LG 02 Erdarbeiten
Online Muster-LV GU-Bau mit Preisen

LG 02 Erdarbeiten. Online Muster-LV GU-Bau

"Arbeitshilfe für die LV-Erstellung und Ausschreibung der Erdarbeiten mit Ihrer bevorzugten Excel-Vorlage."

  • Dieses Online-LV ist gleichzeitig eine umfangreiche Leseprobe der  Vollversion Muster-LV GU-Bau.

Damit können Sie sich schon vor Ihrem Kauf der für Sie am besten geeigneten Muster-LV-Version auch über den Inhalt der Erdarbeiten in der Excel-Ausschreibungs- und Kalkulations-Vorlage informieren.

Auswahl Leistungsgruppen 02A und 02B

Sie können von hier aus direkt zu den gewünschten Themen wechseln oder zuerst nach unten scrollen und alle wichtigen Informationen über diese Leistungsgruppe LG 04 Beton- und Stahlbetonarbeiten lesen.

Excel-eBook | Muster-LV-Versionen

Vollständige Inhalte mit Ausschreibungstexten für alle Leistungsposition dieser Leistungsgruppe LG 02 Erdarbeiten sowie alle Einheitspreise sind in diesen Excel-Vorlagen bzw. LV-Versionen enthalten:

Sofern im Online-LV Einheitspreise angegeben sind, handelt es sich dabei um EU-Durchschnittspreise, die mit den Excel-Vorlagen durch Eingabe der aktuellen Indexzahl auf die für IHR Land gültigen Baupreise umgerechnet werden können.

Basis-Wissen Erdarbeiten

Beim Bau eines Hauses gehören die Erdarbeiten zu jenen Leistungen, die immer wieder massiv unterschätzt werden. Oft sind die Erdarbeiten nicht einmal Teil einer Angebotsanfrage, weil Bauherren glauben, Bagger und LKW können problemlos selbst organisiert werden. Eine glatte Fehleinschätzung.

Einerseits steht gerade zu Beginn eines Bauvorhabens eigentlich immer genug Geld zur Verfügung. Daher wird bei der Vergabe der Erdarbeiten nur selten auf die Preise geachtet.

Andererseits ist Laien meistens nicht klar, dass gerade die Erdarbeiten aufgrund der unbekannten Bodenverhältnisse mit erhöhtem wirtschaftlichem Risiko verbunden sind.

Dazu kommt, dass die Erdarbeiten in mehreren Etappen durchgeführt werden müssen. Nicht selten liegen zwischen den ersten Aushubarbeiten und den letzten Planierungen mehrere Monate, in denen sich viel ändern kann. Auch die Preise.

Preisgarantie nur mit Leistungsverzeichnis

  • Den Erdarbeiten sollte daher der nötige Respekt entgegen gebracht werden. Das bedeutet, dass die Mengen der erforderlichen Leistungspositionen möglichst genau berechnet werden müssen. 
  • Vor allem aber sollten die Erdarbeiten nicht direkt an ein Erdbauunternehmen vergeben werden. In diesem Fall wären die Preise und Kosten für die Erdarbeiten wesentlich höher, weil einzelne Erdbauunternehmen mit entsprechend hohen Deckungsbeiträgen kalkulieren müssen.
  • Werden die Erdarbeiten aber im Rahmen einer GU-Ausschreibung oder zumindest im Rahmen der Ausschreibung der Baumeisterarbeiten ausgeschrieben, werden Sie nicht nur günstigere Angebote bekommen. 
  • Wenn die Erdarbeiten von Bau- oder GU-Unternehmen organisiert werden, sind diese verantwortlich für die ordnungsgemäße und termingerechte Durchführung. Insgesamt ein unbezahlbarer Vorteil, auf den Sie nicht verzichten sollten.

Bodenklassen

Die verschiedenen Preise für die Aushubpositionen sind vor allem auch von der Beschaffenheit des Bodens bzw. des Erdreichs abhängig. Um jeweils genaue preisliche Grenzen ziehen zu können, wird daher der "Boden" - also alles was "unter der Erde" ist - in insgesamt sieben Bodenklassen eingeteilt. 

Richtigerweise handelt es sich dabei zwar um Boden- und Felsklassen, mit der allgemein gebräuchlichen Bodenklassen weiß aber jeder, was damit gemeint ist.

