

In Österreich wird - zumindest bei der älteren Generation - noch gerne der Begriff "Pappendeckel-Haus" genutzt. Wobei ein Pappendeckel nichts anderes ist, als eine Schachtel aus Karton. "Ein Pappendeckel-Haus? Aber wirklich nicht. Das ist doch kein Haus."

Die optimale Bauweise?

Es mag also durchaus sein, dass eventuelle Vorurteile gegenüber Fertighäusern noch auf diese veralteten Sichtweisen zurückzuführen sind. Zwar nimmt die Zahl der Fertighäuser stetig zu - trotzdem vertraut die Mehrheit der Bauherren immer noch auf das "klassische" Massivhaus. Stein auf Stein und Ziegel auf Ziegel ist demnach für viele Bauherrn nach wie vor die einzig wahre Bauweise. Oder etwa doch nicht?

Betrachten wir die Werbung. Im direkten Vergleich der unterschiedlichen Bauweisen werden immer die besonderen Produkteigenschaften der zum Bau verwendeten Materialien hervorgehoben.

  • Der beste Ziegel, den es je gegeben hat.
  • Die unschlagbare Klimawand.
  • Vorgefertigte Elemente, die günstiger sind.
  • Massive Ziegelwände, die langlebiger sind.
  • Wände aus Holz, die natürlicher sind.
  • Baustoffe woraus auch immer, die ökologischer sind.

Und so weiter und so fort. Argumente MUSS es für JEDES Produkt und Material geben - sonst wäre ja irgendetwas völlig umsonst entwickelt worden. Daher ist aber auch jeder bestrebt, sein eigenes Produkt bestmöglich zu präsentieren. Und es gehört - leider - auch zur Werbung, Produkte oder Materialien der Mitbewerber mehr oder weniger schlecht zu machen.

Ihnen ist dabei aber mit derartigen Werbungen und Einflüssen von außen nicht wirklich geholfen. Im Gegenteil: Mit jeder neuen Variante werden Sie immer unsicherer. Weil Sie selbst nämlich gar nicht beurteilen können, welche der möglichen Bauweisen nun tatsächlich die "beste" ist.

Aus rein technischer Sicht weist jedenfalls keine der "konkurrierenden" Bauweisen gravierende Vor- oder Nachteile auf und jede Bauweise hat zu 100% ihre Berechtigung. Und Sie als Laie können die wirklichen Unterschiede der verschiedenen Bauweisen ohnehin nicht erkennen. Das müssen Sie aber auch nicht.

Als Bauherr ist es jedenfalls nicht Ihre Aufgabe, sich als Tester aller am Markt befindlichen Herstellungstechniken und Ausführungsvarianten zu behaupten. Die Fülle an Informationen, die Sie dabei zu verarbeiten haben, würde nur Ihren Blick aufs Wesentliche trüben. Gerade darauf sollten Sie sich aber konzentrieren - nämlich auf das wirklich Wesentliche.

Denken Sie daher zurück an Ihre grundsätzliche Entscheidung, ein eigenes Haus haben zu wollen...

Traumhaus Bauweise
  • Was waren Ihre Beweggründe?
  • Welches Bild von "Ihrem" Haus hatten Sie vor Ihrem geistigen Auge?
  • Spielte in Ihrem Traum vom eigenen Haus die Bauweise eine Rolle?
  • War in Ihrer Vorstellung vom eigenen Haus eine bestimmte Bauweise erkennbar?

Wenn eine bestimmte Bauweise bei Ihren damaligen Überlegungen nicht wirklich vordergründig war, sollten Sie sich auch heute nicht zu intensiv mit der Frage nach der optimalen Bauweise auseinandersetzen, weil es diese schlicht und einfach nicht gibt.

Beim heutigen Stand der Technik können Sie guten Gewissens davon ausgehen, dass Sie von jedem Anbieter ein Haus bekommen werden, das allen - zumindest technischen - Anforderungen gerecht wird.

  • Vorausgesetzt, das Haus wird von Fachleuten in einwandfreier Qualität errichtet.

Demnach taugt das beste Massivhaus nichts, wenn es nicht luftdicht gebaut wurde. Und so schön kann ein Fertighaus gar nicht sein, wenn es aus Materialien gefertigt wurde, die weder zugelassen noch gesund sind.

Sie sollten Ihre Entscheidung für eine bestimmte Bauweise also nicht nur von technischen Ausführungsdetails abhängig machen. Ein eigenes Haus ist nämlich viel mehr als ein "technisches Produkt". Beispielsweise auch eine Wohlfühl-Oase. Ein Argument für eine bestimmte Bauweise könnte demnach ohne weiteres auch eine Entscheidung "aus dem Bauch heraus" sein. Und zwar völlig unabhängig von technischen Daten.