  • Wenn Sie ein Angebot über verschiedene Aushubarbeiten bekommen, beziehen sich die Preise für diese Aushubpositionen normalerweise auf die Bodenklassen 3 bis 5 - das sind demnach die "normalen" Böden.
  • Für die übrigen Bodenklassen werden in der Regel Aufzahlungspositionen festgelegt.

Damit Sie wissen, mit welchen Bodenklassen Sie es in der Praxis zu tun bekommen, hier eine kurze Übersicht, welche Bodenklassen es in Deutschland und Österreich gibt und welche Eigenschaften diese haben. In anderen Ländern gibt es andere Klassifizierungen, die Kriterien sind aber sehr ähnlich.

Bodenklasse 1 - Oberboden    

  • Wie das Wort schon sagt, ist das die oberste Bodenschicht und wird diese auch als Mutterboden oder Humus bezeichnet. Der Oberboden ist nicht für das Bebauen geeignet und muss immer abgetragen werden.

Bodenklasse 2 - Fließende Bodenarten    

  • Das sind Böden mit einem sehr hohen Wassergehalt, die auch als Schöpfboden bezeichnet werden. Dieser Boden ist flüssig bis zähflüssig und ist auch nicht zum Bauen geeignet.

Bodenklasse 3 - Leicht lösbare Bodenarten

  • Das sind Kies- oder Sandböden mit einem geringen Steinanteil. Auch loser Boden genannt. Beim Aushub müssen die Baugrubenwände abgeböscht oder anders gesichert werden, weil Material leicht nachrutscht.

Bodenklasse 4 - Mittelschwer lösbare Bodenarten

  • Das ist eigentlich der beste Boden zum Bauen. Dieser auch Stichboden genannte Boden ist durch das homogene und ausgewogene Gefüge optimal zu bearbeiten.

Bodenklasse 5 - Schwer lösbare Bodenarten

  • Im Gegensatz zu den Bodenklassen 3 und 4 ist hier der Steinanteil viel höher. Dieser auch als Hackboden bezeichnete Boden ist ebenfalls bestens zum Bauen geeignet.

Bodenklasse 6 - Leicht lösbarer Fels

  • Dabei handelt es sich um leichtes Gestein, welches brüchig und zerklüftet ist. Wird eindrucksvoll auch als Reißfels oder als Schrämboden bezeichnet. Als Untergrund zum Bauen sehr gut geeignet, allerdings beim Aushub teurer. 

Bodenklasse 7 - Schwer lösbarer Fels

  • Dieser Boden wir unmissverständlich auch als Sprengboden bezeichnet, womit diese Bezeichnung selbstredend ist. Wenn Sie also in diesem Boden einen Keller errichten möchten, muss gesprengt werden. In diesem Fall muss naturgemäß auch mit entsprechend höheren Kosten gerechnet werden.

Geologisches Gutachten / Bodengutachten

Baugrundrisiko ist Bauherrenrisiko. Mit dieser auf den Punkt gebrachten Feststellung ist eigentlich schon alles gesagt. In der Praxis bedeutet das für Sie, dass bei der Durchführung der Erdarbeiten jederzeit etwas Unvorhergesehenes passieren kann. Und verantwortlich dafür sind immer Sie als Grundbesitzer.

Empfehlenswerte Investition

Sie werden in diesem Online-LV aus gutem Grund mehrmals darauf hingewiesen, für Ihren Baugrund ein Bodengutachten erstellen zu lassen. In jedem Fall dann, wenn es keine genauen Informationen über die Beschaffenheit Ihres Baugrundes gibt.

Informieren Sie sich sicherheitshalber bei der zuständigen Baubehörde, ob im Bereich Ihres Baugrundes bereits geologische Untersuchungen durchgeführt wurden.

Wenn ja, nehmen Sie Kontakt mit dem Geologen auf. Frage Sie, ob auch bei Ihrem Grundstück eine Untersuchung des Bodens durchgeführt werden sollte oder ob die vorliegenden Erkenntnisse auch für Ihren Baugrund gelten.

Wahrscheinlich wird Ihnen ein eigenes Gutachten nur für Ihr Baugrundstück empfohlen, und dieses sollten Sie auch in Auftrag gegen. Die Kosten für eine Baugrunduntersuchung hängen von den örtlichen Gegebenheiten ab und liegen bei rund 1.500 €.