  • Wenn Sie beispielsweise Holz - aus welchen Gründen auch immer - "heimelig" finden, spricht nichts gegen ein Haus mit viel sichtbarem Holz. In diesem Fall wäre vielleicht sogar ein Blockhaus eine Überlegung wert. Oder ein Massivhaus mit massiven Holzdecken. Viel Holz kann bei jeder Bauweise verwendet werden, auch bei Fertighäusern.
  • Wenn Sie ein Architektenhaus wollen, haben Sie alle Möglichkeiten. Nicht nur den Massivbau. Den Fertighäusern der neuesten Generation sieht man es heute nicht mehr an, dass "dahinter" ein Holzriegelbau steht. Die Zeiten der verräterischen Fugen im Fassadenbereich sind auf alle Fälle schon lange vorbei.

Für welche Bauweise Sie sich schlussendlich entscheiden, liegt alleine an Ihnen. Wenn Sie also aus ganz persönlichen Gründen keine bestimmte Bauweise bevorzugen, sondern wirklich "nur ein wunderschönes Traumhaus" haben wollen, sollten Sie sich die Entscheidung leicht machen:

  • Wählen Sie einfach genau den Anbieter, der Ihnen für die Verwirklichung Ihres Traums vom eigenen Haus unabhängig von der Bauweise das beste und umfassendste Gesamtpaket anbietet.

  • Und wenn Sie dann auch noch die Bauweise bekommen, die Ihnen - vielleicht nur im Unterbewusstsein - ohnehin schon immer "vorgeschwebt" ist, umso besser.

Die Erkenntnis daraus: Hausbauen kann so einfach sein, wenn man es richtig macht und die "beste" Bauweise gibt es schlicht und einfach nicht. Nur jene, die am besten zu Ihnen und Ihren Vorstellungen vom eigenen Haus passt. Und genau das ist dann die in jeder Hinsicht optimale Bauweise - für SIE.

Zu guter Letzt noch eine Antwort auf eine Frage, die Sie sich vielleicht auch schon länger gestellt haben...

Wie ist das mit den Baupreisen für die verschiedenen Bauweisen?

Eine berechtigte Frage - oder auch wieder nicht. Es spielt nämlich im Wesentlichen keine Rolle, in welcher Bauweise ein Haus angeboten oder gebaut wird. Sie dürfen daher mit ruhigem Gewissen davon ausgehen, dass bezugsfertige Häuser am Ende immer gleich viel kosten - und zwar unabhängig von der gewählten Bauweise.

Die auf meiner Website veröffentlichen Preise und Baukosten wurden der Einfachheit halber auf ein Haus in "klassischer" Ziegel-Massivbauweise abgestimmt. Schlicht und einfach deshalb, weil das noch immer die beliebteste Bauweise ist und vermutlich auch noch lange bleiben wird - obwohl auch jede andere Bauweise ihre Berechtigung hat.

Vorausgesetzt wird in jedem Fall, dass das von IHNEN bevorzugte Einfamilienhaus in jeder Hinsicht dem jeweils gewählten Energie-Standard entspricht, alle bauphysikalischen Anforderungen erfüllt und insgesamt nach dem aktuellsten Stand der Technik errichtet wird.

Die Preise auf meiner Website Haus-Selber-Bauen.com können daher zu Vergleichszwecken problemlos auch beispielsweise für ein geplantes Holzriegelhaus herangezogen werden, für ein massives Holzhaus, für ein Fertighaus in Rahmenbauweise, für ein Haus in Mischbauweise oder für jede beliebige andere Bauweise.

Damit empfehle ich Ihnen auch am Schluss noch einmal: Konzentrieren Sie sich einfach auf Ihr neues Haus, ohne allzu viele Gedanke an eine bestimmte Bauweise zu verschwenden. In diesem Sinne..

Mehr Erfolg beim Hausbau!

Autor und Herausgeber 
HSB  | Haus-Selber-Bauen.com
BKM | BaukostenManager.com

PS: Falls Sie vor irgendwelchen Hausbau-Problemen stehen, die Sie nicht alleine lösen können oder wenn Sie auf Ihrem Weg zum eigenen Haus gerne professionelle Hilfe und Beratung in Anspruch nehmen würden, dürfen Sie gerne die von mir angebotenen Service- und Beratungs-Dienstleistungen in Anspruch nehmen.