Vorteile eines Bodengutachtens

  • Der Baumeister oder Generalunternehmer kann die Erdarbeiten exakt kalkulieren, weil er den Boden kennt. Er muss also keinen "Sicherheitszuschlag" einrechnen.
  • Für die Berechnung der Fundamente kann die exakte Tragfähigkeit des Bodens herangezogen werden.
  • Für die Planung und Ausführung der Heizungsanlage (Stichworte Wärmepumpe, Tiefbohrung) können sich Vorteile durch eine günstige Bodenbeschaffenheit ergeben.
  • Wenn es sich bei Ihrem Baugrund um eine Hanglage handelt, wissen Sie aufgrund des Bodengutachtens, dass der Hang tatsächlich rutschsicher ist. (Auch am Wuchs der Bäume zu erkennen)

Grundwasser

Vor allem gibt das Bodengutachter aber auch Auskunft über vorhandenes oder zu erwartendes Grundwasser, wobei damit ist nicht nur das "klassische" unterirdische Grundwasser gemeint ist.

  • Grundwasser kann auch Oberflächenwasser, Schmelzwasser oder Regenwasser sein. In jedem Fall kann es zu Wasser-Problemen kommen, wenn die Böden schlecht wasserdurchlässig oder stark lehmig sind.
  • Schon starke Regenfälle können dafür sorgen, dass sich das Wasser mit enormer Kraft zum Beispiel an Kellerwänden anstaut. oder von unten gegen eine Bodenplatte drückt.
  • Bei (noch nicht fertigen) Bauwerken mit zu wenig Auflast kann drückendes Grundwasser im schlimmsten Fall auch zum Aufschwimmen dieser Bauwerke führen.

Altlasten

  • Falls Sie Ihr Baugrundstück erst kürzlich erworben haben, sollte der Verkäufer im Kaufvertrag auch erklärt haben, dass das Grundstück frei von Altlasten ist. Sollte das nicht stimmen, kann der Verkäufer dafür haftbar gemacht werden. Sofern im Kaufvertrag entsprechende Klauseln vereinbart wurden.
  • Möglicherweise haben Sie das Baugrundstück geerbt? Dann könnte auch in diesem Fall der Baugrund mit mehr oder weniger gefährlichen Stoffen kontaminiert sein.
  • In beiden angeführten Fällen gibt das Bodengutachten auch Auskunft darüber, ob der Boden unter Ihrem geplanten Haus im Hinblick auf irgendwelche Altlasten tatsächlich unbedenklich ist.

Zusammenfassung

Sofern nicht eindeutig klar ist, welche Tragkraft die vorhandenen Böden zulassen oder wenn Grundwasser ein Thema ist, führt an einem Bodengutachten kein Weg vorbei.

  • Eine professionelle Begutachtung schafft nicht nur die Grundlage für die möglichst wirtschaftliche Bauausführung. Die Erkenntnisse aus der geologischen Untersuchung des Bodens sorgt vor allem für Ihre Sicherheit. Als Bauherr sollten Sie nie vergessen:

  • Das Baugrundrisiko ist immer Ihr ganz persönliches Bauherrenrisiko.

LG 02 Erdarbeiten
Besondere Vertragsbestimmungen

Für diese Leistungsgruppe gelten folgende Regelungen und Punkte:

Lagerung Aushubmaterial    

  • Zur Wiederverwendung bestimmtes Aushubmaterial ist im Baustellenbereich zu lagern. Sofern nicht schon im Baustelleneinrichtungsplan festgelegt, wird der für die Zwischenlagerung des Aushubmaterials am besten geeigneten Lagerplatz vor Beginn der Arbeiten gemeinsam und einvernehmlich zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer bestimmt.       

Förderung

  • Die Wahl der Förderart bleibt dem Auftragnehmer überlassen, ebenso die Wahl der jeweiligen Transportgeräte sowie die gesamte organisatorische Abwicklung der Erdarbeiten und der damit verbundenen Leistungspositionen.
  • Eventuell erforderliche Lade- oder Transportleistungen innerhalb der Baustelle sind jedenfalls in den jeweiligen Einheitspreisen enthalten und werden demnach nicht extra vergütet.

Erschwernisse und Art des Aushubs

  • Die angebotenen Einheitspreise gelten ohne Unterschied der Art des Aushubes oder des Abtragens. Eventuelle Erschwernisse werden mit dafür vorgesehenen und eigenen Leistungspositionen abgerechnet und vergütet.

Abrechnung / Umrechnung Volumen/ Gewicht

  • Erdaushub wird grundsätzlich nach m³-Raummaß abgerechnet. Erfolgt die Erfassung und Abrechnung der Aushubmengen nach Gewicht, gilt ein Umrechnungsfaktor von 2,1 Tonnen je m³ als verbindlich vereinbart.
  • Sämtliche Erdarbeiten werden ausschließlich im festen und damit im nicht aufgelockerten Zustand abgerechnet. Aufschüttungen und das Ausbreiten von vorhandenem Aushubmaterial werden in fertigem Zustand abgerechnet.
  • Sind Aufschüttungen zu verdichten, stellt der verdichtete Endzustand die Abrechnungsgrundlage dar. Für das Fördern gelten jeweils die entsprechenden Aushubmengen in festem Zustand oder die eingebauten Mengen im fertigen Zustand.

Entsorgung von Aushubmaterial

  • Sofern Aushubmaterial von der Baustelle zu entfernen ist, werden allfällige Zwischentransporte innerhalb der Baustelle nicht extra in Rechnung gestellt und damit auch nicht vergütet.
  • Für den Abtransport und das Entsorgen bzw. Deponieren von Aushubmaterial sind bei Bedarf eigene Leistungspositionen vorgesehen.

Bodenklassen       

  • Wenn in einzelnen Leistungspositionen nichts anderes angegeben wird, werden ausschließlich die Bodenklassen 3 bis 5 angenommen.

Geländeneigung

  • Alle Aushubpositionen und Leistungen dieser Leistungsgruppe gelten ohne Preisunterschied bis zu einer Geländeneigung von 20 Prozent. Die jeweilige Geländeneigung entspricht dem Verhältnis der Höhe zur Horizontalprojektion im Grundriss.

Arbeitsräume

  • Arbeitsräume und deren Böschungswinkel sowie die auszuführenden Grabenbreiten werden vor Beginn der Arbeiten gemeinsam und einvernehmlich zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer festgelegt.
  • Werden keine einvernehmlichen Vereinbarungen über die Breiten der Arbeitsräume getroffen, gelten die in der jeweils gültigen Bauarbeiterschutzverordnung oder sonstigen zutreffenden Verordnung festgeschriebenen lichten Mindestbreiten der Arbeitsräume

Massenausgleich

  • Sofern keine zwingenden Gründe - beispielsweise Verunreinigung oder die Verdichtungsfähigkeit - dagegen sprechen, ist für Anschüttungen und Hinterfüllungen das vorhandene Aushubmaterial zu verwenden. Es erfolgt somit ein Massenausgleich.
  • Reicht das vorhandene und auf der Baustelle zwischengelagerte Aushubmaterial für alle erforderlichen Anschüttungen und Hinterfüllungen nicht aus, weil der Auftragnehmer den Massenausgleich falsch berechnet oder eingeschätzt hat, ist der Auftragnehmer verpflichtet, auf eigenen Kosten geeignetes Schüttmaterial beizubringen.

Grobplanum

  • Das Herstellen des Grobplanums ist in den Einheitspreisen für den Aushub, das Abtragen und für Anschüttungen enthalten. Die Genauigkeit des Grobplanums beträgt +/-10 cm.

Geländeaufnahme

  • Vor Beginn der Erdarbeiten ist vom Auftragnehmer eine Höhenaufnahme des bestehenden Geländes in Form eines Lageplans mit Raster-Messpunkten zu erstellen.
  • Dieser Höhenplan wird vom Auftraggeber durch einen Bestätigungsvermerk freigegeben und ist damit bei Bedarf die Grundlage für die spätere Abrechnung der Aushubpositionen.

Fachbücher über Erdarbeiten für Bauherren und Planer

Hier finden Sie einige ausgewählte Bücher, die zu dieser oft unterschätzten Leistungsgruppe LG 02 Erdarbeiten passen. Die Links zu unserem Fachbücher-Partner öffnen sicherheitshalber ein neues Fenster.

Online Muster-LV
Wegweiser & Navigationshilfe

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LG 02A Erdbau, Aushubarbeiten
Pos. 01-21

Mit dieser Navigationshilfe können Sie das Online-Muster-LV wie ein echtes Buch seitenweise durchblättern.

Es ist nicht genug zu wissen - man muss auch anwenden.
Es ist nicht genug zu wollen - MAN MUSS AUCH TUN.

Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)
Deutscher Dichter

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